Queen Kong

Interview mit Brie Larson zu Kong: Skull Island

Ausschließlich Affenaction? Nix da, sagt Brie Larson im SKIP-Talk: In Wahrheit geht’s in Kong: Skull Island nämlich um Frieden, Humanismus und Pressefreiheit.

SKIP: Sie spielen im Film eine Kriegsfotografin, und jemand sagt einmal zu ihrer Figur: „Eine Kamera kann gefährlicher sein als jede Waffe.“ Das klingt ziemlich zeitgemäß, nicht wahr?

Brie Larson: Ja, das seh ich genauso. Ich glaube daran, dass die Wahrheit ans Licht kommen muss. Was mich so fasziniert an unserer Gegenwart, ist die Möglichkeit, über Social Media miteinander in Verbindung zu treten und einander Fotos und Berichte davon zu zeigen, was wirklich passiert. Wir sind nicht mehr angewiesen aufs Hörensagen von Freunden von Freunden, wir können heute direkt sehen, was in einem bestimmten Moment an einem anderen Ort der Welt passiert. Das sind großartige Werkzeuge, um miteinander zu kommunizieren, und wir müssen sie als Brücken zueinander nützen, und dazu, zu lernen, wie das Leben in anderen Teilen der Welt aussieht.

SKIP: Kong: Skull Island ist nicht nur Spitzenunterhaltung, sondern auch politisch und sozial vielschichtig. Ein Aspekt ist etwa die Idee, dass wir mit unserer Eroberungswut stets die Umwelt zerstören …

Brie Larson: Ja, der Umweltschutzgedanke ist eines der Themen, die mir an diesem Film besonders gefallen. Wir müssen auf die Erde aufpassen, denn wir leben ja schließlich hier, und wir haben keine andere. Aber so etwas ist mir generell wichtig: Wenn ich einen Film dieser Größenordnung mache, dann muss da auch ein bestimmter Ethos dahinterstehen. Visuell aufregende, unterhaltsame Filme zu machen, die aber auch Fragen stellen nach Verantwortung und Empathie und unserer Umwelt, das halte ich für sehr spannend.

SKIP: Für die Figur dieser Fotografin, hatten Sie da ein reales Vorbild?

Brie Larson: Wenn Sie sich für Kriegsreporterinnen interessieren, kann ich sehr einen Artikel in Vanity Fair empfehlen, The Girls at the Front, über Frauen wie Christiane Amanpour und Marie Colvin. Ich finde diese Korrespondentinnen unglaublich faszinierend, und die haben mich auch inspiriert für die Rolle. Die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten ist heute wichtiger ist als je zuvor. Es ist unglaublich, dass wir diesen Film vor einem Jahr gedreht haben und er in den siebziger Jahren spielt, und doch fühlt er sich an, als würde er von unserer unmittelbaren Gegenwart handeln.

SKIP: Haben Sie sich auch körperlich auf die Rolle vorbereitet, haben Sie trainiert?

Brie Larson: Ja, und ich bin sehr froh darüber. Ständig sind wir Berge rauf- und runtergerannt, unter Dingen hervorgerobbt, über andere Dinge gesprungen, zehn Stunden am Tag, sechs Monate lang. Da geht es gar nicht so sehr um die Eitelkeit, etwas gut hinzubekommen, sondern irgendwann nur mehr darum, alles zu überstehen, ohne sich wehzutun. Am Ende des Drehs hat mein Körper nur noch gejammert und protestiert.

SKIP: Parallel zu den Dreharbeiten in Vietnam war die Award Season 2016, bei der Sie fast jedes Wochenende einen Preis für Ihre Rolle in Raum bekommen haben. Wie ging sich das aus?

Brie Larson: Das war ziemlich verwirrend. Ich hab diese Zeit immer noch nicht ganz verdaut, weil der Kontrast zwischen diesen beiden Welten so heftig war, aber unterm Strich wahrscheinlich auch gesund: Unter der Woche war ich im Nirgendwo, die meiste Zeit gab es nicht einmal Handyempfang, weil wir irgendwo im vietnamesischen Dschungel waren. Wir sind durch den Schlamm gestapft, hatten Erde unter den Fingernägeln, und so viel Dreck in den Haaren, dass ich fünfmal duschen musste, bis alles raus war. Und fast jeden Freitagabend bin ich dann ins Flugzeug gestiegen und über Nacht nach Los Angeles geflogen, Samstagvormittag hab ich mich für die jeweilige Award Show herausgeputzt – und Sonntagabend bin ich wieder zurückgeflogen, um Montag wieder zurück im Dreck zu stecken und zu drehen (lacht). Ich bin damals auch direkt vom Dreh in Vietnam zu den Oscars geflogen und am nächsten Tag wieder zurück. Ich war mir danach gar nicht sicher, ob ich das alles wirklich erlebt hatte, das war völlig surreal. Aber ich bin dankbar dafür, dass ich da quasi direkt wieder auf die Erde ausgespuckt wurde, nach jedem dieser glamourösen Wochenenden. Das hat mich wieder runtergeholt.

Interview: Magdalena Miedl / März 2017

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