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Heidi

Heidi

Drama, Literaturverfilmung. Deutschland, Schweiz 2015. 105 Minuten.

Regie: Alain Gsponer
Mit: Anuk Steffen, Bruno Ganz, Quirin Agrippi

Deine Welt sind die Berge. Ausgeschimpft, rumgeschubst, weggeschickt – und trotzdem: Die kleine Heidi (Anuk Steffen) lässt sich ihr Leben nicht vermiesen.

Filmstart: 11. Dezember 2015

Das kleine Mädchen und der große Berg: Waisenkind Heidi (Anuk Steffen) wird von ihrer Tante zu ihrem raubeinigen Großvater (Bruno Ganz) auf die Alm gebracht, bringt dort mit ihrer unbändigen Lebensfreude noch die härtesten Herzen zum Schmelzen wie eine Toblerone in der Sommersonne, erfreut sich mit ihrem besten Freund und seinen Ziegen an frischer Luft und schöner Gegend – nur um dann von eben jener Tante in einen Nobelhaushalt nach Frankfurt verpflanzt zu werden, wo sie einem verzärtelten Bürgerstöchterl Gesellschaft leisten soll: Die melodramatische Geschichte um die kleine Heidi ist uns vor allem durch die herzige Anime-Serie aus dem Studio Ghibli ein Begriff.
Dabei sind die wunderschönen Kinderbücher der Schweizerin Johanna Spyri schon seit 135 Jahren ein Klassiker. Die neueste Verfilmung von Alain Gsponer hält sich sich eng an die Vorlage, mit Bruno Ganz als knorrig-unwirschem Alm-Öhi in einer Welt, die Bedürfnisse und Ängste der Kinder schlicht negiert. Die Botschaft mag heute zwar nicht mehr ganz so dringend sein wie damals, als Kindern zuzuhören und sie nicht als billige Arbeitskräfte auszunutzen noch als verwegen galt: Die neue Heidi aber ist ein wunderschön ausgestatteter, glaubwürdig inszenierter und überraschend kitschfreier Film für alle Generationen.

Text:  Magdalena Miedl

Credits

Titel Heidi
Originaltitel Heidi
Genre Drama/Literaturverfilmung
Land, Jahr Deutschland/Schweiz, 2015
Länge 105 Minuten
Regie Alain Gsponer
Drehbuch Petra Biondina Volpe nach den Romanen von Johanna Spyri
Kamera Matthias Fleischer
Schnitt Michael Schaerer
Musik Niki Reiser, Lukas Hobi
Produktion Reto Schaerli, Uli Putz, Jakob Claussen
Darsteller Anuk Steffen, Bruno Ganz, Quirin Agrippi, Katharina Schüttler, Peter Lohmeyer
Verleih Constantin Film

2 Kommentare

Wenige Dialoge ...

Wir - ein Erwachsene und drei Kinder (6-7 Jahren) waren letzte Woche bei der Premiere in Wien. Schon öfters habe ich davor die Vorschau gesehen, die vielversprechend war. Nur vom Film war ich dann doch enttäuscht. Bitte nicht falsch verstehen: Die Schauspieler gaben ihr beste und die Landschaftsaufnahmen warne wunderschön. Nur der Film "zieht sich" und das mit den meist viel zu kurze Dialoge und viel zu viele stummen (bzw. mit eingespielter Hintergrundsmelodie) Szenen. Für jüngere Kinder nicht wirklich geeignet; Heidi ist ja keine Almdokumentation. Vor allem kenne die Kinder Heidi aus div. Serien. Wir waren doch enttäuscht. Eine sehr wenige lustige Szenen haben die Kinder so bisschen zum Lächeln gebracht, aber für 105 Minuten leider zu wenig. Mehr Dialoge hätten Film nämlich perfekt gemacht. Denn Anuk als die neue Heidi hätte ihren Charme (sie spricht im Film auch Schweizer-Deutsch) mit mehr Dialge so richtige ausspielen können.

8. Dezember 2015
09:43 Uhr

von DaniEmily

Episch, emotional und dabei unheimlich realistisch

Ich habe schon einige Heidiverfilmungen gesehen, diese ist die Beste.

Bilder und Dialoge ergänzen sich perfekt, wie nur selten in ganz großen Meisterwerken. Auf Kitsch und Klamauk wird verzichtet, ohne jedoch die Geschichte zu verfälschen, im Gegenteil sie wird so wirklich erlebbar.

Bilder und schauspielerische Höchstleistungen ziehen einen von Anfang an in ihren Bann. Sie erzählen auf unvergleichliche Art die Geschichte von Heidi, die in ihrer Fröhlichkeit von klein auf immer wieder auf sehr harte Proben gestellt wird.

Meine einzige Kritik ist die Altersfreigabe FSK 0 Jahre bzw. JMK 6. Für diesen Film ist eine gewisse Reife – ca. 10 Jahre – nötig um dramatischen Konflikte der Handlung halbwegs richtig einordnen, verstehen und verarbeiten zu können. Auch für Erwachsene ist der Film durchaus noch anspruchsvoll, wenn es darum geht die Bildsprache mancher Szene zu entschlüsseln.

Meiner Meinung nach ein seltenes filmisches Juwel und reif für mehrere Oscars.

10. Jänner 2016
21:47 Uhr

von Fernwehstation

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