Social Nerdwork

Interview mit Jesse Eisenberg zu The Social Network

Er ist zwar kein Facebook-Freund, aber er weiß, wie es ist, ein schräger Vogel zu sein: Der talentierte Jesse Eisenberg konnte sich auf die Rolle von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg perfekt vorbereiten - mit exklusiven Insider-Infos aus dem Unternehmen.

SKIP: Nutzt du selbst überhaupt Facebook?


Jesse Eisenberg: Naja, ich hab mir das schon angesehen: Zwei Wochen vor Drehbeginn hab ich mir einen Account angelegt, um zu sehen, wovon da alle so begeistert sind. Aber  mittlerweile werden Facebook-Interna sogar schon bei mir in der Familie diskutiert, weil mein Cousin seit kurzem dort arbeitet. Er hat den Job während unserer Dreharbeiten bekommen und arbeitet dort Seite an Seite mit Mark Zuckerberg. Und der sagt, dass Zuckerberg ein unheimlich netter Typ ist (lacht).

SKIP: Und wie nutzt du das Internet sonst?

Jesse Eisenberg: Naja, ich hab keine eigene Website oder so, aber viele Schauspielkollegen haben eigene Sites und bekommen auf diesem Wege sogar Jobs. Facebook und derlei Social Networks helfen dabei offenbar auch wirklich, aber das ist irgendwie nicht mein Ding. Ich mag Geografie, und es gibt da eine Website namens Sporcle, die haben geniale Geografie-Spiele, auf die steh ich total. Das ist es eben, was passiert, wenn man seine Jungfräulichkeit erst spät verliert: Man beginnt, sich für Sachen wie Geografie zu interessieren (lacht)!

SKIP: Das schwierige Verhältnis zum anderen Geschlecht scheint ja auch eines der Probleme deiner Filmfigur zu sein …

Jesse Eisenberg: Ja, soweit es unseren Film angeht, erzählen wir den Mythos der Facebook-Erfindung so: Mark Zuckerberg wird aufgrund seiner Arroganz von diesem Mädel verlassen, und daraufhin geht er in sein Studentenheimzimmer und erfindet dort eine Website, die bereits eine frühe Version von Facebook ist. Er tut das einerseits, um sie zu beeindrucken, und andererseits, um sich an ihr zu rächen. Überleg doch einmal – ich bin mir sicher, dass viele großartige Erfindungen in der Menschheitsgeschichte nur entstanden sind, um das andere Geschlecht zu beeindrucken! Die Romanze ist aber trotzdem nicht das Zentrum des Films, auch wenn sie sicherlich eine Inspiration für die Filmfigur Zuckerberg war, diese Site zu kreieren.

SKIP: Hast du je den echten Mark Zuckerberg je getroffen?

Jesse Eisenberg: Nein, aber durch meinen Cousin Eric habe ich einiges über ihn erfahren. Ich habe Eric auch das Drehbuch lesen lassen, und er fand das Script nicht nur toll, sondern identifizierte sich voll mit meiner Figur. Er hat mir einiges darüber erzählt, was Programmierer erleben, wenn sie in die Welt der Realwirtschaft geholt werden – wie sie da beschützen müssen, was sie erschaffen haben. Dieser Film erzählt davon, wie Zuckerberg in einem sehr jungen Alter vor große wirtschaftliche Entscheidungen gestellt wird und sich gegenüber einigen ziemlich einflussreichen Leuten behaupten muss und dabei einen guten Freund verliert. Das ist enorm schwer für diese jungen Computerkids, die so viel Zeit mit ihrer Arbeit verbringen – und dann kommen diese Risikokapitalanleger und wollen ein Geschäft machen.

SKIP: Und wenn man so jung ist, tut man sich ja noch schwerer mit der Interaktion mit anderen Leuten.

Jesse Eisenberg: Ja, das ist wohl auch ein Teil des Problems. In unserem Film geht es viel darum, wie ironisch es ist, dass da einer solche Probleme beim sozialen Umgang mit anderen Leuten hat, während er zugleich das größte Soziale Netzwerk-Tool in der Menschheitsgeschichte erschafft.

Interview: Magdalena Miedl / Juni 2010

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.