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Passengers

Passengers

Science-Fiction. USA 2016.

Regie: Morten Tyldum
Mit: Jennifer Lawrence, Chris Pratt

Zwei Passagiere eines riesigen Kolonie-Raumschiffs erwachen Jahrzehnte zu früh aus dem Tiefschlaf – und sind zu zweit allein im Weltraum … Chris Pratt, Jennifer Lawrence und unglaubliche Special Effects in 3D im ersten großen SciFi-Event des neuen Jahres.

Filmstart: 5. Jänner 2017

Eine neue Hoffnung. Die Erde wird zu eng für die Menschen, das Zeitalter der interstellaren Kolonisation hat begonnen. Und es gibt tatsächlich einige Planeten da draußen, die für Menschen bewohnbar sind: Wie Homestead II zum Beispiel. Und dorthin ist nun das riesige Raumschiff Avalon unterwegs. An Bord: über 5000 Menschen, im künstlichen Tiefschlaf konserviert in Hightech-Schlafkapseln, denn der Weg zum neuen Heimatplaneten ist weit, die Reisedauer wurde auf 120 Jahre berechnet.

Fast forward. Das Schiff gleitet in absoluter Stille durch das All, der superintelligente Bordcomputer hat alles im Griff, die Reise verläuft ganz nach Plan. Doch nach 30 Jahren passiert etwas Unvorhergesehenes. Das System weckt zwei der Passagiere auf: Aurora (Jennifer Lawrence) ist Journalistin, die sich von der Reise Input für die Story ihres Lebens erwartet hat. Jim (Chris Pratt) ist Techniker, den die Aussicht auf ein besseres Leben dazu gebracht hat, sich für die Reise auf der Aurora anzumelden. Und beide stehen einander plötzlich gegenüber: Zwei Menschen, ganz alleine unter Tausenden im Tiefschlaf, die nun das ganze große Schiff und alle seine Möglichkeiten für sich haben. Und davon gibt es genug: Die Avalon ist überaus luxuriös ausgestattet, es sind genügend Vorräte vorhanden, die Unterhaltungsmöglichkeiten scheinbar endlos. Es gibt auch einen großzügigen Fitnessbereich, und in der bestens sortierten Bord-Bar serviert Roboter-Barkeeper Arthur (Michael Sheen, Masters of Sex) die besten Cocktails, die man sich nur vorstellen kann.

Funken fliegen. Was ebenfalls gegen die Langeweile hilft, ist, dass Aurora und Jim einander mehr als nur sympathisch finden. Und die gegenseitige Anziehung ist nicht nur ein „Sonst ist ja keiner da“-Inselphänomen – die beiden mögen sich wirklich, und nach kurzer Zeit sind sie ein Paar. Sie flirten, haben Spaß, reden stundenlang, lieben sich auf alle möglichen Arten … und haben eine Mission: Gemeinsam versuchen die beiden, der offensichtlichen Fehlfunktion, die ihr Erwachen ausgelöst hat, auf den Grund zu gehen, um Schlimmeres zu verhindern. Und das immer im Wissen, dass sie selbst den neuen Planeten ziemlich sicher nicht innerhalb ihrer Lebenszeit erreichen werden. In schicksalsbedingter Dauerzweisamkeit lernen die beiden sich selbst und vor allem die Avalon besser kennen, als es ihnen lieb ist – und entdecken schließlich, dass ihr Weckruf vielleicht doch kein Unfall war. Nun stehen sie vor einer existenziellen Entscheidung: Sollen sie sich zu zweit, so lange es geht, eine schöne Zeit machen – oder doch mit aufopferndem Einsatz versuchen, die Passagiere der Avalon zu retten?

Allein zu zweit: Zwei Schauspieler, die (fast) ganz alleine in einem riesigen Kino-Raumschiff quer durch das All unterwegs sind: Wie Jennifer Lawrence und Chris Pratt dieses XXL-Kammerspiel bis zum Schluss hochspannend halten, beweist ganz großes Schauspieltalent. Und Langeweile kommt, genau wie für die beiden intergalaktischen Liebenden, auch beim Publikum nicht auf: Immer, wenn man denkt, dass das Geheimnis der Avalon kurz vor der Aufklärung steht, steht wieder eine unerwartete Wendung im Raum – und das Rätsel geht weiter. Dazu arbeitet Passengers mit atemberaubenden Special Effects: Ganz großes Action-Kino geht auch mit ganz kleiner Besetzung, solange die Chemie stimmt. In Nebenrollen glänzen noch mehr große Namen: So sind auch Andy Garcia und Laurence Fishburne mit von der abgespaceten Partie. Fürs Cockpit hat sich Hollywood übrigens wieder einen Filmkünstler aus der alten Welt geholt: Den norwegische Regisseur Morten Tyldum hat sich bereits mit der Jo Nesbø-Verfilmung Headhunters und mit seinem oscarprämierten Thriller The Imitation Game mit Benedict Cumberbatch als Mathematikgenie Alan Turing einen Namen gemacht.

Text:  Gini Brenner, Kurt Zechner

Credits

Titel Passengers
Originaltitel Passengers
Genre Science-Fiction
Land, Jahr USA, 2016
Regie Morten Tyldum
Drehbuch Jon Spaihts, Jon Spaiths
Kamera Rodrigo Prieto
Schnitt Maryann Brandon, Maryann Brandon
Musik Thomas Newman
Produktion Lynwood Spinks, Neal H. Moritz, Michael Maher, Stephen Hamel
Darsteller Jennifer Lawrence, Chris Pratt, Michael Sheen, Andy Garcia, Laurence Fishburne, Jamie Soricelli, Kimberly Battista
Verleih Sony

1 Kommentar

Perfekte Mischung

Passengers hat alles - Humor, Drama, Action, etwas Thriller und etwas Romantik. Zu viel für zwei Stunden? Ne, ganz und gar nicht!
Der Film war durchgehend unterhaltsam, man konnte mitfiebern und bis zum Ende ist man sich nicht ganz sicher wie es weitergehen soll. Doch auch das Ende enttäuscht nicht - vielmehr zeigt es einem worauf es oft wirklich ankommt ... aber wir wollen ja nicht zu viel verraten ;)

Fazit: 5/5

21. Jänner 2017
15:26 Uhr

von Cornetto

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