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Wie man leben soll

Wie man leben soll

Drama, Komödie, Literaturverfilmung, Satire. Österreich 2011. 100 Minuten.

Regie: David Schalko
Mit: Bibiana Zeller, Axel Ranisch, Robert Stadlober

Das Leben ist eine unheilbare Krankheit mit tödlichem Ausgang. Mittdreißiger und Voll-Loser Charlie lässt trotzdem keine Therapie aus ... Willkommen Österreich-Autor David Schalkos jenseitig geniale Verfilmung des Romans von Thomas Glavinic.

Filmstart: 7. Oktober 2011

Was soll man sich auch viel erwarten, wenn man mit dem Familiennamen Kolostrum in die Welt gedrückt wird? Karl, genannt Charlie (Axel Ranisch) hats wahrlich nicht einfach. Was mit seinem Vater war, hat man recht schnell vergessen, Charlies Mutter (großartig: Marion Mitterhammer) dagegen ist eine von denen, die man nie vergisst, obwohl man gerne würde. Der Rest der Verwandtschaft ist unwesentlich sympathischer, verfügt aber über respektable Mengen an Barschaft, weswegen der heranwachsende Charlie sie in der Freizeit frequentiert. Die einzige, bei der Charlie sowas wie Geborgenheit und Liebe findet, ist Großtante Ernestine (Bibiana Zeller), die ihren "Tscharlieee" verwöhnt, wie sie nur kann.
Was unter anderem dazu führt, dass der Charlie seit seiner frühesten Kindheit schwer übergewichtig ist, und damit erst das Gespött der Buben, und später nicht die erste Wahl der Mädels darstellt. Doch bald lernt Charlie eine weitere wichtige von vielen Lektionen, die das Leben für den aufmerksamen Underachiever bereit hält: Je mehr Demütigungen du während der Schulzeit erleben musstest, desto lustiger wird das Studium. Warum Charlie ausgerechnet Kunstgeschichte inskribiert, wird auch irgendeinen Grund haben - ach ja, die geilen Weiber, sagt zumindest der Studienberater (Michael Ostrowski). Charlie macht einen auf Künstler-Look mit schwarzen Klamotten, Hut und langem Mantel, und es geht wirklich was. Kaum zu glauben. Besonders in der linken Studentenvereinigung, wo gerade die hübschesten Frauen netterweise immer erst nach den inneren Werten suchen.
Und so lässt sich Charlie durch viele Betten treiben, durch viele lange Nächte, sinnfreie Tage, viele hochphilosophische Gespräche mit seinem besten Freund Mirko (Robert Stadlober), einen bizarren Ferialjob als Abo-Keiler in Deutschland und eine unanständige Affäre mit einem aufgeschlossenen Swinger-Ehepaar (Maria Hofstätter & Josef Hader, zum Schreien!), bis er schließlich als Taxifahrer im Mercedes-Geschwader eines Vorstadt-Despoten (Robert Palfrader) landet. Und dennoch nie sein ganz großes Ziel (ja, er hat eins!) aus den Augen verliert: Rocksänger werden.

Autor und Produzent David Schalko hat in der Comedy-Schiene des ORF-TV mit Formaten wie Die Sendung ohne Namen, Die 4 da, Willkommen Österreich oder Aufschneider quasi die Quadratur des Kreises geschafft und intellektuelle Pointen mit massiver Breitenwirkung verbunden. In seinem zweiten Kinofilm (2004 drehte er den Indie-Krimi Nitro), dem der gleichnamige Roman von Thomas Glavinic (Der Kameramörder, Lisa) zugrundeliegt, zeichnet er das Porträt der "Generation Naja" mit österreichischer All-Star-Besetzung: Lukas Resetarits, Oliver Baier, Emily Cox, Michael Niavarani, Manuel Rubey, Thomas Maurer u.v.m. ließen es sich auch nicht nehmen, bei diesem schrägen Kinotrip mit dabei zu sein.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Wie man leben soll
Originaltitel Wie man leben soll
Genre Drama/Komödie/Literaturverfilmung/Satire
Land, Jahr Österreich, 2011
Länge 100 Minuten
Regie David Schalko
Drehbuch David Schalko, Thomas Maurer nach dem Roman von Thomas Glavinic
Kamera Markus Kanter
Schnitt Roland Rathmair, Evi Romen
Musik Florian Horwath
Produktion Danny Krausz, Kurt Stocker
Darsteller Bibiana Zeller, Axel Ranisch, Robert Stadlober, Maria Hofstätter, Thomas Stipsits, Thomas Maurer, Manuel Rubey, Emily Cox, Michael Ostrowski, Katharina Straßer, Robert Palfrader, Marion Mitterhammer, David Schalko, Lukas Resetarits, Josef Hader, Oliver Baier
Verleih Lunafilm

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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