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The Social Network

The Social Network

Biografie, Drama. USA 2010. 120 Minuten.

Regie: David Fincher
Mit: Andrew Garfield, Jesse Eisenberg, Justin Timberlake

Facebook Revolution. Wenn Sie wie Millionen Menschen mehrmals täglich die Statusmeldungen ihrer Freunde checken, denken Sie sicher nicht daran, dass wir das alles einem pickeligen Studenten und seinem Liebeskummer zu verdanken haben. Meisterregisser David Fincher bringt nun die schmutzigen Details der Erfolgsgeschichte auf die Leinwand - mit Jesse Eisenberg, Andrew Garfield und Justin Timberlake. Like!

Filmstart: 8. Oktober 2010

Es ist noch gar nicht lange her, nur etwas mehr als ein halbes Jahrzehnt. Da gab es Facebook noch nicht - unvorstellbar!, dafür aber einen schmächtigen Harvard-Studenten mit Liebeskummer: Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg). Der hatte sich gerade von seiner nunmehrigen Ex Erica (Rooney Mara) eine ordentliche Abbürste geholt: "Du glaubst, dass die Mädels nicht auf dich stehen, weil du ein Nerd bist? Schwachsinn - sie mögen dich nicht, weil du ein Riesenarschloch bist!“
In der Tat, die soziale Intelligenz ist bei Mark eher verkümmert. Um so talentierter ist er mit allem, was irgendwie mit Computern zu tun hat: Gedemütigt und zornig setzt er sich an seinen Rechner, um es Erica und überhaupt allen Frauen heimzuzahlen. Auf seine Weise. In wenigen Stunden fieberhafter Arbeit hackt er sich in Harvards Uni-Datenbank und programmiert eine Website namens "Facesmash“, auf der man jede Studentin auf dem Campus mit einem eigenen Notensystem bewerten kann.
Sein bitterböser Streich trifft voll den Nerv der Community - innerhalb von zwei Stunden haben sich 80 % aller Studenten in Zuckerbergs Site eingeloggt und damit das ganze Computersystem mit Pauken und Trompeten zum Absturz gebracht. Zuckerberg kann den Rausschmiss aus der Nobel-Uni nur um ein Haar abwenden.
Aber weil die Idee gar so genial erfolgreich war, lässt sich Zuckerberg gemeinsam mit seinem besten Freund, dem mindestens ebenso nerdigen Mathe-Genie Eduardo Saverin (Andrew Garfield) einen weniger systembelastenden Relaunch einfallen: Eine interaktive Online-Variante des sogenannten "Face Book“, einer Broschüre mit Fotos und Kurzbios von Uni-Angehörigen, die an alle Erstsemestrigen zu Studienbeginn verteilt wird.
Und wieder wird die Idee zum Überraschungserfolg. Bald hängt nicht nur halb Harvard im Facebook, die unkomplizierte Kontaktbörse wird zum heißen Scheiß auf allen großen Unis der USA - innerhalb weniger Monate hat Marks und Eduardos Netzwerk schon hunderttausende Mitglieder. Und jetzt klopfen nicht nur die Mädels in Scharen an ihre Tür (HA!), sondern auch die Investoren. Sowie ein gewisser Sean Parker (Justin Timberlake): Der clevere Jungunternehmer, dem mit der Fileshare-Plattform Napster schon ein großer Wurf gelungen war, zeigt Zuckerberg und Saverin, wie sie mit Facebook wirklich Geld verdienen - und vor allem führt er ihnen vor, was sie alles damit machen können. Doch der neue Hyper-Lifestyle erzeugt Spannungen zwischen den Freunden, und als Mark dann auch noch immer unverhohlener versucht, den stillen Eduardo aus der jungen Firma zu drängen, fragt sich der schließlich, ob Erica damals nicht vielleicht recht hatte ...

"Du kannst keine 500 Millionen Freunde haben, ohne dir ein paar Feinde zu machen“ war die faszinierende Prämisse für David Finchers neuestem Film - in dem der Regie-Virtuose (Sieben, Fight Club, Der seltsame Fall des Benjamin Button) hinter der glänzenden Oberfläche eines einzigartigen globalen Phänomens die dunklen Flecken sucht und findet. Das Drehbuch, das auf Ben Mezrichs Tatsachenroman The Accidental Millionaires (dt. Titel: Milliardär per Zufall) basiert, stammt von Aaron Sorkin (Eine Frage der Ehre, TV-Serie The West Wing), die Musik von Trent Reznor - und der tolle Cast versammelt nicht nur arrivierte Jungtlente wie Justin Timberlake oder Jesse Eisenberg, sondern auch zwei ganz große Schauspiel-Start-ups: Andrew Garfield wird im nächsten Spider-Man-Abenteuer Tobey Maguires Superhelden-Rolle übernehmen; und Rooney Mara wurde von Fincher gleich für die umkämpfte Hauptrolle in seinem nächsten Projekt gecastet, der Hollywood-Neuverfilmung von Stieg Larssons Krimi-Bestseller Verblendung.

Text:  Gini Brenner

Credits

Titel The Social Network
Originaltitel The Social Network
Genre Biografie/Drama
Land, Jahr USA, 2010
Länge 120 Minuten
Regie David Fincher
Drehbuch Aaron Sorkin basierend auf dem Buch von Ben Mezrich
Kamera Jeff Cronenweth
Schnitt Kirk Baxter, Angus Wall
Musik Trent Reznor, Atticus Ross
Produktion Dana Brunetti, Ceán Chaffin, Michael De Luca, Scott Rudin, Aaron Sorkin, Kevin Spacey
Darsteller Andrew Garfield, Jesse Eisenberg, Justin Timberlake, Rashida Jones, Rooney Mara, Joseph Mazzello, Dakota Johnson
Verleih Sony

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

3 Kommentare

packend...

... wenn auch ohne große überraschungen. - dennoch: spitze produziert mit trent reznor/atticus ross soundtrack.

8. Oktober 2010
15:57 Uhr

von stgm

Durch und durch unterhaltsam...

Vorab: der Film ist in vielerlei Hinsicht ein Augenschmaus, er unterhält und baut eine gewisse Spannung auf...etwas, was ich mir von dem Facebook-Leinwand-Projekt nicht erwartet hätte!
Ich dachte, es würde viel trockener einheirgehen, so wie es oft bei "biographischen" Filmen ist. Da es sich hier aber nicht um eine "Biographie" oder "Retroperspektive" über Mark Zuckerberg handelt, sondern eher um die Entstehung seines größten Projekts, welches auch viele Skandale mit sich brachte, ist genug "spannendes" Material für eine tolle Erzählung da.
Finche und der Autor des Skriptes meinen, die Geschichte sei 100% authentisch, Zuckerberg meint es sie viel zu stilisiert und zu viel Party werde gezeigt.
Fakt ist: Die Geschichte an sich ist wahr. Jedoch muss-wie auch oft bei einem Michael Moore Film, nach dem Kinobesuch kritisch beleuchten, was nun aufgrund von Dramatisierungszwecken, überzeichnet wurde.
(Stichwort: Jessica Albright)

10. Oktober 2010
11:47 Uhr

von AmNa

Aber...

Da Zuckerberg noch lebt, war es natürlich schwieirg viele genaue Details (im Sinne von: Wen liebte er wann, welche Motivation verfolgte er genau: Coolnes oder das große Geld, etc..) aus erster Hand zu gewinnen-Zuckerberg wird wohl kaum ein Tagebuch neiderschreiben und es Fincher in die Hände geben: "da...Verfilme mein Lebenswerk und zeichen mich so genau als möglich"-das wird er kaum gesgat haben.
Aber vieles, unter anderme die Grundzüge von Zuckerbergs Persönlichkeit entsprechen den Resultaten von genauen Recherchen, und vorallem bekommt der 0815-Facebook-User etwas "Klarheit" über den Gründungsmythos!
Was man nach dem Film aber unbedingt machen sollte:
Jessica Albright und Armie Hammer/Cameron Winklevoss googlen ;)

10. Oktober 2010
11:48 Uhr

von AmNa

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