Fighting Fernost. Als der 12-jährige Dre aus dem toughen Detroit ins ferne China übersiedeln muss, ist das für den coolen Homeboy der totale Kulturschock. Doch mit Hilfe des weisen Mr. Han lernt er, sich zu behaupten … Fight for the future: Furioses Remake des Kampfsport-Klassikers mit Will Smiths Sohn Jaden - der neben Martial-Arts-Legende Jackie Chan echtes Superstar-Talent beweist.
Detroit war einst die stolze Hauptstadt der US-Automobilproduktion. Genannt Motor-Town, kurz Motown, Namenspatin des weltberühmten Plattenlabels und pulsierendes Zentrum von Industrie und Kultur. Leider ist vom Wohlstand nicht viel übriggeblieben, die Autoindustrie ist längst in die sogenannten Schwellenländer abgewandert. Detroit ist heute geprägt von Armut und Arbeitslosigkeit - und manche Stadtgebiete gehören zu den gefährlichsten der USA. Dre Parker (Jaden Smith) hat gelernt, in diesem Großstadtdschungel oben zu bleiben. Der einzige Sohn seiner alleinerziehenden Mutter (Taraji P. Henson) ist einer der coolsten Jungs in seiner Schule, ein sehr cleverer, aufgeweckter Zwölfjähriger, der sich mit viel Schmäh super behaupten kann und neben einer großen, frechen Klappe auch noch eine gehörige Portion Charme mitbekommen hat.
Doch sein gesundes Selbstvertrauen wird nachhaltig erschüttert, als seine Mutter gezwungen ist, in einer anderen Stadt eine existenzsichernde Jobchance zu nützen. In einer ganz, ganz anderen Stadt am anderen Ende der Welt: Peking.
Nur widerwillig packt Dre seine Siebensachen, er will nicht weg aus seiner "Hood“. Aber irgendwann steht dann tatsächlich das Flughafentaxi vor der Tür und es gibt kein Zurück mehr - next Stop China! Hier in Peking ist alles anders. Das Essen, die Leute, die Häuser, die Sprache. In den USA war Dre an seiner Schule der Superchecker, hier ist er der Außenseiter – für alle auf den ersten Blick erkennbar. Neue Freunde zu finden, fällt ihm plötzlich gar nicht mehr leicht. Nur mit der süßen Mei Ying klappt die Verständigung von Anfang an gut. Bloß bekommt es Dre dafür gleich mal mit deren Bruder Cheng, dem Klassen-Rüpel, zu tun. Und gegen den helfen Dres Streetfight-Tricks kein bisschen, Cheng kann nämlich Kung-Fu. Ziemlich gut sogar. Auf jeden Fall gut genug, um Dres Ruf für ungefähr immer zu ruinieren - aus einer bitteren Kampfniederlage im Schulhof trägt er den spöttischen Spitznamen „Karate Kid“ und ein echt mieses Image davon.
Keine schönen Aussichten für die Zukunft. Doch dann findet Dre ausgerechnet im Besenkammerl seiner neuen Bleibe in Peking Hilfe: Der unauffällige, bescheidene Hausmeister Mr. Han (Jackie Chan) nimmt sich des Buben an. Mr. Han ist nämlich kein gewöhnlicher Hausmeister, sondern ein ehemals sehr berühmter Kung-Fu-Meister im Ruhestand. Und als der miterlebt, wie ungerecht Dre behandelt wird, entschließt er sich nach langen Widerständen, noch einmal einen Schüler auszubilden, und wird zu Dres Mentor.
Die erste Lektion für den Kung-Fu-Rookie ist auch gleich eine der schwierigsten: Sieger fallen nicht vom Himmel. Es gibt vor allem deshalb so wenige große Kung-Fu-Meister auf der Welt, weil diese uralte Kampfkunst so schwer zu meistern ist. Aber Dre ist keiner, der schnell aufgibt. Nicht einmal, als ihn Mr. Han zunächst einmal stunden- und tagelang nur üben lässt, seine Jacke an- und auszuziehen und sie aufzuhängen. Mit ungewöhnlichen Methoden und viel Geduld treibt ihn Mr. Han aber schließlich zu Höchstleistungen an, und Dre lernt nicht nur eine Menge über Kampfsport, sondern auch viel über das Leben an sich. Der Stärkere ist nicht immer der Bessere, erfährt er, und nicht jeder Sieg ist auch ein Gewinn - und so bereitet sich Dre, zuerst milde belächelt, dann immer mehr bewundert, auf das anstehende Kung-Fu-Turnier vor, in dem er erneut gegen Cheng antreten wird, und in dem es um so viel mehr geht als um eine bloße Auszeichnung.
Nachdem Filmemacher John G. Avildsen mit dem ersten Teil von Rocky schon einmal einen ikonischen Kämpfer erschaffen hatte, startete er gemeinsam mit Producer Jerry Weintraub mit Karate Kid 1984 einen weltweiten Martial-Arts-Boom, der drei weitere Karate-Kid-Filme und unzählige Trainingsstunden nach sich zog. Ein Vierteljahrhundert später war es für Weintraub höchste Zeit für Karate Kid, next Generation - und das im wahrsten Sinne des Wortes: Gemeinsam mit Regisseur Harald Zwart wurde die spannende Story cool modernisiert (und globalisiert) – und an der Seite von Kinolegende Jackie Chan kickt ein echtes Hollywood Kid. Superstar-Sohn Jaden Smith beweist nach seinem Auftritt neben Papa Will in Das Streben nach Glück erstmals in einer Solo-Hauptrolle, was er alles auf dem Kasten hat - und Daddy wird sich in Zukunft wohl warm anziehen müssen.
Text: Kurt Zechner
Filminfo & Credits |
|
|---|---|
| Titel | Karate Kid |
| Originaltitel | The Karate Kid |
| Genre | Action/Drama |
| Land, Jahr | USA, 2010 |
| Länge | 140 Minuten |
| Regie | Harald Zwart |
| Drehbuch | Robert Mark Kamen, Christopher Murphey |
| Kamera | Roger Pratt |
| Schnitt | Joel Negron |
| Musik | James Horner |
| Produktion | James Lassiter, Will Smith, Jada Pinkett Smith, Jerry Weintraub, Ken Stovitz |
| Darsteller | Jaden Smith, Jackie Chan, Taraji P. Henson, Han Wen Wen |
| Verleih | Sony Pictures |
Bewertung |
|
|---|---|
| Humor | |
| Action | |
| Spannung | |
| Anspruch | |
| Romantik | |
| Erotik | |