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Inception

Inception

Thriller. USA 2010. 142 Minuten.

Regie: Christopher Nolan
Mit: Ellen Page, Marion Cotillard, Joseph Gordon-Levitt, Cillian Murphy, Leonardo DiCaprio

Bewusstseinsveränderung auf Großleinwand: Leonardo DiCaprio dringt im neuen SciFi-Meilenstein von Batman-Regisseur Christopher Nolan in die Träume fremder Leute ein, um deren wertvollste Geheimnisse zu stehlen - bis er den Auftrag bekommt, eines zu implantieren.

Filmstart: 30. Juli 2010

 

Begeben wir uns in eine Welt, die über die Technologie verfügt, um in die Träume von Menschen einzudringen. Hier bewegt sich Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) gewandt wie kein anderer ständig auf Messers Schneide von einem mentalen Gewaltakt zum nächsten. Cobb ist ein meisterlicher Dieb, der beste unter jenen, die die gefährliche Kunst der "Extraktion“ beherrschen. Niemand versteht es besser, Wirtschaftsbosse und andere wichtige Leute zu entführen, mit Drogen vollzupumpen und an jene Maschinen anzuschließen, die den Betroffenen in eine extra für ihn kreierte Traumwelt schicken, zu der auch Cobb Zutritt hat und die es ihm erlaubt, aus dem Unterbewusstsein seiner Opfer deren wichtigste und einträglichste Informationen herauszuschürfen. In dieser abgründigen neuen Welt der Industrie- und Wirtschaftsspionage ist Cobb sozusagen der meistgefragte Extrahent, aber auch der meistgejagte, weil die Extraktion selbstverständlich ein Verbrechen ist. Und so ist Cobb nicht nur gefürchtet, wohlhabend und abgebrüht - er ist auch furchtbar einsam. Seine Frau hat er auf tragische Weise verloren, dann ist der Rest seines Lebens seiner zweifelhaften Karriere zum Opfer gefallen - Freunde, Heimat, Geborgenheit, Liebe, das alles hat Cobb verloren. Aber dann wird ihm eine Chance auf Wiedergutmachung geboten. Ein letzter Auftrag, nach dessen Erledigung Cobb sein Leben zurückerhalten würde. Allerdings muss er dafür das Unmögliche schaffen: die "Inzeption“, das Implantieren von Gedanken, Informationen, Ideen ins Unterbewusstsein eines Opfers. Niemand hat das bisher geschafft. Es gibt sogar ernste Zweifel daran, dass es überhaupt möglich ist. Aber freilich nimmt Cobb die Chance wahr und die Herausforderung an. Er engagiert ein Team, um einen maßgeschneiderten Traum für die Zielperson zu erzeugen, darunter die junge Ariadne (Ellen Page), die im Traum des Opfers eine zentrale Rolle spielen soll. Und prinzipiell läuft die Sache gut an, so experimentell und im Ausgang ungewiss sie auch sein mag. Das größte Problem ist ohnehin, dass es zunehmend schwierig wird, Schein und Wirklichkeit auseinander- und die Beine im Hier und Jetzt zu behahlten. Die ganze Traumwandlerei wird mit der Zeit nämlich eine existenzialistische Überlebensfrage in Sachen geistiger Gesundheit. Und dann tauchen noch dazu immer mehr Anzeichen auf die Präsenz eines Gegenspielers auf - eines Feindes, der Cobb und seinem Team immer einen Schritt voraus zu sein scheint …

Wenige Filme wagen es, die Welt der Träume zu ihrem Schauplatz zu machen. Es bedarf einfach einer weit herausragenden schöpferischen Fähigkeit, um die amorphe Verwirrtheit und Unbegreiflichkeit von Träumen fast auf Spielfilmlänge in überzeugenden Bildern auszudrücken. Douglas Trumball ist damit bei Project Brainstorm 1983 knapp durchgekommen, Dennis Quaid 1984 in Dreamscape glorreich gescheitert. Christopher Nolan, Mastermind von Filmen wie Memento, Batman Begins und The Dark Knight, muss längst nichts mehr beweisen, tut dies aber trotzdem mit jedem neuen Film auf noch nie gesehene Weise - und das gilt besonders für Inception, wo sein visionärer Geist offenbar völlig entfesselt agieren konnte. Mit Leonardo DiCaprio kann man auch nicht mehr falsch liegen, seit er erwachsen ist. Die restliche Liste der Darsteller steckt voller großer Namen, darunter Ellen Page, Cillian Murphy, Joseph Gordon-Levitt, Marion Cotillard, Ken Watanabe, Michael Caine, Tom Hardy und Tom Berenger - offenbar wollte hier jeder dabeisein. Und wie bei allen seinen Filmen arbeitet Nolan auch bei Inception wieder mit dem vielbeschäftigten US-Kameramann Wally Pfister zusammen, der Nolans Gesamtwerk von Anfang an begleitet hat. Die Musik stammt von Legende Hans Zimmer. Und wie immer hat Nolans Bruder Jonathan das Drehbuch mitverfasst, und seine Frau Emma Thomas, mit der Nolan drei Kinder hat, fungierte als Produzentin.

Text:  Klaus Hübner

SKIP-Tipp

Dreams are my reality. Christopher Nolan, der uns schon mal rückwärts durch einen Krimi geschickt hat (Memento) und dem wir die zwei besten Batman-Filme ever verdanken (Batman Begins, The Dark Knight), betritt die Welt der Träume. Dort, wo nichts unmöglich ist, kann seine Fantasie ungehindert Purzelbäume schlagen - und sie tut das ausgiebig, spannend und visuell berauschend. Inception - ein Kinotrip, der süchtig macht.

SKIP-Tipp von Dina Maestrelli

Credits

Titel Inception
Originaltitel Inception
Genre Thriller
Land, Jahr USA, 2010
Länge 142 Minuten
Regie Christopher Nolan
Drehbuch Christopher Nolan
Kamera Wally Pfister
Schnitt Lee Smith
Musik Hans Zimmer
Produktion Emma Thomas, Christopher Nolan
Darsteller Ellen Page, Marion Cotillard, Joseph Gordon-Levitt, Cillian Murphy, Leonardo DiCaprio, Tom Berenger, Lukas Haas, Pete Postlethwaite, Dileep Rao, Ken Watanabe, Michael Caine, Tom Hardy
Verleih Warner

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

6 Kommentare

Spannendster Film überhaupt!

Einer (wenn nicht DER) der spannendsten Filme, die ich je gesehen habe! Absolut sehenswert und Leonardo Di Caprio in seiner besten Rolle !!

30. Juli 2010
08:43 Uhr

von _Stellina

Kann mir bitte jemand den Film ...

ERKLÄREN!! bin lost in limbo, irgendwo zw. kicks und 2. und 3. traum-layer bin ich ausgestiegen. vielleicht träume ich ja auch noch - muss mir schnell einen kreisel besorgen ... Trotzdem: Der Film ist faszinierend, die Darsteller sind großartig, Kamera, Setting sogar die Musik (obwohl von Langeweiler Hans Zimmer) - alles hervorragend. Mehrfach anschaun ist jedenfalls Pflicht und macht Spaß.

30. Juli 2010
14:41 Uhr

von Haubenkoch

Absolut sehenswert

Den Film in seinen Feinheiten zu verstehen, ist zwar nicht ganz einfach, denn wer beschäftigt sich schon wirklich mit den Traumwelten. Es ist phasenweise schwer, den technischen Erklärungen von Incepitons, Traumweltarchitektur und den verschiedenen Levels zu folgen - der Film lässt trotzdem keine Sekunde Langeweile zu und bleibt bis zum Schluss spannend. Schauspieler auf höchsten Niveau, die filmische Umsetzung der Sets - einfach genial und Christopher Nolan hat hier ein Meisterstück abgeliefert, dass uns gekonnt in eine unbekannt Welt entführt. Bravo!

2. August 2010
11:00 Uhr

von Mantahunter

genial von a-z

ich versuche die genialität des filmes gar nicht in worte zu fassen. anschauen ist pflicht.

3. August 2010
09:16 Uhr

von stgm

Blockbuster mit Niveau

Da lohnt sich der Kinobesuch! Für jeden was dabei, Action, Spannung, Science Fiction, Suspense, eine intelligente Story, gute Schauspieler, und Leo und Marion schaffen es sogar ein bisschen Romantik zu verbreiten. Alles in perfekter Regiearbeit umgesetzt und mit einem tollen score. Ein bombastischer fesselnder Blockbuster, der zum Nachdenken anregt, aber nie überfordert, man muss nicht alles im Detail verstehen um das Ganze zu begreifen. Leonardo spielt den grüblerischen Antihelden und dennoch Publikumsliebling wie immer sehr gut, obwohl er damit nichts Neues beweist. Seine Rolle erinnert mich stark an die in "Shutter Island", aber das ist ok, die war schließlich auch super!

9. August 2010
14:45 Uhr

von Cini

Meisterwerk

2 Mal im Kino gesehen und oft genug daheim - dieser Film ist immer wieder auf ein Neues ein gelungener Blockbuster!
Freilich ist es kein Film bei dem man zigtausend Dinge nebenbei machen sollte. Ein wenig Konzentration erfordert dieses Meisterwerk des großartigen Christopher Nolan auf alle Fälle.
Besetzung passt wie die Faust aufs Auge - Leonardo DiCaprio zeigt wieder mal, dass er weiß wie man den Zusehern ein schauspielerisches Spiel der besondern Art zeigt!
Hut ab also! Und wer den Film noch nie gesehen hat - Auf! Auf! In die nächste Videothek und ausborgen!

26. Juli 2012
19:07 Uhr

von babsaen

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