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Interview mit Michael Fassbender zu Assassin's Creed

Er ist definitiv Hollywoods neuer Wunderwuzzi für Heldenrollen aller Art: Nun spielt der charismatische Schauspieler mit dem Siegerlächeln die Hauptrolle in der lang erwarteten Game-Verfilmung Assassin's Creed – ein Part, an dem er jahrelang gearbeitet hat, wie er im Interview erzählt.

SKIP: Wonach suchen Sie Ihre Rollen aus?

Michael Fassbender: Gutes Drehbuch, guter Regisseur. Das ist eigentlich alles.

SKIP: War das bei Assassin’s Creed auch ausschlaggebend?

Michael Fassbender: Absolut. Mit Justin Kurzel hab ich ja schon die Shakespeare-Verfilmung Macbeth gedreht, ich wusste also, dass ich mit ihm gerne arbeite. Und ich fand das Skript hochinteressant. Eine Fantasy-Story, die auf eigenen wissenschaftlichen Theorien basiert.

SKIP: Sind Sie selber ein Gamer?

Michael Fassbender: Schon, ja. Also wenn ich mal richtig reinkippe, dann kommt es schon vor, dass ich durchzocke, bis die Sonne aufgeht. Aber ich steh vor allem auf Rennspiele – und da kann ich mich stundenlang mit einem Racetrack bschäftigen, die Ideallinie suchen und noch ein paar Hundertstel rausholen. Ich steh ja auch im wirklichen Leben auf Rennsport – vor allem Motorradrennen.

SKIP: Waren Sie auch Assassin’s Creed-Fan?

Michael Fassbender: Das Game habe ich erst durch dieses Projekt entdeckt – als ich die Rolle angeboten bekam, habe ich mich natürlich gleich mal hingesetzt und zu spielen begonnen. Recherchearbeit, verstehen Sie (lacht). Und ich war total hin und weg, wie sich das Adventure-Genre in den letzten Jahren entwickelt hat. Es ist alles so unglaublich detailliert, und die Geschichten sind so dicht und vielschichtig. Mir gefällt ja auch die Idee mit der Rivalität der Templer und der Assassinen sehr gut, die ja beide elitäre Gruppen sind, aber mit unterschiedlichen Moral- und Wertvorstellungen – und dass Adam und Eva die ersten Assassinen waren. Außerdem ist es ein verdammt lehrreiches Spiel. Ein Freund von mir hat seinen Sohn auf eine Reise nach Europa mitgenommen, und der Bub wollte unbedingt nach Florenz – weil er gerade im Game dort war, und wissen wollte, ob das echte Florenz genauso aussieht.

SKIP: Und, sind Sie bei den Games hängen geblieben?

Michael Fassbender: Ich bin nicht besonders gut. Aber ich hab sie durchgespielt, weil ich finde, dass wir es den Fans schulden, dass wir uns mit der Materie auskennen und über die Details Bescheid wissen.

SKIP: Fürchten Sie sich ein bisschen vor den Reaktionen der Fans? Oftmals mögen die es ja nicht so, wenn man „ihre“ Geschichten für andere Zwecke nutzt.

Michael Fassbender: Nein, ich habe eigentlich keine Angst. Was Fantum ja ausmacht, ist die Leidenschaft für etwas – und von dieser Leidenschaft will ich mich eher anspornen als entmutigen lassen.

SKIP: Sie spielen im Film ja gleich zwei Figuren, die durch die Geschichte quer durch die Jahrhunderte hinweg miteinander verbunden sind. Es muss spannend sein, an eine Geschichte so von zwei Seiten heranzugehen.

Michael Fassbender: Ja, klar, für einen Schauspieler ist das ein großes Vergnügen. Sie sind ja sehr unterschiedliche Männer. Der eine, Aguilar, ist mit Herz und Seele ein Teil des Creed. Und der andere, Cal, ist mehr einer, der sich durchs Leben treiben lässt. Er ist niemandem gegenüber loyal, er hat keine Familie. Erst als er entdeckt, von wem er abstammt, hat er zum ersten Mal in seinem Leben das Gefühl, irgendwo dazuzugehören.

SKIP: Sie mussten Ihren Weg ja auch erst finden – Sie haben lange auf den Durchbruch hinarbeiten müssen. Wie hat der Erfolg Ihr Leben verändert?

Michael Fassbender: Naja, … ich bekomme leichter einen Tisch in einem Restaurant. Das ist es auch schon, mehr oder weniger. Und ich kann mir meine Jobs ein bisschen besser aussuchen, und die Leute, mit denen ich zusammenarbeiten darf.

SKIP: Und Sie werden nicht mehr gefragt, ob Sie mit einem gewissen deutschen Regisseur verwandt sind, oder?

Michael Fassbender: Genau (lacht), ich muss Rainer Werner Fassbinders Name nicht mehr benützen, um zu irgendwelchen Castings eingeladen zu werden.

Interview: Gini Brenner, Ida Sumak Foto: © 2016 Twentieth Century Fox / Mai 2016

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