Traumschiff Raumschiff

Interview mit Jennifer Lawrence zu Passengers

Allein mit Guardians of the Galaxy-Schnucki Chris Pratt im Weltraum: Für viele ein Wunschtraum, für Jennifer Lawrence harte Berufsrealität. Im SciFi-Actiondrama Passengers ist sie mit Chris im All unterwegs, im SKIP-Interview erzählt sie vom gemeinsamen Dreh.

SKIP: Die Erforschung des Weltalls und die Besiedelung ferner Welten ist im Kino ein Dauerbrenner. Warum, glauben Sie, ist diese Idee für die Menschen so spannend?

Jennifer Lawrence: Es ist halt der ultimative Eskapismus. Ich glaube, dass gerade wenn die Zeiten schwieriger werden und die Menschen verunsichert sind, sie die Idee, dass es doch noch einen Ausweg gibt, sehr verlockend ist. Das liegt einfach in unserer Natur: Das war es, was Leute vor Jahrhunderten in Schiffen und Planwagen ins Unbekannte aufbrechen hat lassen, in der Hoffnung, dass es woanders besser ist. Und wir heute haben unseren Planeten so ziemlich rauf und runter erkundet, und jetzt wollen wir halt wissen, was es sonst noch gibt da draußen.

SKIP: So wie Ihre Filmfigur.

Jennifer Lawrence: Genau. Aurora ist eine junge Journalistin, und sie hat vor, erst die 120 Jahre zum neuen Planeten zu reisen und dann wieder zurück – um über ihre Erfahrungen dabei zu schreiben. Ich fand das ja extrem spannend. Sie trifft diese unglaublich schwerwiegende Entscheidung, diese Reise zu machen, obwohl sie weiß, dass niemand von den Menschen, die sie kennt, noch am Leben sein wird, wenn sie zurückkommt. Sie will ein neues Leben anfangen auf einem Planeten, auf dem sie noch nie war, und dann nochmal nach ihrer Rückkehr. Faszinierend.

SKIP: Könnten Sie sich vorstellen, etwas Ähnliches zu machen, wenn es die Möglichkeit dafür gäbe?

Jennifer Lawrence: Nein. Nein, ich kann mir nicht vorstellen, mich von allen für immer zu verabschieden, die ich kenne und lieb habe. Es ist jedesmal ein bisschen so, wenn ich einen Film drehe – da beginne ich auch für ein paar Monate ein ganz neues Leben. Deshalb kann ich mir ein klein bisschen vorstellen, was Aurora antreibt. Aber ich komme immer wieder in dieselbe Welt zurück, ich würde nie so einen drastischen Schritt setzen wollen. Dafür müsste es mir auf der Erde schon sehr, sehr schlecht gehen.

SKIP: … und dann findet sich Aurora plötzlich alleine auf dem riesigen Schiff – bis sie auf Chris Pratts Figur trifft, der ebenfalls vorzeitig aufgewacht ist.

Jennifer Lawrence: Ja, genau. Ich kann mir gut vorstellen, was für unglaublicher Schock das sein muss, wenn man da mitten während der Reise auf einmal aufgeweckt wird und nicht weiß, warum. Als sie Jim trifft, tut er ihr zuerst mal vor allem irrsinnig leid – er ist früher aufgewacht als sie, und hat schon eine ganze Weile völlig alleine am Schiff verbracht.

SKIP: Wie war es, mit ihm zu drehen? Es ist ja eine für einen Blockbuster ungewöhnlich enge Zusammenarbeit, Sie stehen ja in fast jeder Szene gemeinsam vor der Kamera …

Jennifer Lawrence: Es war super, schlicht und einfach. Chris ist ein Profi, ein toller Schauspieler, und er ist lustig, bewegt sich total sicher, und hat eine sehr schnelle Auffassungsgabe. Er ist auch ganz anders als der Jim im Film: Der wirkt, als hätte er noch nie eine Freundin gehabt, und nicht recht weiß, wie er mit Frauen umgehen soll. Das ist total süß und sexy, aber halt völlig verschieden vom realen Chris, der verheiratet ist und sehr selbstsicher. Ich fand das immer sehr spannend, ihm dabei zuzusehen, wie er sich von Chris in Jim verwandelt. Jedenfalls fiel’s mir sehr leicht, mit ihm zu spielen, und das lag sicher auch am Drehbuch – die Sachen, die wir zueinander sagen mussten, haben immer 100% zur Situation gepasst.

SKIP: War es manchmal schwierig, die Spannung zwischen Ihren Figuren über so lange Zeit aufrecht zu halten?

Jennifer Lawrence: Es war schon anstrengend, klar. Aber Chris ist wohl einer der diszipliniertesten und fleißigsten Menschen auf dem Filmset, die gesamte Crew eingeschlossen. Oder nein, er ist einer der fleißigsten Menschen, die ich überhaupt je kennen gelernt habe. Und er ist immer so fröhlich dabei! Ich musste ihn darauf aufmerksam machen, dass er gefälligst damit aufhören soll, um 4 Uhr früh so gute Laune zu haben. Ich meine, um diese Zeit hat ein normaler Mensch doch grantig zu sein!

SKIP: Sie haben im Film ein paar sehr schöne Tanzszenen. Wer von Ihnen beiden kann besser tanzen?

Jennifer Lawrence: Chris natürlich. Er ist ein um Längen, nein, um Galaxien besserer Tänzer als ich.

Interview: Foto: © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH / Dezember 2016

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