Der große Grant: W.C. Fields | Hans Moser | Totò | Louis De Funès

Filmmuseum, Wien, 7. April bis 7. Mai 2017

Nein! – Doch! – Ohh! Die schlechtgelaunten Publikumslieblinge Totò, Hans Moser, Louis de Funès und W. C. Fields sind Anlass für Heiterkeitsausbrüche im Filmmuseum.

Die Komiker.

Etymologische Wörterbücher wissen zwar nichts davon, aber Hans Moser, legendärer Volksschauspieler und Grantscherben vom Dienst, muss einst verantwortlich gewesen sein für die Prägung des Begriffs „mosern“. Niemand steht im deutschsprachigen Kino so ikonisch wie er für die Figur des weichherzigen Nörglers. Es ist eine Disziplin, der die größten Komiker des 20. Jahrhunderts angehören, und nun widmet das Filmmuseum Moser und seinen Kollegen Totò,  Louis de Funès und W. C. Fields eine Schau unter dem Titel Der große Grant.

Moser als unaufhörlich meckernder Dienstmann, der das System aber letztlich doch unterstützt, de Funès als Verkörperung des oberen Bürgertums, der sich gegen vorlaute Ehefrauen und freche Emporkömmlinge zu wehren versucht, Totò als unter der Gewalt der (politischen! gesellschaftlichen!) Umstände niederbrechender Familienvater zwischen Anpassung und Widerstand, und W. C. Fields als ewiger Misanthrop sind schmerzhaft-komische Jedermann-Identifikationsfiguren, positioniert im labilen Grenzgebiet zwischen totaler Anarchie und der Verteidigung jenes Patriarchats, unter dem sie in Wahrheit allesamt leiden.

Das Programm

Bitte, das ist nicht nicht witzig! Bitte, eben schon: Die Figur des Witzbolds wider Willen hat ihre Wurzeln in den Volkstheatertraditionen, vom Pulcinella der Commedia dell’Arte bis zum Hanswurst und zum Punch, und funktioniert im Kino ebenso als Entlastungsventil wie auf der Bühne: Der Grantler als Pointenlieferant, der explosive Zornbinkel als Lachnummer, der träge Suderant als melancholischer Clown, Lachen als kurze Befreiung von dem, was anders nicht auszuhalten ist.

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