Mini Cooper

Interview mit Bradley Cooper zu American Hustle

Minipli und Maxi-Ego: In American Hustle spielt Hangover-Darling Bradley Cooper einen verkoksten Cop, der im New York der Seventies Opfer seiner eigenen Eitelkeit wird. SKIP traf den charmanten Grinsekater vor der Berlin-Premiere.

SKIP: Wie gefällt es Ihnen hier in Berlin? Haben Sie überhaupt Zeit für irgendetwas außer Interviews und der American Hustle-Gala?

Bradley Cooper: Leider viel zu wenig! Aber ich werde ganz sicher versuchen, morgen ins Screening von Grand Budapest Hotel reinzukommen. Ich bin ein riesiger Wes-Anderson-Fan und kanns kaum erwarten, den Film zu sehen.

SKIP: Ihre Löckchen, die Sie in American Hustle spazierentragen, sind Sie mittlerweile wieder losgeworden. Haben Sie sich jemals träumen lassen, dass Sie mal mit so eine Frisur rumlaufen würden?

Bradley Cooper: Oh ja, ich hab mir das früher sogar immer gewünscht. Ich bin in einer italoamerikanischen Familie aufgewachsen, meine Mutter ist Italienerin, und ich fand braune Augen und dunkle Locken immer wunder-, wunderschön. Aber das ist ja das Tolle an meinem Beruf, dass man seine Idealbilder alle irgendwann einmal erreichen kann, auf die eine oder andere Art (lacht).

SKIP: Was haben Sie gedacht, als Sie sich das erste Mal im Kostüm im Spiegel gesehen haben?

Bradley Cooper: Ich war begeistert. Zuvor hatten wir eine Menge Perücken ausprobiert, aber die sahen alle aus wie Faschingskostüme. Wirklich nicht gut. Und dann haben wir das mit den Lockenwicklern versucht. Ich hatte ja gar nicht gewusst, dass man überhaupt auf diese Art Locken machen kann! Ich dachte immer, es gibt nur die Möglichkeit einer Dauerwelle, und wenn die nicht hinhaut, dann hat man Pech gehabt.

SKIP: Wie war es eigentlich für Sie als Mann, zwischen all diesen sehr offenherzig gekleideten Frauen zu spielen?

Bradley Cooper: Oh, schrecklich, ganz furchtbar ... (lacht). Na, wie wirds mir damit gegangen sein? Toll natürlich! Das war großartig. Besonders Amy hat da ja wirklich alles gegeben, und sie ist so gut dabei - und so sexy hat man sie glaube ich noch nie auf der Leinwand gesehen. Unglaublich.

SKIP: Aber gabs nie Momente, wo Sie einfach nicht mehr wussten, wo Sie hinschauen sollen?

Bradley Cooper: Naja, da lässt man den Blick dann halt einfach schweifen (lacht).

SKIP: Gehen Sie an eine so vielschichtige Rolle wie die in American Hustle anders heran als etwa an ihre Figur in Hangover, wo ja doch eher der  Witz im Vordergrund steht?

Bradley Cooper: Nein, nicht wirklich - für mich war Phil aus Hangover durchaus auch ein greifbarer, dreidimensionaler Charakter. Ich halte es beim Schauspielen mit James Cagney, der einmal gesagt hat: "Sage, was du meinst, und meine, was du sagst." Und entsprechend intensiv bereite ich mich auf meine Rollen vor, ich versuche generell, so komplett wie möglich in alle meine Figuren reinzufinden. Bei Hangover wars ja überhaupt lustig, weil es drei Teile gab. Normalerweise, wenn man in einem Film mit einer anderen Figur über irgendwas redet, was man gemeinsam erlebt hat, ist das natürlich was völlig Erfundenes. In Hangover 3 haben wir aber über Sachen geredet, die wir tatsächlich bereits miteinander gemacht haben - das war dann schon sehr nahe am echten Leben (lacht).

SKIP: Im SKIP-Interview zu Hangover haben Sie zu mir gesagt: "Wenn das mit der Schauspielerei nicht klappt, mach ich halt was anderes." Gilt das heute immer noch?

Bradley Cooper: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich das wirklich einmal gesagt habe (lacht). Oder ich habe es nicht ernst gemeint. Ganz im Gegenteil, ich bin der Typ ohne Plan B. Wenn das mit dem Schauspielen nicht mehr hinhaut, dann bin ich verloren. Keine Ahnung, was ich sonst machen sollte.

SKIP: Ab wann haben Sie gewusst, dass Sie unbedingt diesen Beruf ausüben wollen?

Bradley Cooper: Eigentlich seit meiner Kindheit. Ich habe nur nie etwas dafür getan bis nach der Uni.

SKIP: Aber es hat doch auch Vorteile, so lang zu warten - Sie sind sicher viel gefestigter und kompletter als wenn Sie zu früh ins Showbiz gekommen wären.

Bradley Cooper: Für mich war es sicher der richtige Weg, stimmt. Aber jeder ist anders, für Leo DiCaprio etwa wars bestimmt großartig, dass er so früh begonnen hat.

SKIP: Stimmt es eigentlich, dass Sie als Student einmal Leonardos Koffer getragen haben?

Bradley Cooper: Nein, seinen Mantel (lacht)! Ich habe damals als Portier im Morgan Hotel in New York gearbeitet und habe Leo eines Abends in sein Zimmer gebracht, als er eingecheckt hat. Er kann sich aber leider nicht mehr daran erinnern.

Interview: Februar 2014

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