Feuer und Flamme

Interview mit Charlize Theron zu Auf brennender Erde

Ihre Leidenschaft ist das Kino - und so schwebt Charlize Theron nicht nur als wunderschöne blonde Heroine über die Leinwände, sondern macht sich auch mal die Hände schmutzig. Manchmal sogar hinter der Kamera.

SKIP: Sie sind bei Auf brennender Erde nicht nur die Hauptdarstellerin, sondern auch Produzentin …

Charlize Theron: Ich habe schon einige meiner Filme auch als Produzentin begleitet, wie etwa Monster, und habe mich sehr gefreut, dass mir dieser Film nicht nur als Schauspielerin angeboten wurde. Ich produziere gerne, und ich habe eigentlich auch gar nicht das Gefühl, dass der Job der Produzentin so weit von dem der Schauspielerin entfernt ist. Es sind beides kreative Berufe, die das gleiche Ziel haben: Einen guten Film zu machen. Nur ist beim Produzieren ein bisschen mehr Business mit dabei, und das liegt mir seit jeher sehr - ehrlich gesagt bin ich recht geschäftstüchtig (grinst). Und ich bin fasziniert von den Mechanismen, nach denen die Filmindustrie funktioniert. Wie sie täglich neu ums Überleben kämpft.

SKIP: Ist die Schauspielerin Charlize Theron zufrieden mit der Gage, die ihr die Produzentin Charlize Theron bezahlt hat?

Charlize Theron: Überhaupt nicht. Ich musste ewig verhandeln, und wurde dann erst mit einer lächerlichen Summe abgespeist (lacht). In der Hinsicht bin ich verdammt enttäuscht von meinen Produzentinnen-Fähigkeiten. Aber ernsthaft, ich habe bei Monster gelernt, wie man mit einem kleinen Budget auskommen kann, und das ist eine hochinteressante Herausforderung. Und wenn man als Schauspielerin eine solche Rolle annimmt, dann muss man schön doof sein, wenn man damit rechnet, dass man sich danach eine Luxusvilla leisten kann. Wir sind alle unglaublich stolz auf diesen Film, das ist eine Befriedigung, die man gar nicht kaufen könnte.

SKIP: Viele Schauspieler meinen, dass eine Figur um so interessanter zu spielen ist, je mehr Ecken, Kanten und Brüche sie hat. War das der Grund, warum Sie die Rolle der Sylvia angenommen haben?

Charlize Theron: Wenn man sich einen guten Film anschaut, dann bewegt einen der, und man ist emotional berührt. Manchmal sogar bis in seine Grundfesten - weil man sich in dem, was man sieht, irgendwie selber sieht. Das erleben manche Leute ein, zweimal im Leben, manche viel öfter. Aber je extremer der Charakter ist, in dem man sich da spiegelt, desto mehr erinnert einen das an die alte Wahrheit, dass keiner von uns fehlerlos ist, ganz im Gegenteil.

SKIP: Kim Basingers Performance als frustrierte Kleinstadt-Mum ist ein echter Höhepunkt des Films. Wie kam es dazu, dass gerade sie in dieser doch recht atypischen Rolle landete?

Charlize Theron: Wir haben sehr lang über diese Figur diskutiert - Guillermos Art zu schreiben ist sehr ehrlich, oft brutal ehrlich, und wir suchten nach einer Schauspielerin, die stark genug ist, das zu tragen. Wir hatten eine lange Liste von Leuten, die uns sofort eingefallen sind - was ich schön finde, denn es bedeutet, dass es viele arbeitende Schauspielerinnen in Kims Alter gibt! Jedenfalls kamen wir schließlich auf sie, und in ihr vereint sich Stärke mit einer unglaublichen Verletzlichkeit, die auf der Leinwand wunderschön wirkt.

Interview: September 2008

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