Ein Vater wird Zeuge der Ermordung seiner Tochter – und sticht bei seinen Ermittlungen in ein Wespennest aus Politintrigen, Wirtschaftsverschwörung, Konzern-Korruption, Erpressung und Mord: Mel Gibson und Ray Winstone gegen die Mächtigen des Planeten in einem Thriller von Martin Campbell (Casino Royale).
In langen Jahren aufrichtiger Polizeiarbeit hat sich der unbestechliche Mordkommissions-Veteran Thomas Craven (Mel Gibson) einen denkbar guten Ruf, aber nicht nur Freunde geschaffen. Im Gegenteil. Wenn der Dienst vorbei ist, sitzt der Witwer allein in seinem schmucken Häuschen und sieht sich alte Filme seiner geliebten Tochter Emma (Bojana Novakovic) an, die mittlerweile 24 ist und längst auf eigenen Beinen steht. Umso bedeutender ist an diesem Abend ein Anruf: Emma kündigt ihren Besuch an. Eine Chance für Craven, ihr zu zeigen, wie viel sie ihm bedeutet. Aber schon auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause fällt Craven auf, dass mit seiner Tochter etwas nicht stimmt – fast, als würde sie ihm etwas sehr wichtiges sagen wollen, könnte sich aber nicht dazu durchringen. Als sie sich plötzlich übergeben muss, ist Craven leicht alarmiert: Sollte Emma etwa schwanger sein? Nein, behauptet sie felsenfest. Dann muss sie sich zuhause nochmals übergeben, aber diesmal kriegt sie dazu auch noch Nasenbluten – und einen Schwächeanfall. Craven hat genug gesehen. Er wird seine Tohter sofort ins Krankenhaus bringen. Aber der Weg geht nur bis zur Haustür. Kaum ist sie offen, vernimmt Craven, wie ein Mann von der Straße aus seinen Namen ruft. Dann donnert ein Schuss. Und Emma bricht tödlich getroffen zusammen.
Ein Alptraum. Wie in Zeitlupe erlebt Craven die kommenden Tage. Er solle Urlaub nehmen, raten die Kollegen, schließlich habe die Kugel ihm gegolten und er können durch die persönliche Nähe zum Fall nicht mit den Ermittlungen betraut werden. Freilich besteht er darauf, den Fall zu übernehmen. Und dann, in einem Moment, als er den betäubenden Panzer der Verdrängung durchbricht, hat er eine Erkenntnis: Der Mörder war auf seine Tochter angesetzt. Nicht auf ihn. Craven verstreut Emmas Asche an jenem Ort am Strand, den sie am meisten geliebt hatte. Dann macht er sich an die Arbeit. Tatsächlich weiß er kaum etwas über Emmas Tätigkeit in der Nuklearindustrie. In ihren Sachen findet er eine geladene Pistole, die auf einen David Burnham (Shawn Roberts) zugelassen ist, offenbar Emmas Boyfriend. Als Craven diesen Burnham findet, gebärdet er sich wie ein gehetztes Tier, attackiert Craven mit einem Messer und muss erst überwältigt werden, um mit Informationen rauszurücken. Er gibt Craven ein paar Dinge von Emma, darunter den Schlüssel zu ihrer Wohnung. Dort wurde zwar bereits eingebrochen, aber der Polizist macht trotzdem einen höchst beunruhigenden Fund: einen Geigerzähler, der bei Emmas Kleidung einen extremen Ausschlag zeigt. Nun ist klar, wohin der nächste Weg führt: Zu Northmoor, dem Konzern, für den Emma tätig war. Dessen Boss, der charismatische Jack Bennett (Danny Huston), empfängt Craven freundlich und spricht ihm sein Mitleid aus. Aber Informationen kann er keine geben, alles streng geheim. Als Craven abends im Garten Emmas radioaktiv verseuchte Kleider verbrennt, steht plötzlich ein Unbekannter neben ihm: Darius Jedburgh (Ray Winstone), ein Mann, der dann auf den Plan tritt, wenn in irgendeiner unangenehmen Angelegenheit aufgeräumt werden muss. Aber er ist nicht hier, um Craven aus dem Weg zu räumen …
Was Regisseur Martin Campbell an Talent in Casino Royale gezeigt hat, führt er in diesem Hochspannungs-Polit-Thriller mit Öko-Hintergrund nahtlos fort – und seine Hauptdarsteller sind nicht weniger stark als Daniel Craig und Mads Mikkelsen. Übrigens: Mel Gibson ist wieder da – so lautet eine der Catchlines im Marketing des Films. Das stimmt auch: Acht Jahre lang war dieser Gigant unter den Australiern in Hollywood, der seit seiner Hauptrolle 1979 in Mad Max nie wieder in Vergessenheit geriet, nicht mehr in einer Kino-Hauptrolle zu sehen. Freilich hat der achtfache Vater in dieser Zeit nicht nur Kinder gemacht, sondern auch Filme – nämlich als Regisseur: Sowohl Die Passion Christi als auch Apocalypto entstanden in dieser Zeit. Dass er als Action-Star immer noch bestehen kann, daran lässt Auftrag Rache keinen Zweifel. Mel in Höchstform – in einem spannenden Hochglanz-Actionthriller mit einem guten Schuss Gesellschaftskritik.
Text: Klaus Hübner
Filminfo & Credits |
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| Titel | Auftrag Rache |
| Originaltitel | Edge of Darkness |
| Genre | Thriller |
| Land, Jahr | USA, 2010 |
| Länge | 114 Minuten |
| Regie | Martin Campbell |
| Drehbuch | William Monahan, Andrew Bowell |
| Kamera | Phil Meheux |
| Schnitt | Stuart Baird |
| Musik | Howard Shore |
| Produktion | Graham King, Tim Headington, Michael Wearing |
| Darsteller | Mel Gibson, Ray Winstone, Danny Huston, Bojana Novakovic, Shawn Roberts, Denis O'Hare, Jay O. Sanders, Damian Young |
| Verleih | Thimfilm |
Bewertung |
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| Humor | |
| Action | |
| Spannung | |
| Anspruch | |
| Romantik | |
| Erotik | |