Festivals

Dandys und Diven

Berlinale 2009

Eintrag vom von Gini Brenner

Großer Bahnhof am roten Teppich: Die Diven sind los. Benahmen sich Woody Harrelson und sein Co-Star Ben Foster beim Photocall zu The Messenger noch recht umgänglich, ließ Robin Wright Penn, Sean Penns Ehefrau und Hauptdarstellerin von Rebecca Millers Verfilmung ihres eigenen Romans The Private Lives of Pippa Lee ordentlich die Zicke raushängen.

Es ist wirklich so: Auch halbwegs erträgliches Benehmen gehört zum Berufsprofil eines Superstars. Erfahrene Journalisten wissen: Die Leute, die es geschafft haben, über einen längeren Zeitraum hinweg sehr bekannt zu sein, die zeigen im persönlichen Umgang meist so gut wie gar keine Star-Allüren. Weil man sich das einfach nicht leisten sollte. Schließlich kommts im Showbiz auf Zusammenarbeit an, mit dem Regisseur, mit den Co-Stars, mit der Crew, mit den Agenten und nicht zuletzt mit der Presse. Und wenn sich jemand da permanent blöd aufführt, dann ist es kein Wunder, wenn bald mal keiner mehr mit ihm oder ihr arbeiten will.

Robin Wright Penn zum Beispiel ist eine sicherlich sehr, sehr gute Schauspielerin. Und eine wunderschöne Frau. Woran es also liegt, dass ihr der ganz große Ruhm bisher versagt blieb? Na siehe oben. Bei den Interviews zur (übrigens hinreißenden) Frauengeschichte The Private Lives of Pippa Lee war sie unausstehlich und unfreundlich zu den Journalisten, lästig zu den Agenten und unterbrach zudem ständig Co-Star Keanu Reeves - und das, obwoh der ENDLICH mal bei Interviews das Maul aufmachte.

Schlechte Taktik, sowas. Keiner kriegt gern so wie die anwesenden internationalen Journalisten unter die Nase gerieben, dass er gerade mehrere Stunden Arbeitszeit verschwendet hat, schon gar nicht bei einem derart stressigen Festival wie es (zum Glück!) die Berlinale heuer ist. 

Da freut man sich über Kontrasttermine wie das Exklusiv-Interview mit der ewig schönen Michelle Pfeiffer, die sich 20 Jahre nach Gefährliche Liebschaften wieder mit Regisseur Stephen Frears zu einem Kostümfilm zusammentat: In Chéri, der Verfilmung des Colette-Romans, spielt sie eine Edelprostituierte in der Belle Époque vor dem Ersten Weltkrieg. Und im Interview dazu war sie so nett, klug und charmant, dass man Belle Michelle gern noch weitere 20+ Jahre im Rampenlicht gönnt. Das Talent hat sie ja sowieso. 

Rampenlicht gabs dieser Tage endlich auch für Österreich, aka Oscarreich: Die Wolf-Haas-Verfilmung Der Knochenmann war zu sehen und sorgte für begeistertes Publikum. Ist ja quasi ein Heimspiel hier für das anwesende Filmteam - schließlich hat jeder Ösi, der was auf sich hält, mindestens einen Koffer in Berlin rumstehen.

 

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