Die Hungerjahre sind vorbei

Interview mit Jennifer Lawrence zu Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 2

Viel hat sich getan seit den ersten Hunger Games, und aus Jennifer Lawrence, damals viel versprechende Nachwuchsdarstellerin, ist inzwischen ein großer Star geworden. SKIP traf sie in Berlin, einem der Drehorte von Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 2.

SKIP: Mit welchen Gefühlen sehen Sie das Ende der Die Tribute von Panem-Filmserie?

JENNIFER LAWRENCE: Einerseits bin ich natürlich traurig. Ich mag Katniss wirklich sehr, sehr gern, und jetzt werde ich sie nie wieder spielen. Aber ich blicke auch mit einem großen Stolz auf das zurück, was wir alle da geschafft haben, und edieser letzte Film ist ein ziemlich perfektes Ende. Ich finde, es ist ein wirklich guter Abschluss für diese Geschichte, sowohl auf einer emotionalen als auch auf einer erzählerischen Ebene.

SKIP: Einige der heftigsten Szenen spielen in der Kanalisation des Kapitols. Wie war der Dreh?

JENNIFER LAWRENCE: Das war sicher die härteste Drehzeit von allen vier Filmen. Diese Tunnels waren extra gebaut, in einer Soundstage in Atlanta. Für Liam (Hemsworth, Jennifers Filmpartner) - der ein bisschen größer ist als ich - wars noch härter, der konnte die ganze Zeit über nicht gerade stehen. Wir waren die ganze Zeit völlig durchnässt, es war unglaublich anstrengend. Und ich habe einen heftigen Tritt ins Gesicht abbekommen, das war nicht sehr lustig. Aber ich glaube, das alles hat sich wirklich ausgezahlt, es sieht toll aus im Film.

SKIP: Ein Teil des Films wurde in Berlin gedreht, und Sie haben schon öfters gesagt, wie sehr sie es dort geliebt haben … was war das Besondere an Berlin?

JENNIFER LAWRENCE: Ja, das war unsere absolute Lieblingsstadt. Wir lieben Berlin, und hatten so viel Spaß hier. Man sieht ja relativ viel von der Berliner Architektur im Film, die den Look wirklich sehr geprägt hat.

SKIP: Katniss ist eine sehr starke Frauenfigur, wie sehr hat sie Sie beeinflusst und verändert?

JENNIFER LAWRENCE: Sehr stark. Sie war eine riesengroße Inspirationsquelle für mich. Katniss ist gütig und sie ist rücksichtslos, sie ist unabhängig, sie ist stark, aber barmherzig … ich wäre gerne ein gaz kleines bisschen so mutig wie sie, und so umsichtig!

SKIP: Katniss endet trotzdem nicht als starke Führerfigur, sondern als Ehefrau und Mutter. Passt das zu ihr?

JENNIFER LAWRENCE: Die Autorin der Buchserie Suzanne Collins hat Katniss immer als Kriegerin angelegt. Als solche bringt sie große Opfer und löst schließlich eine Revolution aus. Aber nachdem, was sie getan hat, kann sie einfach keine Präsidentin oder sowas mehr werden. Aber sie hat ihren Frieden verdient. Sie ist eine Veteranin im Ruhestand, nicht eine Frau, die ihre Karriere für Kinder und Familie opfert.

SKIP: Welche Message, glauben Sie, kann diese Filmserie vor allem für junge Fans haben?

JENNIFER LAWRENCE: Ich glaube, es sind ein paar sehr wichtige Messages drin. Dass man zum Beispiel nichts Neues erreichen kann, ohne bereit zu sein, etwas von sich selbst zu geben: Es gibt keine Revolution ohne Menschen, die bereit sind, sich zu opfern. Dass es wichtig ist, weltoffen zu sein, offen für alles, und sich einzubringen. Und dass Krieg schreckliche Konsequenzen hat, immer.

SKIP: Jennifer, schon im letzten Film haben Sie auch gesungen, diesmal gibts wieder einen Song von Ihnen zu hören. Wäre eine Musikkarriere was für Sie?

JENNIFER LAWRENCE: Nein! Sicher nicht. Ich liebe Musik, und bewundere Menschen, die wirklich singen können, aber ich glaube nicht, dass ich da aktiv was Sinnvolles beitragen könnten. Ich halte mich da lieber respektvoll raus und werde nicht singen, wenn immer es möglich ist. Aber sie singt auch im Buch, und das ist eine wichtige Szene, also musste ich das auch im Film wieder tun.

SKIP: Vor kurzem wurde bekannt, dass es in den USA demnächst einen Hunger Games-Themenpark geben wird. Was denken Sie darüber?

JENNIFER LAWRENCE: Nun ... der "Katniss Ride" stand sicher nicht auf meiner ewigen Wunschliste (lacht). Es ist, äh, aufregend. Genau wie die Katniss-Barbie. Mit sowas rechnet man echt nicht, wenn man in diesem Job anfängt.

SKIP: Sie haben sehr früh mit der Schauspielerei begonnen. In den Hunger Games-Filmen hat Willow Shields Ihre jüngere Schwester gespielt, haben Sie Ihr gute Ratschläge gegeben?

JENNIFER LAWRENCE: Sie ist eine sehr clevere junge Frau, wenn, dann hätte ich sie mit Ratschlägen höchstens behindert. Wenn ich ihr kluge Weisheiten mitgegeben habe, dann höchstens, was Jungs betrifft - so Sachen wie: "Schick ihm erst mal keine Message - warte mindestens drei Minuten!", "Wenn er dich nicht antextet, dann schick ihm du auch nichts!" oder "Ruf ihn an und tu so, als wärs ein Hosentaschenanruf - und wenn er zurückruft, heb nicht ab!" Solche Sachen halt.

Interview: Gini Brenner / November 2015

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