Michis Traum: Filme machen! Doch die Realität besteht aus nervigen Eltern, schmierigen Produzenten und schauspielerisch einseitigen Pornostars … Unverschämt ausgelassene Indie-Produktion aus Österreich!
Junge Kreative haben's hierzulande oft nicht leicht. Michael Feldhofer (gespielt vom jungen Nachwuchstalent Patrick Jahns) ist hochbegabter Filmemacher – nur leider ist er der einzige, der das bisher bemerkt hat. Seine hochfliegenden Ambitionen stoßen schon am Frühstückstisch des elterlichen Bauernhofs auf blankes Unverständnis, um dann an der harten Realität der nüchternen Welt da draußen zu zerschellen: Sein bester Freund hat für Michis Drehbuch-Entwurf „Die Nachtigall und die Rose“ nur das F-Wort übrig – sicher, der Typ hat das Tourette-Syndrom, aber trotzdem ist das entmutigend. Schließlich gehts in Michis Skript gar nicht um Sex, sondern um wahre Liebe. Die süße Blumenhändlerin Laura (Verena Leitner) war die Inspiration dafür. Doch auch die hat für Michi nur ein mitleidiges Lächeln übrig.
Da taucht plötzlich Michis alter Schulfreund Bobby Lugano (Philipp Stix) auf der Bildfläche auf. Der war schon immer großspurig drauf, mittlerweile ist er zum waschechten Porno-Produzenten herangewachsen – komplett mit Sportwagen, Schmalzlocken und einem drallen Babe in jedem Arm. Und der präsentiert sich nun als Retter in der künstlerischen Not: Er erklärt sich bereit, Michis Drehbuch zu produzieren. Geschafft! Von Michael Feldhofer zu Federico Fellini ist es gar nicht mehr so weit.
Doch zum Filmemachen gehört so viel mehr als ein Drehbuch und 1000 Träume. Zum Beispiel ein Produzent, der überall mitreden will. Von Bobby kommt das Geld, also schafft er an: Auf Wiedersehen, ambitioniertes Liebesdrama („So eine Kunstkacke braucht doch kein Mensch!“) – hallo handfester Pornofilm, in dem es in jeder Szene richtig zur Sache geht. Dafür sorgen schon die – von Bobby handverlesenen – Hauptdarsteller Monika Sweetheart, Diana Doll und Mick Blue (die sich hier quasi selber spielen). Und auch wenn die bei den Dialogen etwas schwächeln mögen – die Sprache der glühenden Körper sprechen sie perfekt. Und Bobby ist auch schon ein passender neuer Titel für das Meisterwerk eingefallen: „Die Nachtigall und die Riesentitte“. Hört sich doch gleich viel besser an.
Sicher, beim renommierten Filmfestival „Vaginale“ holt sich Michi eine eiskalte Abfuhr. Die gestrenge Festivalleiterin (Verena Buratti) erklärt ihm knapp, sein Film entspreche nicht den Qualitätsanforderungen einer Veranstaltung von Format. Dafür wird der actionreiche Streifen unversehens zum Underground-Kultfilm – an allen möglichen seltsamen Orten wird Michi darauf angesprochen, und sogar Michis Schwarm Laura outet sich als heimlichers Nachtigall & Riesentitte-Fan! Eigentlich ein schöner Anlass, die Beziehung etwas zu vertiefen – wenn da nicht Michis hartnäckiges Kusstrauma wäre …
Viel Sex, viel Schmäh, in jeder Hinsicht engagierte Darsteller und überhaupt keinen Respekt von Anstand und Niveau: Mit seiner mit viel Liebe und Energie unabhängig produzierten Mini-Budget-Komödie hat der steirische Filmemacher David Unger dem abgeschlafften Genre der Sex-Klamotte eine kräftige Dosis Viagra verpasst.
Text: Gini Brenner
Filminfo & Credits |
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| Titel | Schlimmer geht's nimmer |
| Originaltitel | Schlimmer geht's nimmer |
| Genre | Erotik/Komödie/Liebeskomödie |
| Land, Jahr | Österreich, 2008 |
| Länge | 82 Minuten |
| Regie | David Unger |
| Drehbuch | David Unger |
| Kamera | Manuel Wenger |
| Schnitt | Jürgen Ludwig |
| Musik | Rupert Metnitzer |
| Produktion | David Unger |
| Darsteller | Michael Feldhofer, Philipp Stix, Diana Doll, Verena Leitner, Verena Buratti, Monika Sweetheart, Mick Blue |
Bewertung |
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| Humor | |
| Action | |
| Spannung | |
| Anspruch | |
| Romantik | |
| Erotik | |