RocknRolla

In Guy Ritchies neuem Crime-Fiction-Comedy-Actioner laufen eine Menge Gangster, darunter Gerard Butler und Thandie Newton, aus einer Menge Gründen einem Haufen Geld hinterher – es geht um Immobilien, Betrügereien und darum, wer wen am coolsten über den Tisch zieht.

London hat sich verändert. Die Gangster streiten sich statt um Drogen, Huren und Glückspielerträge neuerdings um Immobilienschmiergelder, und die alten Hasen des britischen Gangstertums, vor allem Lenny Cole (Tom Wilkinson), haben alle Hände voll zu tun, um ihre über Jahrzehnte der verbrecherischen Korruption geknüpften Fäden in die Politik, die internationale Investmentszene und die bewaffnete, gewaltbereite Unterwelt in Händen zu behalten. Eines Tages leihen sich die eng befreundeten Kleinganoven One Two (Gerard Butler), Mumbles (Idris Elba) und Handsome Bob (Tom Hardy) von Lenny sieben Millionen Pfund, um ein Grundstück zu kaufen. Das Grundstück gehört eigentlich Lenny, und er will es gar nicht verkaufen. Aber das behält er für sich und lässt dem Trio stattdessen auf recht drastische Weise das Geld stehlen, nachdem er es ihnen geliehen hat. So kann Lenny das Grundstück behalten, und das Gangstertrio steht in seiner Schuld. Sogleich bereitet Lenny seine nächste große Coup vor: Er verkauft ein Grundstück für sieben Millionen Pfund an den zwielichtigen russischen Industriellen Uri Obamavich (Karel Roden), weil es für dessen Baupläne in London unverzichtbar ist. Allerdings hat Lennys Buchhalterin und engste Vertraute Stella (Thandie Newton) heimlich ein Verhältnis mit One Two, und so ereignet es sich, dass One Twos Gang das Geld des Russen stiehlt, während es auf dem Weg zu Lenny ist. Dass der Russe sein “Glücksgemälde”  als Sicherheit für den Kauf des Grundstücks bei Lenny deponiert hat, erschwert diese ohnehin schon sehr verzwickte Lage noch mehr: Lennys Stiefsohn, der cracksüchtige Rock’n’Roll-Star Johnny Quid (Toby Kebbel), von dem alle glauben, er sei tot, das allerdings schon zum wiederholten Mal, hat das Gemälde nämlich gestohlen. Und jetzt weiß bald niemand mehr, wer das Geld hat oder das Gemälde, wo Johnny Quid steckt, wer am längeren Ast sitzt, die besseren Connections und die brutaleren Helfer hat und wer letztendlich lebendig oder gar mit Profit aus der ganzen Sache rauskommen wird …

 “Guy Ritchie is back in diamond form”, schrieben die britischen Zeitungen, als Rocknrolla Ende letzten Jahres mit großem Trommelwirbel in die britischen Kinos kam, und das ist nicht übertrieben: Der Regisseur von Bube, Dame, König, grAS und Snatch hat diesmal wieder einen Film gemacht, der genau jene Rasanz und Coolness zelebriert, mit der Ritchie brillierte, bevor er Madonna zum Altar führte. Tatsächlich steckt in dem Film sehr viel Privates, allerdings im Deckmantel der Fiktion – Ritchie hat das Drehbuch selbst verfasst. Ob die Story auch eine gewisse Abrechnung mit seiner nunmehrigen Ex-Frau beinhaltet, das soll jeder für sich selbst herausfinden. Aber der sichtbare Spaß, mit dem das durchwegs hochkarätige Ensemble an diese durchtrieben witzige Gaunergeschichte herangeht, reicht auch so völlig aus, um den Besuch dieses Films allemal zur Pflicht zu erklären. 

Text: Dina Maestrelli

Filminfo & Credits

Titel RocknRolla
Originaltitel RocknRolla
Genre Action/Krimi
Land, Jahr GB, 2008
Länge 114 Minuten
Regie Guy Ritchie
Drehbuch Guy Ritchie
Kamera David Higgs
Schnitt James Herbert
Musik Steve Isles
Produktion Steve Clark-Hall, Susan Downey, Guy Ritchie, Joel Silver
Darsteller Gerard Butler, Thandie Newton, Tom Wilkinson, Toby Kebbel, Karel Roden, Gemma Arterton, Jeremy Piven, Jimi Mistry, Chris "Ludacris" Bridges, Jeremy Piven, Idris Elba, Mark Strong, Tom Hardy
Verleih Warner Bros.

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik