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Big Fish

Big Fish

Drama. USA 2003. 125 Minuten.

Regie: Tim Burton
Mit: Albert Finney, Ewan McGregor, Billy Crudup, Jessica Lange, Alison Lohman

Lieblingsregisseur Tim Burton schickt Ewan McGregor in eine mythische Zauberwelt, bewohnt von singenden siamesischen Zwillingen, einem richtigen Riesen und Danny DeVito als verspieltem Werwolf - und als Märchenonkel brilliert Albert Finney.

Filmstart: 8. April 2004

Jeder, der schon mal jemanden getroffen hat, der schon mal eine Angel in der Hand hatte, kennt das Phänomen: Um die kleinste Sardine ranken sich Geschichten groß wie der Ozean, die mühelos aus dem Zuchtteich gepflückte Forelle wird zum kapitalen Raubfisch, dem man nach stundenlangem Kampf aus reißenden Fluten gezogen hat. Doch niemand beherrscht die schwierige, komplexe Sprache Anglerlatein so virtuos wie Edward Bloom (Albert Finney).
Nichts macht er lieber, als Geschichten aus seinem bewegten Leben zu erzählen - und seine Stories sind so unglaublich und fantastisch, dass zehn Märchenbücher nicht reichen, sie alle aufzunehmen: Schon seit frühester Jugend war Edward (den jungen Ed spielt Ewan McGregor) etwas ganz Besonderes. Der wohl vielversprechendste Sohn seiner Heimatstadt Ashton, Alabama - stark, klug und mutig. Er war der einzige, der sich getraute, die schreckliche Hexe in den Sümpfen (gespielt von Tim Burtons Ehefrau Helena Bonham Carter) zu konfrontieren und nach dem Geheimnis ihres Glasauges zu fragen. Er war der einzige, der es gewagt hat, den gewaltigen, zerstörerischen Riesen Karl (dargestellt von Matthew McGrory, dem 2m-40-Mann mit den größten Füßen der Welt) aus seiner Höhle zu locken und zu seinem besten Freund zu machen.
Weiter geht Edwards aufregende Lebensgeschichte, als er schließlich merkt, dass er ein viel zu großer Fisch ist, um in seiner kleinen Heimatstadt wachsen zu können. Er geht gemeinsam mit Karl in die weite Welt hinaus. Zuerst landet er allerdings in der märchenhaften Stadt Spectre, ein wahres Paradies - viel zu schön, um hier noch weiter wachsen zu können. Sogar der geniale Dorfpoet (Steve Buscemi) findet hier vor lauter Glück und Zufriedenheit keine schönen Worte mehr.
Und dann kommt der Tag, an dem für Edward plötzlich die Zeit still steht: Er blickt in die schönen Augen von Sandra (Alison Lohman spielt sie als junges Mädchen, Jessica Lange als erwachsene Frau). Und um die Hand seiner Traumfrau zu erobern, unternimmt Edward alles, wirklich alles: Er verdingt sich jahrelang bei einem Wanderzirkus, geleitet von einem ausbeuterischen Werwolf (Danny DeVito), nur um ihren Namen zu erfahren - und legt schließlich seiner Angebeteten ein Meer aus Narzissen, ihren Lieblingsblumen, zu Füßen ...
Jeder liebt Edward Bloom und seine Geschichten, auch wenn keiner sie wirklich glaubt. Nur sein einziger Sohn Will Bloom (Billy Crudup) leidet unter dem Verhalten seines Vaters: Nur einmal möchte er die reine Wahrheit hören, in klaren kurzen Sätzen. Sogar bei Wills Hochzeit stahl ihm Edward die Show, als er das Wort ergriff - und das nächste, und das nächste ... Nicht einmal an Edwards Sterbebett ist es anders. Da beschließt Will, den fabulösen Erzählungen seines Vaters auf den Grund zu gehen, bevor es zu spät ist - und im kleinen Städtchen Spectre, Alabama, findet er Dinge, die Edward Blooms Berichte in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen.
Jeder Schnitt ein neues Wunder, und das bis zur letzten Filmminute. Tim Burton ist berühmt dafür, dass er mit lockerer Regiehand und perfekter Technik aus einem Füllhorn guter Ideen komplette Universen in den Köpfen seiner Zuschauer entstehen lassen kann. Mit Big Fish treibt er diese Meisterschaft auf die Spitze: Selten wird man als Zuschauer mit so viel Fantasie und Kraft in eine Geschichte hineingezogen, bis man glaubt, selber ein Teil der Erzählung zu sein.

Text:  Kurt Zechner

Credits

Titel Big Fish
Originaltitel Big Fish
Genre Drama
Land, Jahr USA, 2003
Länge 125 Minuten
Regie Tim Burton
Drehbuch John August nach dem gleichnamigen Roman von Daniel Wallace
Kamera Philippe Rousselot
Schnitt Chris Lebenzon
Musik Danny Elfman
Produktion Richard D. Zanuck, Bruce Cohen, Dan Jinks
Darsteller Albert Finney, Ewan McGregor, Billy Crudup, Jessica Lange, Alison Lohman, Danny DeVito, Matthew McGrory, Missi Pyle, Helena Bonham Carter, Steve Buscemi
Verleih Sony

Bewertung

Humor  
Action  
Spannung  
Anspruch  
Romantik  
Erotik  

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