Der Knochenmann

Der erfolgloseste Privatdetektiv Österreichs ist wieder im Einsatz: Der Brenner (Josef Hader) stolpert in einen grausigen Fall, bei dem er ganze Leichenberge im Keller einer südsteirischen Backhendlstation entdeckt.

Jetzt ist schon wieder etwas passiert. Auch wenn der Brenner (Josef Hader) davon zuerst noch gar nichts weiß, sondern nur grantig ist, denn er hat wieder einmal einen ziemlich üblen Job: Für eine Autoleasingfirma muss er bei zahlungsunfähigen Kunden das Auto wieder abholen. Also Auto ausräumen, das Zeug auf die Straße stellen, mit dem Auto in die Firma zurückfahren. Für einen, der so gutmütig ist wie der Brenner, ist das ein ausgesprochen blödes Geschäft, denn er hat regelmäßig Mitleid mit den Pleitiers und spielt dann Taxi für die.

Einer dieser Aufträge führt ihn in die Südoststeiermark, in ein kleines Kaff namens Klöch. Dort hat ein Mann namens Horvath für sein Auto schon seit Monaten nichts mehr gezahlt. Doch als der Brenner bei dem Wirtshaus Löschenkohl ankommt, wo der Horvath angeblich wohnt, ist dort weit und breit keiner, der so heißen will. Dafür gibt es eine Wirtsschwiegertochter (Birgit Minichmayr), die dem Brenner ausgesprochen gut gefällt. Und einen Wirt (Josef Bierbichler), der täglich ein paar tausend Backhendln servieren lässt. Da fallen ziemlich viele Hendlgerippe an, und um die loszuwerden, hat der Wirt im Keller eine Knochenmahlmaschine. Die summt sogar mitten in der Nacht, wie der Brenner feststellt, denn er hat sich beim Löschenkohl einquartiert. Schließlich ist der Horvath immer noch nicht da, und die Wirtsschwiegertochter ist schon sehr reizvoll.

Und dann redet ihn der Pauli (Christoph Luser) an, der Sohn vom Wirt. Dass der alte Löschenkohl seit einiger Zeit das ganze Wirtshaus verspielt. Dass er das Konto leergeräumt hat, und keiner weiß, wo das Geld hin ist. Und dass er, der Pauli, mitbekommen hat, dass er, der Brenner, eigentlich Privatdetektiv ist. Und ob er rausfinden könnte, was eigentlich los ist. Der Brenner ist an dem Auftrag ja nicht so wirklich interessiert. Aber mittlerweile ist nicht nur der Horvath, sondern auch das Auto verschwunden, und die Kellnerin vom Löschenkohl (Pia Hierzegger) drückt dem Brenner einen Packen Geld in die Hand und sagt, so, das ist erledigt, jetzt fahren Sie wieder. Da wird er hellhörig. Warum soll er abhauen? Warum nicht den Horvath finden? Warum läuft eigentlich mitten in der Nacht die Knochenmahlmaschine? Und warum, um Himmels willen, liegt vor der Maschine ein menschlicher Finger im Abfluss?

Das Erfolgstrio Wolf Haas, Wolfgang Murnberger und Josef Hader hat schon zweimal, bei Komm, süßer Tod und Silentium, bewiesen, dass die Krimis von Haas mit Hader in der lakonischen Hauptrolle und unter der Regie von Murnberger ganz ausgezeichnetes Material für die Leinwand sind. Der Knochenmann ist die bisher grausigste Verfilmung um Detektiv Brenner. Außerdem darf sich der Brenner zum ersten Mal so richtig verlieben. Die Schmähs sind noch düsterer als zuvor. Und wenn der Knochenmann nicht so verdammt gutes Kino wäre, wär es schlichtweg zum Fürchten.

Text: Magdalena Miedl

Filminfo & Credits

Titel Der Knochenmann
Originaltitel Der Knochenmann
Genre Krimi/Literaturverfilmung
Land, Jahr Österreich, 2009
Länge 115 Minuten
Regie Wolfgang Murnberger
Drehbuch Wolf Haas, Wolfgang Murnberger, Josef Hader nach dem Roman von Wolf Haas
Kamera Peter von Haller
Schnitt Evi Romen
Musik Sofa Surfers
Produktion Danny Krausz, Kurt Stocker
Darsteller Josef Hader, Birgit Minichmayr, Pia Hierzegger, Stipe Erceg, Kathrin Resetarits, Josef Bierbichler, Christoph Luser, Simon Schwarz, Dorka Gryllus
Verleih Luna Filmverleih

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik