Spider-Man im Social Web

Interview mit Andrew Garfield zu The Social Network

Exakt vier Stunden bevor bekanntgegeben wurde, dass Andrew Garfield der neue Spider-Man ist, sprach der junge US-Mime in Cancun exklusiv mit SKIP - über seine Rolle als bester Freund und schlimmster Feind von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in David Finchers The Social Network.

SKIP: Du hast mit wunderbaren Regisseuren gearbeitet, wie Robert Redford in Von Löwen und Lämmern, Terry Gilliam in Das Kabinett des Dr. Parnassus, jetzt David Fincher - was bringst du Besonderes in deine Rollen ein?

Andrew Garfield: Ich bin echt der Falsche, das zu beantworten! Ich hab keine Ahnung, und ich warte quasi permanent darauf, dass jemand draufkommt, dass ich in Wirklichkeit gar nichts Besonderes zu bieten habe (lacht). Ich habe einfach riesiges Glück, dass ich mit einigen meiner allergrößten Regiehelden arbeiten durfte. Ich habe dabei so viel gelernt, von jedem einzelnen von ihnen! Ich versuche, mir nicht zu genau zu überlegen, warum und wie das alles ist, sondern einfach so präsent und offen zu sein wie möglich, und alles aufzusaugen.

SKIP: Und wie war es schließlich mit David Fincher?

Andrew Garfield: An sich hast du als Filmschauspieler ja wenig Autonomie, wenig Kontrolle darüber, wie deine Performance zurechtgeschnitten,geschweige denn was davon überhaupt verwendet wird. Das kann sehr frustrierend sein - allerdings nicht, wenn du einen Regisseur hast, dem du vertraust. Und ich muss sagen, während der Arbeit an diesem Film konnte ich abends gut einschlafen, weil ich ganz sicher war, dass wir bestens aufgehoben sind. David hat makellosen Geschmack, und er verwendet nur das, was wirklich funktioniert. Er ist da brutal, in einem sehr positiven Sinne.

SKIP: Wie Jesse Eisenberg und Justin Timberlake spielst auch du eine Person, die real existiert. Hat das die Sache schwieriger gemacht?

Andrew Garfield: Eduardo ist sicherlich die mysteriöseste der drei realen Hauptfiguren, die wir spielen, weil er tatsächlich komplett von der Bildfläche verschwunden ist seit dem Rechtsstreit, den er mit Mark Zuckerberg ausgefochten hat. Insofern hatte ich wohl mehr kreative Freiheit als Jesse und Justin, denn die Erwartungen sind noch größer, wenn man jemanden spielen muss der öffentlich bekannt ist, wie Zuckerberg oder auch Sean Parker. Ich muss sagen, ich war da ziemlich froh darüber!

SKIP: Hast du versucht, den echten Eduardo Saverin zu kontaktieren?

Andrew Garfield: Ich hab es versucht, ja. Aber ich habe keine Ahnung, wo er ist. Ich würde ihn wahnsinnig gerne treffen, auch nachdem er den Film gesehen hat, um mich beschimpfen zu lassen (lacht). Ich würde ihn wirklich sehr gerne kennenlernen, um all die Fehler zu sehen, die ich gemacht habe. Dadurch, dass ich ihn gespielt habe und diese Rolle genau studiert habe, fühle ich mich ihm seltsam nahe, obwohl wir uns nicht kennen und er mich womöglich für wahnsinnig halten würde. Ich hoffe sehr, dass er den Film nicht ganz schrecklich findet.

SKIP: Verwendest du selbst Facebook?

Andrew Garfield: Ich hab wohl das für mein Alter übliche Verhältnis zu Facebook: Ich liebe und ich hasse es, und es verbraucht viel zu viel meiner Energie und Zeit - jene Zeit, in der ich daran arbeiten sollte, ein besserer Mensch zu werden, anstatt ständig nachzuschauen was ich verpasst habe bei den Parties meiner Freunde in London (lacht).

Interview: Magdalena Miedl / Juni 2010

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