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Mein halbes Leben

Mein halbes Leben

Dokumentation. Österreich 2008. 93 Minuten.

Regie: Marko Doringer

Traue keinem über 30. Schon gar nicht dir selber. Mit seinem großartig lakonischen Porträt von vier Thirtysomethings trifft Marko Doringer exakt den Nerv einer ganzen Generation: Ein Film, den man einfach lieben muss.

Filmstart: 1. Jänner 2009

Wenn man z. B. 15 ist, scheint einem der 30. Geburtstag entsetzlich weit weg – die Grenze zwischen alt und uralt, kurz vor dem Tod. Irgendwann ist er dann einfach da, der 30er, und das Leben geht ganz normal weiter. Und doch irgendwie anders. Daran ist die Evolution schuld. Noch nie wurden die Menschen so früh geschlechtsreif wie jetzt, und noch nie war die Lebenserwartung derart hoch – und in keiner Generation zuvor ist die Übergangsphase zwischen Jugend und Erwachsensein so lang, so undefiniert wie in der Generation der 30er des 3. Jahrtausends. Filmemacher Marko Doringer hat diese ganz spezielle Grauzone des Lebens als Anlass für seinen ersten abendfüllenden Kinofilm genommen – eine hinreißende Doku, in der er sich selbst und drei seiner besten Freunde porträtiert.

Er selber, der Studienabbrecher, der seinen eigenen, künstlerischen Weg gehen möchte und doch ständig Schwierigkeiten damit hat, dass er die Erwartung seiner Umgebung nicht erfüllt. „Du kannst die Kamera ja immer noch für Urlaubsvideos verwenden und dein Studium beenden!“ meint sein Vater dazu.

Katha, 30, die sich als Modeschöpferin selbständig gemacht hat und sich voll Begeisterung, aus ihrem Traum einen richtigen Beruf gebastelt zu haben, ständig selbst ausbeutet. Irgendwann will sie vielleicht ein Kind – theoretisch. Dass ihr dafür praktisch nur mehr eine immer überschaubarere Zeitspanne bleibt, ist für sie als Kontrollfreak ein echtes Problem.

Martin, 32, war früher Markos WG-Kollege und ist nun Angestellter bei einem Verlag mit 15 sicheren Monatsgehältern im Jahr. Und wenig kreativer Freiheit: Martin muss das tun, was sein Chef ihm anschafft. Er träumt davon, zu kündigen und vielleicht Schriftsteller zu werden – aber die Scheu vor dem Schritt in die Unsicherheit ist groß. Aber dass er, wie sich seine Eltern das wünschen, wieder zurück ins Elternhaus zieht, am besten mit Familie – nein, soweit soll es mit dem Sicherheitsbedürfnis nicht kommen.

Tom, 30, ist schließlich der auf den ersten Blick „erfolgreichste“ der vier: Früher war er Sänger einer Hardcore-Band, Fußball- und Tennisprofi, heute verdient er mit seinem Wirtschafts-Doppelstudium Megakohle als Top-Manager in Sofia. Aber die Karriere hat ihren Preis: Soziale Kontakte bleiben auf der Strecke.

Wenn man es heute mit 30 nicht geschafft hat, ist alles vorbei. Oder auch nicht: Vier Menschen, vier Lebensmodelle, die gemeinsam ein ebenso buntes wie homogenes Bild ergeben – und einen der lustigsten, bewegendsten und weisesten österreichischen Filme der letzten Jahre – und einer der groovigsten: Der tolle Soundtrack stammt von den Berliner Kultisten Les Hommes Sauvages.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Mein halbes Leben
Originaltitel Mein halbes Leben
Genre Dokumentation
Land, Jahr Österreich, 2008
Länge 93 Minuten
Regie Marko Doringer
Drehbuch Marko Doringer
Kamera Marko Doringer
Schnitt Marko Doringer, Martin Hoffmann
Musik Les Hommes Sauvages
Produktion Markus Glaser, Michael Kitzberger, Marko Doringer, Nikolaus Geyrhalter, Wolfgang Widerhofer
Verleih Polyfilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

1 Kommentar

forum zu mein halbes leben

ich bin der martin aus dem film und betreue ein forum auf:

www.meinhalbesleben.com

dort könnt ihr fragen, anregungen, kritiken, lob und beschwerden loswerden. freikarten gibt´s auch zu gewinnen.

der direkte link ins forum:

http://www.meinhalbesleben.com./cms/i...

3. Jänner 2009
17:09 Uhr

von chemaura

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