Schwarze Magie

Interview mit Christian Bale zu The Dark Knight

The year of the bat. Christian Bale quetschte sich erneut in den Hightech-Gummianzug, um sich als Gotham Citys Retter und Wahrzeichen in den Kampf gegen das Böse zu werfen. SKIP sprach mit ihm über Freud und Leid des Superhelden.

SKIP: Haben Sie gezögert, ein zweites Mal für ­Christopher Nolan den Batman zu spielen, oder war ­das eine einfache Entscheidung?

Christian Bale: Für mich war es von Anfang an klar, ich wollte gerne nochmal Batman sein. Wenn irgendjemand Zweifel gehabt hat, dann vielleicht Christopher selbst (lacht).

SKIP: Sie haben sich in mehreren Interviews nach Batman Begins darüber beklagt, dass der Gummianzug schrecklich unbequem gewesen sei. Ist das diesmal besser geworden?

Christian Bale: Ja, viel besser! Der neue Batsuit ist zwar noch etwas schwerer als der alte, dafür aber viel komfortabler. Im ersten Teil musste ich in den Kampfszenen nicht nur gegen meinen Gegner, sondern erst mal gegen mein Kostüm kämpfen … diesmal war es etwas einfacher. Ich konnte tatsächlich meinen Kopf bewegen. Das klingt vielleicht seltsam – aber The Dark Knight ist tatsächlich der erste Batman-Film, in dem Batman seinen Kopf bewegen kann (lacht).

SKIP: Batman nimmt die Dinge selber in die Hand, kämpft mit aller Kraft gegen das Böse und folgt dabei zwar seinem unbestechlichen Gerechtigkeitssinn, aber nicht unbedingt den Buchstaben des Gesetzes. Ein politisches Statement in schwierigen Zeiten?

Christian Bale: Ach nein. Batman ist einfach, wer er ist, und das seit bald 70 Jahren. Wir erzählen in The Dark Knight einfach eine gute Geschichte – und gute Geschichten haben nun mal die Eigenschaft, dass sie immer irgendeinen Bezug zur Wirklichkeit haben. Ich persönlich würde nicht mit einem Filmemacher arbeiten wollen, der aus sowas krampfhaft eine Message basteln will – aber man kann gerne reininterpretieren, was immer man will.

SKIP: Wie war die Arbeit mit Heath Ledger?

Christian Bale: Was soll ich sagen – großartig. Es ist seltsam für mich, jetzt nach seinem Tod so darüber zu reden, damals lag für uns alle nichts ferner, als dass Heath bald nicht mehr unter uns sein würde. Er war so voller Leben, voller Energie. Und sein Joker ist echt perfekt. Christopher Nolan machte ja von Anfang an klar, dass seine Vision von Gotham City eine sehr ernsthafte sein würde, ohne Karikatur oder Satire, nichts, wo die Schauspieler die Zuschauer ständig augenzwinkernd merken lassen, wie viel Spaß sie gerade am Set haben. Und Heath hat das perfekt verwirklicht: Er hat es geschafft, aus einem total absurden Comic-Schurken wie dem Joker eine echt glaubwürdige Figur zu machen, ohne lose Enden. Unglaublich eigentlich. Er hat eine so großartige Performance abgeliefert, dass ich echt nicht weiß, welchen Superschurken Chris in seinem dritten Teil einsetzen soll, um das noch zu toppen (lacht).

SKIP: Was steht bis zum nächsten Batman am Programm?

Christian Bale: Ich arbeite derzeit an zwei Projekten: Erstens am Crime-Thriller Public Enemies mit Johnny Depp unter der Regie von Michael Mann …

SKIP: … und zweitens an einem neuen Terminator-Film, nicht wahr?

Christian Bale: Ja, ich spiele den erwachsenen John Connor in Terminator Salvation, Regie führt McG (3 Engel für Charlie, Anm.). Ein schräges Konzept - aber ich bin mir sicher, es funktioniert!

Interview: Juli 2008

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