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Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 1

The Hunger Games: Mockingjay - Part 1

Action, Drama, Fantasy, Literaturverfilmung. USA 2014. 125 Minuten.

Regie: Francis Lawrence
Mit: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson

Anfang vom Ende. Katniss (Jennifer Lawrence) und Gale (Liam Hemsworth) kämpfen diesmal Seite an Seite gegen das übermächtige Kapitol, wo Peeta (Josh Hutcherson) in Psycho-Geiselhaft gehalten wird: epischer Auftakt zum zweiteiligen Finale der Hunger Games-Trilogie von Regisseur Francis Lawrence, mit Julianne Moore und Philipp Seymour Hoffman in seiner letzten Rolle.

Filmstart: 20. November 2014

Und aus. Es ist vorbei. Als Katniss (Jennifer Lawrence) aufwacht, existiert ihre Welt nicht mehr: Gerade noch hast sie in der Arena um ihr Überleben gekämpft. Sie war sicher, ihren Freund Peeta (Josh Hutcherson) verloren zu haben. Sie hat psychoaktives Gift abgekriegt, sie wurde niedergeschlagen, fast hätte sie ihr Leben gelassen. Und auch der heimatliche Distrikt 12 existiert nicht mehr, gnadenlos niedergebombt vom Kapitol.
Doch Katniss lebt. Und es grenzt an ein Wunder: Auch ihre Mutter, ihre kleine Schwester Prim und ihr bester Freund Gale (Liam Hemsworth) sind da. Unter seiner Führung haben ein paar Menschen aus Distrikt 12 die Zerstörung überlebt. Und sie wurden gerettet: Im Distrikt 13, wo vor 75 Jahren die Revolte gegen die Dekadenz des Kapitols brutal niedergeschlagen worden war, konnten sich die Rebellen damals in weitläufigen Betonbunkern verkriechen. Heute existiert dort eine ganze Stadt, bis an die Zähne bewaffnet, und hier sitzen Katniss und ihre Leute nun fest. Seit jenem Moment, in dem sie sich in der Arena gegen Präsident Snow (Donald Sutherland) gewandt hatte, ist auch in Distrikt 13 der Wille zur Revolution wieder aufgeflammt: Rebellenanführerin Alma Coin (Julianne Moore) hat längst begonnen, mit Plutarch Heavensbee (Philipp Seymour Hoffman) neue Umsturzpläne zu schmieden. Aus diesem Grund war es so wichtig, Katniss lebend aus der Arena zu retten: Nur sie, das Symbol der Revolution, der Spotttölpel (wie der titelgebende Vogel, der Mockingjay, in der deutschen Übersetzung heißt), trägt die Hoffnung der Menschen weiter. Und sie soll an vorderster Front für die Kameras der Rebellen posieren, um die Menschen in den Distrikten weiter anzuspornen.

Rosenkrieg. Für Katniss ist das alles zu viel Politik. Nach zwei Hungerspielen in der Arena ist sie schwer traumatisiert, sie hat nur noch die Schreie der Sterbenden im Kopf, sie will mit den Plänen von Alma Coin und ihrer Rebellenarmee nichts zu tun haben. Genug gekämpft, genug gestorben.
Immerhin darf sie Distrikt 12 besuchen, um mit eigenen Augen das Ausmaß der Verwüstung zu sehen. Doch dort, in ihrem alten Haus, das wie durch ein zynisches Schicksal verschont geblieben ist, findet sie eine einzelne weiße Rose von Präsident Snow, die sie mehr entsetzt als alle verkohlten Leichen. Sie versteht die Botschaft nur zu gut: Snow hält Peeta im Kapitol gefangen, er missbraucht ihn im Fernsehen zu Propagandazwecken. Und Katniss weiß, wozu Snow imstande ist: Er wird nicht eher ruhen, bis der Aufstand in den Distrikten gebrochen ist. Katniss wird niemals in Frieden leben. Also schlägt sie Alma einen Deal vor: Wenn Peeta im Falle eines Sieges nicht bestraft wird, und wenn sie Snow mit eigenen Händen töten kann - dann willigt sie ein, für die Kameras noch einmal zum Mockingjay zu werden ...

Friedensprojekt. Auf den ersten Blick widerspricht Die Tribute von Panem allem, was Blockbusterkino heute ausmacht: Die Filme sehen nicht aus wie ein Videospiel, die Stärke der Reihe liegt in den Figuren und nicht in CGI-Effekten. Autorin Suzanne Collins erzählt in ihren Büchern von einer Revolution, die ebenso chaotisch und dreckig abläuft wie in der realen Welt, wo Zivilisten, die nur im Frieden leben wollen, zwischen den Fronten zermalmt werden. Doch die Faszination Panem ist unwiderstehlich: Erneut unter der Regie von Francis Lawrence (Die Tribute von Panem - Catching Fire) ist Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 1 der düstere Auftakt zur finalen Schlacht im Kapitol, die dann nächstes Jahr ins Kino kommt; keine Coming-of-age-Story mehr, kein Abenteuerfilm, kein Selbstfindungstrip mit ein bisschen Liebesgeschichte, sondern ein komplexer Antikriegsfilm mit allem was dazugehört. Und ein gewaltiges Kinoereignis!

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 1
Originaltitel The Hunger Games: Mockingjay - Part 1
Genre Action/Drama/Fantasy/Literaturverfilmung
Land, Jahr USA, 2014
Länge 125 Minuten
Regie Francis Lawrence
Drehbuch Danny Strong, Peter Craig basierend auf der Romantrilogie von Suzanne Collins
Kamera Jo Willems
Schnitt Alan Edward Bell, Mark Yoshikawa
Musik James Newton Howard
Produktion Nina Jacobson, Jon Kilik
Darsteller Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright, Donald Sutherland, Willow Shields, Jena Malone, Sam Claflin, Natalie Dormer, Mahershala Ali, Robert Knepper, Elden Henson, Erika Bierman, Wes Chatham, Michelle Forbes
Verleih Constantin Film

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

5 Kommentare

Leider nur mittelmäßiger Anti-Kriegsfilm...

...der weder an den kongenialen Teil eins,noch an den fulminanten Teil zwei heranreicht. Schade drum, denn da wäre abseits von Pathos und gestellt wirkenden Szenen eigentlich weitaus mehr drinnen gewesen.
Auch die eigentlich ganz gut spielende J. Lawrence kann daran leider nichts mehr ändern...!
Fazit: Anschauen lohnt sich allemal,aber...eigentlich nix besonderes mehr. ( ...denn das ursprüngliche Flair ist weg...)
Prädikat: sehenswert,aber leider Mittelmaß. Schade !!!
3 Sterne

25. November 2014
13:46 Uhr

von filmkritik

Fans des Buches werden den Film zu schätzen wissen, ...

... für sich alleinstehend ist dieser Teil der Panem-Filme zweifellos der bisher uninteressanteste. Dass das Finale zweigeteilt wurde, ist da sicher auch mit Schuld - es passiert einfach zu wenig, um mitzureißen. Nur, wer das Buch gelesen hat, begreift vermutlich, wie der Film sich bemüht, dem Buch gerecht zu werden - und das bis zu einem gewissen Grad auch wirklich gut schafft. Aber ein Film muss halt auch als Film funktionieren, nicht nur als Bebilderung eines Romans - und das gelingt leider nicht ganz so gut.

1. Dezember 2014
16:20 Uhr

von Troublemaker

Fangirl!

JLaw ist erwartungsgemäß wieder großartig als Katniss - die Entscheidung, das Finale zweiteilig zu machen und uns ein Jahr aufs Ende warten zu lassen, kann ich aber nicht wirklich goutieren. Unbedingt die Bücher lesen!!

12. Dezember 2014
09:20 Uhr

von Haubenkoch

Toll gemacht

Hab ihn mir genauso im Buch vorgestellt. Bisschen langwieriger war er zwar, aber ansonst perfekt. Peters "Einwebung"wurde toll umgesetzt!

12. Dezember 2014
21:51 Uhr

von Piepmatz86

Viva la revolucion!

Meist ist die Verfilmung eines Buches zwangsläufig weniger kompakt und detailliert als die literarische Vorlage, was wiederum - vorallem für die Leserschaft - zu wenig zufriedenstellenden Leinwandergebnissen führt. Wenn aber der Vorlage selbst am Ende die Luft ausgeht, kann selbst eine Julianne Moore oder ein Philipp Seymour Hoffmann in einer ebenso luftleeren Verfilmung auch nichts mehr ausrichten. Die medien- und gesellschaftskritische Utopie ist auserzählt, was bleibt ist der unvermeidliche Clash von Gut und Böse. Eine dauerdepressive Jennifer Lawrence, die in ihren Rollen gerne overacted, flennt und schreit sich durch einen unvollständigen ersten Teil eines zähen Finales. Das Funktionieren eines Cliffhangers wird aus lauter Profitgier der Produzenten auch nicht mehr hinterfragt, und so lässt hinterlässt der plakative Revolutionsfilm ein schales Gefühl der Unfertigkeit und der Substanzlosigkeit.

21. April 2015
11:19 Uhr

von moviecheck

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