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Let's Make MONEY

Let's Make MONEY

Dokumentation. Österreich 2008.

Regie: Erwin Wagenhofer

Was passiert eigentlich mit meinem Geld, sobald ich es mittels Bankkonto in den internationalen Geldkreislauf einspeise? Erwin Wagenhofer (We Feed the World) schaut hinter die glänzende Fassade des globalisierten Kapitalmarktes, von dem die einen profitieren und andere weniger ...

Filmstart: 31. Oktober 2008

Wer erinnert sich nicht an Pinocchios bittere Enttäuschung, als ihn Fuchs und Kater wiedereinmal ausgetrickst hatten und er feststellen musste, dass auch dann keine Geldbäume wachsen, wenn man Goldstücke vergräbt und fest an ihre wundersame Vermehrung glaubt. Aber Pinocchio war eben ein naiver Holzkopf, allzeit bereit, einer verlockenden Versuchung nachzugeben. Aber auch außerhalb der Märchenwelt scheint es nicht immer ganz so vernünftig zuzugehen, wie man es sich wünschen würde. Wie lässt sich sonst erklären, dass Menschen bereitwillig dem Lockruf der Finanzdienstleister folgen: "Lassen Sie ihr Geld arbeiten!". Doch Geld kann nicht arbeiten. Das können nur Menschen, Tiere oder Maschinen. Und genau da beginnt des Dilemma des globalisierten Kapitalmarktes: Geld stinkt nicht. Und Zinserträgen, erwirtschaftet von hochbezahlten Fondsmanagern, sieht man nicht an, ob sie auf - vorsichtig ausgedrückt - unethische Art und Weise zustandegekommen sind. Erwin Wagenhofer richtet seine Kamera auf die Menschen, mit deren Arbeitskraft Investoren und Spekulanten das große Geld verdienen: Baumwoll-Bauern in Burkina Faso, die trotz ihres qualitativ hervorragenden Rohstoffes mit mickrigen Weltmarktpreisen abgespeist werden, weil die USA zwar den freien Markt predigen, ihre eigenen Produzenten aber kräftig subventionieren. Und er zeigt in drastischen Bildern die Folgen der Milchmädchenrechnung, dass sich Geld am besten dort vermehren lässt, wo die Löhne niedrig, die Rahmenbedingungen steuerschonend und Umweltauflagen und Arbeitsrecht Fremdwörter sind: Die sogenannten Wachstumsmärkte in der Dritten Welt, mit hoch verschuldeten und dadurch erpressbar gewordenen Regierungen, bezahlen ihre Abhängigkeit von diesem grenzenlos gierigen System unter anderem mit dem erzwungenen Ausverkauf ihrer Grundversorgung. Doch auch Europa ist betroffen: An den Küsten Spaniens gedeihen die Immobilienspekulationen mindestens so gut wie die Glashaus-Erdbeeren.

Wie schon bei seinem Lebensmittel-Thriller We Feed the World vertraut Erwin Wagenhofer auch diesmal auf die Kraft von eindringlichen Bildern. Er lässt die mächtigen Vertreter der Finanzindustrie ebenso zu Wort kommen, wie jene, die im Dienste von Performance, Rendite und Gewinnmaximierung ausgebeutet werden. Und wir, die wir das Geld für dieses internationale Spiel der Kapitalmärkte zur Verfügung stellen, müssen uns fragen, warum wir als Anleger nicht halb so wählerisch sind wie als Konsumenten von Bio-Bananen und Fair-Trade-Schokolade.

Text:  Dina Maestrelli

Credits

Titel Let's Make MONEY
Originaltitel Let's Make MONEY
Genre Dokumentation
Land, Jahr Österreich, 2008
Regie Erwin Wagenhofer
Drehbuch Erwin Wagenhofer
Kamera Erwin Wagenhofer
Schnitt Erwin Wagenhofer
Musik Helmut Neugebauer
Produktion Helmut Grasser
Verleih Filmladen

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

lehrreich

Der Film hat viele Probleme aufgezeigt die man vielleicht wusste, aber wenn man sie so aufgezeigt bekommt doch sehr erschreckend sind. Besonders weil die westliche Bevölkerung (also wir) daran schuld sind. Der Film selbst war oft etwas zusammenhangslos, weil er oft von einem zum anderen Ort sprang, ohne direkte Erklärung. z.B. die Erklärung mit der Wiener Bim hätte vielleicht besser hinein gepasst wenn man sie nicht einfach nur so erwähnt, sondern in Verbindung mit einem der anderen Probleme gezeigt hätte. Es war oft etwas durcheinander.
Trotzdem fand ich den Film gut und hoffe das ihn sich jeder ansehen wird um sich klar zu werden das WIR genauso zum Leid beitragen und nicht nur die Amis die Bösen sind.

14. November 2008
14:44 Uhr

von Knolli6

schlecht aufbereitet

Interessante Informationen, aber unglaublich schlecht aufbereitet!
Schon zu Beginn begeht der Regisseur den schweren Fehler und gibt der westlichen Gesellschaft, die Entwicklungsländer und Schwellenländer wirtschaftlich ausnutzt das Gesicht von Mirko Kovats, der über sein "Weltbild" spricht, welches unserem im Allgemeinen entspricht. Jedoch bekommt das Publikum so eher das Gefühl, dass Herr Kovats als Person ein Arschloch ist und nicht unsere ganze Gesellschaft. Weiters werden Szenen aus verschiedensten Teilen der Erde etwas bis komplett zusammenhanglos zusammengeschnitten, verschiedene Teile unnötig betitelt und es wird für Laien keinerlei verständliche Erklärung für die grundliegenden Vorgänge am Weltmarkt geboten. Insofern wirkt der Film für viele sicher unverständlich und langweilig.
Für Männer/Frauen vom Fach wird er zwar verständlich aber sicher teilweise zusammenhanglos, überzeichnet, aber auch unterhaltsam sein (Interview mit pensioniertem "hohen Tier" in der Weltbank... =D köstlich...)
Auch wird auf "Lösungsvorschläge" verzichtet und so verlässt der/die ZuseherIn das Kino eher unberührt in Bezug auf Änderung seiner/ihrer Lebensweise.
Ausbaufähig.

26. Dezember 2008
20:22 Uhr

von Eirahmaffe

Sehr interessante Sicht auf die Macht des Geldes...

Sehr interessante Doku über dass GELD-machen mancher mehr oder minder Bekannter Geschäftsleute rund um den Globus. Man kann zumindest die Mechanismen wer am Drücker sitzt bzw. warum die Reichen immer wohlhabender werden und die Armen nicht aus ihren Verhältnissen kommen.

Das eingespielte Wirtschaftsspiel Derjenigen die an den Hebeln der Macht sitzen funktioniert - auch selbst in den sogenannten Kriesenzeiten - noch immer sehr gut.

Kein extremer Tiefgang in der Berichtserstattung, trotzdem ein sehenswerte Doku.

17. April 2009
19:29 Uhr

von kino4me

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