Der Agent, den jeder kennt. Stahlblaue Augen im kantigen Gesicht, blutiges Hemd unterm makellosen Maßanzug, in der rechten die Kanone, in der Linken eine Lady, und für alle gefährlichen Fragen des Lebens eine knappe Antwort: Daniel Craig ist zum zweiten Mal James Bond – und erlebt das härteste, teuerste, rasanteste und aufregendste 007-Abenteuer aller Zeiten.
Bond ist blond, und er schießt mindestens so scharf, wie er aussieht. Seit Daniel Craig in die hochglanzpolierten Maßschuhe des mit Abstand berühmtesten Mannes im Dienste ihrer Majestät gestiegen ist, klingt der Name James Bond wieder nach beinharter Action und endlosem Abenteuer. Mit Casino Royale wurde der Staub der Jahrzehnte vom Agenten-Maßanzug geblasen, Ein Quantum Trost setzt noch eins drauf: So heftig, so brutal, so am Limit war Bond noch nie zuvor – und auch noch nie so teuer.
Einmal um die ganze Welt mit den Taschen voller Geld: Über 200 Millionen Dollar ließen es sich die Produzenten um Barbara Broccoli kosten, dass die am längsten laufende Kinofilm-Serie der Geschichte eine neues Kapitel erhält. Mit dem jungen Schweizer Marc Forster wurde ein Regisseur engagiert, der mit einer relativ kurzen Liste von Filmen maximalen Eindruck gemacht hat und mit Monster's Ball Halle Berry zum Oscar verhalf. Nun sorgt er nachhaltig dafür, dass James Bond erneut die Bösen in die Schranken weist und dem Guten zum Sieg verhilft. Haiti, Chile, Panama, London, Spanien, Italien sind die spektakulären Schauplätze, die als pittoreske Kulissen für die Rettung der Welt dienen dürfen - und natürlich Bregenz: Um die Tosca-Kulisse der Bregenzer Seebühne findet einer der spektakulärsten Fights zwischen Bond und Dominic Greene (Mathieu Amalric), seinem großen Widersacher in Ein Quantum Trost statt.
Den ersten großen Kampf in diesem Abenteuer muss James Bond allerdings mit sich selber ausfechten. Im Casino Royale hat er schließlich sein Herz an die gefährlich schöne Vesper Lynd verloren – doch die hat mit James ein böses Spiel getrieben. Zutiefst verletzt, muss James nun seine Trauer und seinen Schmerz so schnell wie möglich unterdrücken – solche Gefühle sind eindach nicht gut für seine Arbeitsmoral. Persönliches hat im globalen Geschäft des Eliteagenten nicht viel verloren. Nicht gerade einfach, als während des Verhörs von Mr. White, der in die Geschehnisse rund um Vespers Tod verwickelt war, viele unangenehme Wahrheiten an den Tag treten. Allerding auch einige sehr wichtige Informationen: Hinter der Sache steht nämlich eine Untergrund-Geheimorganisation, die weltweit operiert und noch viel mächtiger und schlagkräftiger ist, als sich selbst die abgebrühte Mrs. M (Judi Dench) das in ihren bösesten Weltverschwörungs-Alpträumen ausmalen könnte.
Über die Verbindung von Vesper mit dieser Organisation kann James zum Glück nicht lange grübeln: Die Spur eines MI6-Doppelagenten führt direkt zu einem Bankkonto in Haiti, und es ist wieder einmal Zeit für den besten Mann der Königin, sich ins Flugzeug zu setzen. Dort kracht es wie erwartet gleich einmal ordentlich - und zwar mit der ebenso attraktiven wie wehrhaften Camille (Olga Kurylenko). Und gleich ist Bond in einen neuen Konflikt verwickelt. Die Schöne hat nämlich ziemliche Troubles mit dem grausamen General Medrano (Joaquín Cosio) – und ein Gentleman wie James kann nicht dulden, dass eine Lady ihre Rechnungen alleine begleicht.
Medrano allerdings führt James direkt zu dem schwerreichen Businessman Dominic Greene (Mathieu Amalric), der sich gemeinsam mit seinem durchgeknallten Cousin Elvis (Anatole Taubman) im Rahmen seiner Organisation namens "Quantum" in Sachen Umweltschutz engagiert. Offiziell - in Wirklichkeit schützt Greene nichts anderes als seine eigenen Interessen, und das mit allen Mitteln. James entdeckt ein schreckliches Komplott: durch einen heimtückischen Polit-Deal mit dem machtgierigen General Medrano, in den auch Schlüsselfiguren aus der CIA und sogar der britischen Regierung verwickelt sind, will Greene eine der wichtigsten Naturschätze der Welt unter seine Gewalt bringen, um so sich selber und der Organisation, die für Vesper Lynds Tod verantwortlich zeichnet, die Weltherrschaft zu sichern.
Immer dicker und undurchdringlicher wird der Sumpf aus Betrug und Verrat, bald weiß James nicht mehr, wem er noch vertrauen kann – oder vertrauen darf, ohne ihn oder sie in Todesgefahr zu bringen. Jetzt ist er allein auf sich gestellt, Greene und Quantum aufzuhalten und die Katastrophe zu verhindern. Und auch wenn wir nach einem halben Jahrhundert durchgehender Erfolge wirklich an James' Unbesiegbarkeit glauben wollen: Nach 2 Stunden atemloser Action rund um den Globus ist das beinharte Finale des neuesten Bond-Abenteuers spannend und aufregend wie beim ersten Mal. Gut gemacht, Null-null-sieben!
Text: Gini Brenner
Filminfo & Credits |
|
|---|---|
| Titel | James Bond 007 - Ein Quantum Trost |
| Originaltitel | James Bond 007: Quantum of Solace |
| Genre | Action/Thriller |
| Land, Jahr | GB/USA, 2008 |
| Länge | 103 Minuten |
| Regie | Marc Forster |
| Drehbuch | Robert Wade, Paul Haggis, Neal Purvis nach eine Vorlage von Ian Fleming |
| Kamera | Roberto Schaefer |
| Schnitt | Matt Chesse |
| Musik | David Arnold |
| Produktion | Barbara Broccoli, Michael G. Wilson |
| Darsteller | Daniel Craig, Olga Kurylenko, Mathieu Amalric, Giancarlo Giannini, Jesper Christensen, Judi Dench, Jeffrey Wright, Anatole Taubman, Gemma Arterton |
| Verleih | Sony Pictures |
Bewertung |
|
|---|---|
| Humor | |
| Action | |
| Spannung | |
| Anspruch | |
| Romantik | |
| Erotik | |