Kino macht wiedermal Träume wahr: Bock for President! Die Filmemacher Houchang und Tom-Dariusch Allahyari widmen der wunderbaren Ute Bock und ihrer Arbeit ein be- und aufrührendes Porträt.
Es wird kalt und kälter bei uns im Land, und das nicht nur im Freien, sondern vor allem in den Herzen. In der siebtreichsten Nation der Welt ist nämlich anscheinend längst nicht genug für alle da. Überall fallen große Worte über die Erhaltung christlicher Werte, doch alles, was damit gemeint ist, sind Holz- oder Metalldinger, die in Schulklassen an der Wand hängen oder eben nicht. Waswie, Nächstenliebe? Menschlichkeit? Gerechtigkeit? Was soll das denn bitte sein? Wenn Menschen um Hilfe bitten, weil sie nicht mehr weiter wissen, dann schauen die meisten weg. Oder erfinden komplizierte Gründe, damit sie mit ihrem Gewissen kein Problem haben, wenn sie lieber ein Packerl Zigaretten oder noch ein unnötiges Ding kaufen, als die Not eines Mitmenschen zu lindern. Und schreien nach einem "Bettelverbot", weil die hässlichen Armen vor den strahlenden Auslagen das Shopping-Erlebnis beeinträchtigen, und nach härteren Fremdengesetzen, weil ihnen alles, was sie nicht kennen, von vornherein Angst macht. Zum Glück gibts aber auch einige Wenige, denen die Gier und die Ignoranz noch nicht das Hirn vernebelt hat. Wie zum Beispiel Ute Bock, die sich seit Jahrzehnten für die Menschenrechte Benachteiligter stark macht, erst als Beamtin, dann als Privatperson, mit unglaublichem Einsatz. Geboren 1942 in Linz, arbeitete Frau Bock zunächst als Erzieherin und später als Leiterin eines Wiener Jugendheims. Im Laufe der Jahre wurde sie immer häufiger mit tragischen Schicksalen junger Migranten konfrontiert und gab in der von ihr geleiteten Anstalt mehreren afrikanische Asylwerbern Obdach - was ihr statt öffentlicher Anerkennung eine Anzeige wegen Bandenbildung und Drogenhandel einbrachte, die allerdings fallen gelassen wurde. Seit ihrer Pensionierung setzt Frau Bock ihre humanitäre Tätigkeit mit voller Kraft fort: Mit ihrem eigenem Geld und Spenden organisiert, finanziert und betreut Ute Bock private Wohngemeinschaften für Asylsuchende, kümmert sich gemeinsam mit Mitarbeitern und Freiwilligen um Behördenwege, Soforthilfe und die Einnahme und Verteilung von Geld- und Sachspenden. Und es werden immer mehr, die verzweifelt an die Tür ihres winzigen, vollgestopften Büros im 2. Wiener Gemeindebezirks klopfen. Flüchtlinge, die vom Staat einfach auf die Straße gesetzt wurden, schwer Traumatisierte, die keine Kraft mehr haben, alleine für ihre Menschenrechte zu kämpfen. Der iranisch-österreichische Filmemacher Houchang Allahyari hat nun gemeinsam mit seinem Sohn (und Ute Bocks Neffen) Tom-Dariusch ein lang geplantes Projekt verwirklicht: Das filmische Porträt einer einzigartigen Frau, die stets grantig-grundgütig das tut, was eigentlich die Aufgabe einer verantwortungsvollen Gesellschaft und damit deren demokratisch gewählter Regierung wäre, nämlich für alle Menschen da zu sein, und so für eine starke, funktionierende und gerechte Gemeinschaft zu sorgen.
Text: Gini Brenner
Filminfo & Credits |
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| Titel | Bock for President |
| Originaltitel | Bock for President |
| Genre | Dokumentation |
| Land, Jahr | Österreich, 2009 |
| Länge | 90 Minuten |
| Regie | Houchang Allahyari, Tom-Dariusch Allahyari |
| Drehbuch | Houchang Allahyari, Tom-Dariusch Allahyari |
| Kamera | Gabriel Krajanek, Peter Roehsler |
| Schnitt | Petra Allahyari, Michaela Müllner |
| Musik | Edith Lettner |
| Produktion | Houchang Allahyari |
| Verleih | Stadtkino |
Bewertung |
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| Humor | |
| Action | |
| Spannung | |
| Anspruch | |
| Romantik | |
| Erotik | |