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Sully

Sully

Action-Drama. USA 2016. 96 Minuten.

Regie: Clint Eastwood
Mit: Tom Hanks, Aaron Eckhart

Vor fast acht Jahren erlebte Chesley Sullenberger den schlimmsten Albtraum eines Piloten – und behielt die Nerven. Deswegen gibt’s statt einer schrecklichen Katastrophe nun ein packendes Kinoabenteuer: Vor der Kamera sitzt Tom Hanks am Steuer, hinter der Kamera der unverwüstliche Clint Eastwood.

Filmstart: 2. Dezember 2016

Fly with me. Der Traum vom Fliegen ist wohl so alt wie die Menschheit selber – genau wie die Angst vorm Absturz. Klar, runter kommt man immer, aber wenn etwas passiert, dann zumeist nicht lebendig. In einer schwierigen Situation die Nerven zu behalten ist wesentlicher Teil der Pilotenausbildung. Doch was Kapitän Chesley „Sully“ Sullenberger (im Film: Tom Hanks) nur wenige Minuten nach dem Start des vollbesetzten Airbus A320-214 in New York, LaGuardia, erlebte, darauf hatte ihn weder Training noch jahrzehntelange Erfahrung vorbereitet: Eine Formation Gänse kreuzt die Flugbahn des Linienflugzeugs, einige Tiere werden in die Triebwerke gezogen – die daraufhin beide ausfallen.

Worst Case. Ein fast manövrierunfähiges Riesenflugzeug im unaufhaltsamen Sinkflug über einer Millionenstadt … Nur durch die schnelle Reaktion und den richtigen Instinkt von Sully und seinem Kopiloten Jeffrey Skiles (Aaron Eckhart) konnte die fast unvermeidliche Katastrophe verhindert werden: Der erfahrene Pilot schaffte es, einen Crash zu verhindern und die Maschine, entgegen jeder Regel und vorgefertigter Emergency-Routine, auf dem Hudson River notzulanden. Sully wird von der ganzen Stadt, nein, der ganzen Welt gefeiert – und ahnt nicht, dass die wahre Prüfung erst bei der Aufarbeitung seiner souveränen, mutigen Großtat auf ihn wartet …

Heldentum ist ihm ein echtes Anliegen: Schon in seinen frühen Kinorollen war Clint Eastwood der raubeinige Überflieger. Auch in seinem zweiten Karriereweg, bei dem er sich mehr aufs Regieführen konzentrierte, waren fast immer Menschen zentral, die aus eigener Kraft über sich hinauswachsen und angesichts einer unerwarteten Herausforderung plötzlich Großes leisten. Als Vorlage für seinen neuesten Film wählte er sich eine ganz besonders spannende Heldengeschichte aus dem echten Leben: das „Wunder vom Hudson“. Die Notwasserung des US Airways-Flug 1549 war im Jänner 2009 eine der spektakulärsten und gleichzeitig schönsten Stories des jungen Jahres. Alle 155 Menschen an Bord, Passagiere wie Crewmitglieder, konnten aus dem untergehenden Wrack gerettet werden, es gab zwar einige Verletze, aber keinen einzigen Toten. Kapitän „Sully“ Sullenberger und sein Kopilot Jeffrey Skiles wurden gefeiert, und die ganze Crew zu Ehrenbürgern von New York City ernannt und mit der Master’s Medal ausgezeichnet, die nur ganz selten für Verdienste um die Luftfahrt verliehen wird. Aber all das geschah erst nach einer eingehenden Untersuchung, bei der Sullenbergers wagemutige Entscheidung quälend hart auf die Probe gestellt wurde: Hätte es nicht doch eine andere, bessere, viel sicherere Möglichkeit gegeben, auf das Unvorhergesehene zu reagieren? Hatte er wirklich alles richtig gemacht oder doch viel zu viel riskiert und nur mit viel Glück gewonnen?

Letzte Landung. Sullenberger ging 2010 nach 30 Dienstjahren in Pension, davor erschien noch seine Autobiografie Highest Duty: My Search for What Really Matters (dieses Jahr auch unter dem Titel Sully: Das Wunder vom Hudson auf Deutsch erschienen), die Clint Eastwood nun als Vorlage für seinen Film diente. „Was mich bei der Geschichte vor allem interessierte“, so der Altmeister, „war weniger das, was die Welt schon über das ,Wunder vom Hudson‘ wusste, sondern vielmehr, was sich rundherum und danach abgespielt hat. Er hat kühlen Kopf behalten und in einer schweren Krisensituation schnell und überlegen entschieden. Und musste dann miterleben, wie seine mutige Entscheidung, mit der er so viele Leben gerettet hat, gnadenlos in Frage gestellt wurde. Und dabei hat er erst wirklich bewiesen, aus welchem Holz er geschnitzt ist.“ Nämlich genau dem, aus dem die Eastwoodschen Helden nunmal gemacht sind.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Sully
Originaltitel Sully
Genre Action-Drama
Land, Jahr USA, 2016
Länge 96 Minuten
Regie Clint Eastwood
Drehbuch Todd Komarnicki, Chesley Sullenberger, Jeffrey Zaslow nach dem Buch Highest Duty von Chesley Sullenberger
Kamera Tom Stern
Schnitt Blu Murray
Musik Christian Jacob, Tierney Sutton Band
Produktion Clint Eastwood, Frank Marshall
Darsteller Tom Hanks, Aaron Eckhart, Laura Linney
Verleih Warner

1 Kommentar

Toller Film!

Gut gemachter, spannender Film mit tollen Schauspielern nach einem wahren Ereignis. Man fiebert jedesmal bei den Absturzszenarien mit, obwohl man weiß wie es ausgeht.

15. Dezember 2016
09:00 Uhr

von Thani

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