Filminfo zu

Der Spion und sein Bruder

Grimsby

Komödie. USA 2016. 82 Minuten.

Regie: Louis Leterrier
Mit: Rebel Wilson, Sacha Baron Cohen, Mark Strong

Der eine ist der beste Agent, den die Welt je gesehen hat. Der andere ist ein Unterschicht-Loser mit Bierbauch. Und es verbindet sie mehr, als man glaubt. Norman und Sebastian sind nämlich Brüder ... Großartig abgedrehte Action-Komödie mit Sacha Baron Cohen (Borat) und Mark Strong (Kingsman: The Secret Service).

Filmstart: 10. März 2016

Superspy. Er ist einer der besten Geheimagenten im Dienste ihrer Majestät. Nein, er ist DER beste: Sebastian Grimsby, Top-Scharfschütze, Nah- und Fernkampfexperte, Technikgenie und in allen Disziplinen des internationalen Spionagewesens bewandert. Ein Mann wie der Schlund eines wilden Grizzlybären: Sobald man ihn sieht, ist es zu spät. Kaum jemand kennt ihn, niemand kennt ihn richtig, aber jeder in der Welt der Geheimdienste weiß, wer er ist: Eine menschliche Superwaffe. Er ist tödlich effektiv, präzise und gnadenlos, unbedingt loyal zu seinen Auftraggebern und gibt auch unter den widrigsten Umständen nicht auf, bevor sein Auftrag erledigt ist. Auch seine derzeitige Mission ist wieder von heikler Natur: Ein Attentat während einer öffentlichen Veranstaltung mitten in London.

Peinlich genau, wie es seine Art ist, macht er sich an die Vorbereitungen. Legt an. Zielt. Und dann, gerade als er, unsichtbar in den Kulissen verborgen, endlich den tödlichen, alles entscheidenden Schuss abgeben will, packt ihn plötzlich jemand von hinten und macht ihn tatsächlich fast unschädlich. Vor Schreck. Denn vor Sebastian steht ein seltsamer, hässlicher Typ mit Monsterkoteletten, Bierwampe und Zahnfehlstellung. Und grinst ihn begeistert an: „Wie schön, ich hab dich gefunden!“

Blast from the Past. Sebastian kann und will es nicht glauben, aber schließlich muss er wohl: Der Typ, der ihn – wie er das gemacht hat, weiß auch keine Sau – hier oben aufgestöbert hat, ist niemand anderer als sein großer Bruder Norman, aka Nobby. Als Kinder wuchsen die beiden Waisenknaben in einem Kinderheim auf, bis sie durch Adoption getrennt wurden. Doch Norman, um ein paar Jahre älter, hat nie aufgehört, nach seinem kleinen Bruder zu suchen. Derweil sind allerdings satte 28 Jahre ins Land gegangen, und das Leben hat mit den beiden sehr unterschiedliche Dinge angestellt: Im Gegensatz zu Superspion Sebastian ist Norman nämlich weder erfolgreich noch elegant noch tödlich, sondern White-Trash-Sozialhilfeempfänger, gesegnet mit der übelsten Oasis-90s-Gedächtnis-Matte außerhalb Manchesters und gemeinsam mit seiner schwer übergewichtigen Tussi-Freundin (Rebel Wilson!) verantwortlich für neun nur zum kleinen Teil geplante Kinder – und ebenso herzlich überschwänglich wie noch herzlicher doof.
Na super. Wiedersehensfreude kann Sebastian irgendwie wenig empfinden, denn der hässliche Kerl hat ihm gerade seine Mission versaut. Oder auch nicht: Sebastian kommt drauf, dass der tölpelhafte Typ mit den unpackbar grottigen Sprüchen eben irrtümlich eine gefährliche Verschwörung unterbunden hat. Für die man nun Sebastian die Schuld in die frisch geputzten Maßschuhe schieben will. Und plötzlich findet sich der erfahrene Jäger selbst auf der Flucht wieder – mit einem einzigen Verbündeten: seinem dämlichen Bruder Nobby …                    

Doofer als Ali G, ignoranter als Borat und schlechter gestylt als Brüno, dafür aber mit dem Herz am rechten Fleck: Mit seiner neuesten Kreatur setzt der begnadete britische Komiker Sacha Baron Cohen (zuletzt Der Diktator) der Menschheit ein würdiges und überraschend warmherziges Denkmal. Und im charismatischen Glatzkopf Mark Strong fand er einen kongenialen Partner, der ja schon einiges an Action- und Agentenfilmerfahrung mitbringt (Kingsman, John Carter, Dame König As Spion). Das Besondere an Strong ist, dass er sich nicht, wie oft in Buddy-Komödien üblich, auf die Rolle des vernünftigen, humorlosen Partners reduzieren lässt, der vom Comedy-Star mit dessen Pointen überstrahlt wird, sondern dass er den Part als Elite-Agent durchaus ernst nimmt: Die Action-Szenen mit Sebastian Grimsby als menschlicher Killermaschine auf wilder Fahrt wären auch in einem seriösen Agenten-Movie bestens aufgehoben – spektakulärere Stunt-Power kriegen weder James Bond noch Jason Bourne so schnell gebacken. Insofern bietet Der Spion und sein Bruder zwei Filme zum Preis von einem, knallharte Spy-Action plus die herrlichsten, gerade noch erlaubten Häuslschmähs dieses Planeten – alleine das sind ja schon zwei gute Gründe, sich die Kinokarte zu checken!

Text:  Gini Brenner, Kurt Zechner

Credits

Titel Der Spion und sein Bruder
Originaltitel Grimsby
Genre Komödie
Land, Jahr USA, 2016
Länge 82 Minuten
Regie Louis Leterrier
Drehbuch Sacha Baron Cohen, Phil Johnston, Peter Baynham
Kamera Oliver Wood
Schnitt James Thomas, Jonathan Amos
Musik Erran Baron Cohen, David Buckley
Produktion Sacha Baron Cohen, Nira Park
Darsteller Rebel Wilson, Sacha Baron Cohen, Mark Strong, Isla Fisher, Penélope Cruz, Ian McShane, Gabourey Sidibe
Verleih Sony

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