Schnaps, Joints und Antidepressiva: Mehr Proviant braucht es nicht, wenn ein echter Norweger (Anders Baasmo Christiansen) offroad unterwegs ist. Ganz großes und sehr herbes Humorkino aus dem hohen Norden!
Schnee, Eis, Wind. Dunkelheit. Wieder Schnee und Wind. Und noch eine Ladung Eis. Wer im Winter in der verschneiten Einöde Norwegens allein in einer Hütte sitzt, einen Schilift betreuen muss und dabei nur einen Kanister mit Schnaps und ein paar Joints als Gesellschaft hat, wird dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit entweder trübsinnig oder zumindest sehr seltsam. Jomar Henrikson (Anders Baasmo Christiansen) jedenfalls hält es ganz schlecht aus in der Einsamkeit. Seit er nach einem Schiunfall seine Sportlerkarriere beenden musste, plagen ihn Depressionen, die er mit Tabletten, Alkohol und leichten Drogen im Zaum zu halten versucht. In der Psychiatrie will man ihn nicht mehr haben, also muss Jomar allein mit der Düsternis zurechtkommen. Dabei hat er wirklich ein schweres Los: Zum beruflichen Unglück gesellte sich noch das private, als seine Freundin Linnea damals mit seinem besten Freund Lasse durchbrannte. Seither ist alles trüb und leer, und nachts überfallen ihn die Panikattacken.
Eines stürmischen Abends aber kommt Lasse vorbei. Die beiden verprügeln sich erst einmal herzhaft, doch dann reden sie sogar miteinander - und Jomar erfährt fassungslos, dass er eigentlich Vater ist. Linnea lebt mit dem kleinen Sohn hoch im Norden, und jetzt soll Jomar sich um die beiden kümmern.
Das ändert die Lage nun doch. Als Lasse weg ist, beschließt Jomar erst einmal, in Ruhe eine Suppe zu kochen und nachzudenken. Dummerweise aber fackelt er dabei sein Liftwärterhäuschen ab: Im letzten Moment gelingt es ihm, den Schnaps, die Tabletten und das Marihuana vor dem Flammen zu retten. Nun kann er sich nicht mehr länger verstecken - also macht er sich auf nach Norden, mit dem Motorschlitten und seinem ganz speziellen Proviant.
Ein „anti-deppressives Off-Road-Movie" nennt Regisseur Rune Denstad Langlo seinen Film. Die Idee dazu kam ihm, als er selbst an einer heftigen Depression litt. „Ich kam damals an dem alten Skilift vorbei, mit dem ich schon als Junge gefahren bin, und dachte an all die seltsamen Typen, die dort immer gearbeitet hatten. Sie waren immer schlecht gelaunt, völlig fertig, und man konnte den Alkohol in ihrem Atem riechen." Dies war die Geburtsstunde von Jomar, dem selbst für norwegische Verhältnisse merkwürdigen Helden dieser Geschichte, der im Laufe des Films fast gesellig wird. Es bleibt ihm auch nichts anderes übrig, denn wer nach Tagen in gleißender Sonne schneeblind ist, braucht Hilfe. Auch als Jomar fast verhungert, sein Motorschlitten den Geist aufgibt und - das Schlimmste von allem - der Schnapsvorrat zur Neige geht, findet er Menschen in der Einöde, die ihm weiterhelfen. Doch dann, kurz vor seinem Ziel, gerät er plötzlich mitten in eine Militärübung. Und erst dort, Auge in Auge mit einem Panzerfahrer, verlässt ihn sein Überlebenswille ...
Text: Magdalena Miedl
Filminfo & Credits |
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| Titel | Nord |
| Originaltitel | Nord |
| Genre | Tragikomödie |
| Land, Jahr | Norwegen, 2009 |
| Länge | 78 Minuten |
| Regie | Rune Denstad Langlo |
| Drehbuch | Erlend Loe |
| Kamera | Philip Øgaard |
| Schnitt | Zaklina Stojcevska |
| Musik | Ola Ola Kvernberg |
| Produktion | Sigve Endresen, Brede Hovland |
| Darsteller | Anders Baasmo Christiansen, Kyrre Hellum, Marte Aunemo, Mads Sjøgård Pettersen, Astrid Solhaug, Even Vesterhus |
| Verleih | Polyfilm |
Bewertung |
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| Humor | |
| Action | |
| Spannung | |
| Anspruch | |
| Romantik | |
| Erotik | |