George und die sieben Geißlein

Ewan McGregor zu Männer, die auf Ziegen starren

An der Seite von George Clooney wird Ewan McGregor zur Schmäh­kanone. Im SKIP-Talk erklärt der charmante Schotte, warum er trotzdem lieber mit dem Motorrad verreist, als auf Teleportation zu vertrauen.

SKIP: Männer, die auf Ziegen starren, das ist schon ein sehr schräger Filmtitel. Worum geht es da wirklich?

Ewan McGregor: Es gab in den späten Siebzigerjahren eine geheime Abteilung der US-Armee, die nannten sich damals allen Ernstes Jedi-Ritter. Wir haben das nicht erfunden! Ich spiele einen Reporter und treffe auf George Clooney, der ein Spion ist, und der sagt mir, er sei einer von diesen Jedis. Die versuchten damals tatsächlich, mit New-Age-Methoden Soldaten zu übersinnlichen Spionen auszubilden und übten etwa, Ziegen umzubringen, indem sie sie einfach angestarrt haben.

SKIP: Das ist nicht das erste Mal, dass Sie mit Jedis zu tun haben, immerhin waren Sie als Obi-Wan Kenobi in Star Wars selbst ein waschechter Jedi. Ein merkwürdiger Zufall!

Ewan McGregor: Ja, finde ich auch! Als ich Grant Heslov zum ersten Mal getroffen habe, hab ich ihn gefragt, ob er mich deswegen haben wollte – sozusagen als Insiderschmäh. Er hat allerdings steif und fest behauptet, dass er daran gar nicht gedacht hat. Na, mich solls nicht stören! (grinst)

SKIP: Sie sind nicht unbedingt als Komiker bekannt. Hats Spaß gemacht, mit Clooney herumzublödeln?

Ewan McGregor: Ja, total! Wir hatten viele Szenen zu zweit – und es funktioniert ganz gut, oder? Viel von der Komik in Männer, die auf Ziegen starren entsteht direkt aus der Situation, gerade weil wir alle ernst bleiben. Der Schmäh ergibt sich dann von selbst. Das ist nicht wie bei Stand-up-Comedy, wo es quasi einen Trommelwirbel gibt, und dann kommt die Pointe – Ta-dah! (lacht) Das würde bei mir nie funktionieren!

SKIP: Im Film kommen Sie ganz schön herum, bis in den Irak – aber Sie machen auch privat ganz unglaubliche Reisen mit dem Motorrad. Hat Sie das verändert?

Ewan McGregor: Ja, man wird bei so einer Reise total ruhig, und die Prioritäten reduzieren sich auf ein Mindestmaß: Man braucht Essen, einen Platz zum Übernachten, Benzin, und eine ungefähre Ahnung davon, wo man hin will. Und natürlich muss man offen sein für alles. Ich glaube, wir waren früher alle Nomaden, nur auf Reisen fühle ich mich so richtig wohl. Wenn ich dann ins normale Leben zurückkehre und wieder Termine habe, dann merke ich richtig, wie mir die Ruhe wie Sand zwischen den Fingern zerrinnt.

SKIP: Können Sie dieses Gefühl der Ruhe abrufen, wenn Sie es brauchen?

Ewan McGregor: Wenn man so etwas einmal erfahren hat, ist es immer Teil von einem, denke ich. Aber ich habe keine Technik oder so etwas, falls Sie das meinen. Das wäre cool, einfach ommmmmmmmhh zu machen und dann gehts mir wieder so gut wie auf Reisen ... (lacht). Nein, sowas machen die durchgeknallten Typen im Film, aber ich kann das nicht.

SKIP: Glauben Sie an solche Dinge wie Gedankenlesen, Teleportation etc.?

Ewan McGregor: Keine Ahnung. Der zynische Teil meines Hirns sagt mir, wenn wir tatsächlich all diese seltsamen Kräfte haben sollten, hätten wir dann nicht schon längst entdeckt, wie wir die richtig nutzen können? Das ist ja genau das, was die Army da probiert hat. Aber umgekehrt, es passieren schon immer wieder Zufälle, die wirken, als gäbe es da noch etwas anderes auf dieser Welt. Was aber das Laufen durch Wände betrifft: Das dürfte doch ein wenig zu weit gehen (lacht). Obwohl es natürlich praktisch wäre!

Interview: Magdalena Miedl / September 2009