Neu im Kino

Interview mit Andrea Wenzl zu Die Vaterlosen

Andrea Wenzl, als Theaterschauspielerin und Tänzerin schon fast Veteranin, ist in Die Vaterlosen zum ersten Mal in einer größeren Leinwandrolle zu sehen - höchste Zeit, findet SKIP, und bat die 31-jährige Steirerin zum Exklusiv-Interview.

SKIP: Du bist seit über zehn Jahren erfolgreiche Theaterschauspielerin, hast ein Engagement am Grazer Schauspielhaus, spielst am Wiener Volkstheater und bist jetzt am Sprung auf deutsche Bühnen. Eigentlich erstaunlich, dass dies dein erster größerer Auftritt vor der Filmkamera ist.

Andrea Wenzl: (lacht) Ja, ich weiß auch nicht, woran das liegt. Ich hab ja nicht mal Fernsehen gemacht bisher.

SKIP: Warum?

Andrea Wenzl: Keine Ahnung, ich hab mich nie darum gekümmert. Und jetzt ist es genau so gekommen, wie ichs mir gewünscht hab - nämlich dass einfach mal wer gesagt hat: "Hey, komm doch mal zum Casting!“

SKIP: Was war für dich bei der Filmarbeit das Schwierigste im Vergleich zum Theater?

Andrea Wenzl: Das Nichtchronologische. Ich hatte ständig das Bedürfnis, alles wenigstens einmal als Ganzes durchzuspielen wie im Theater (lacht). Es ist eine ganz andere Art der Schauspielerei. Von dem her hab ich jetzt einfach einen zweiten Beruf (lacht). Im Mai drehe ich mit Florian Flicker meinen nächsten Film, darauf freue ich mich sehr.

SKIP: Wie sehr verfolgst du die Filmszene eigentlich als Konsumentin?

Andrea Wenzl: Ich liebe Kino! Ich hab mir immer alles angesehen. Aber als Mutter einer zweijährigen Tochter ist Zeit für mich so Luxus geworden, dass ich nicht mal halbwegs was auf DVD nachholen kann, leider. Am Abend habe ich ja immer Vorstellung, und wenn ich dann schon mal zu Hause sein kann, dann bringe ich lieber die Kleine ins Bett. Und schlaf dann gleich selber ein (lacht).

SKIP: In Die Vaterlosen spielst du ein erwachsenes Kommunenkind. Hast du selbst irgendwelche persönliche Erfahrungen mit der Materie?

Andrea Wenzl: Ich selbst nicht, ich habe nur WG-Kenntnisse - das aber dafür sehr intensiv (lacht). Aber mein Freund hat tatsächlich zwei Schwestern, die leben in einer Kommune in Frankreich namens Longo Mai. Von denen hab ich viel Input bekommen. Auch vor allem, wie es den Kindern dort geht.

SKIP: Hattest du nie die Idee, als Vorbereitung für den Film da vielleicht auch für eine Weile hinzuziehen?

Andrea Wenzl: Nein (lacht). Bei einem Thema, das mir ganz fern wäre, würde ich wohl auch auf solche Vorbereitungsmethoden zurückgreifen. Für einen Film wie Black Swan muss man Ballettunterricht nehmen, klar. Aber hier gehts ja vordringlich um Familie, da kann jeder Mensch ganz leicht mit eigenen Erfahrungen anknüpfen. Familie ist bei jedem irgendwie eine große Wunde. Da muss man in Wahrheit nur kurz antippen, und es tun sich die tiefsten Abgründe auf, da brauchts definitiv kein Method Acting (lacht).

Interview: Kurt Zechner / Februar 2011

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