Sizilien | Kino der Inseln: Eine italienische Reise

Filmmuseum, Wien, 6. Jänner bis 9. Februar 2017

Arme Fischer, schöne Frauen, fiese Mafiosi: Sizilien, die Insel der Widersprüche, lädt winters im Filmmuseum zu einer Reise in wärmere Gefilde. Italienische Cineastenfreuden zum Wiedersehen, von Rossellini bis Tornatore.

Run auf die Insel: Alle wollten immer schon nach Sizilien. Die Griechen errichteten hier eine Kolonie. Die Vandalen und die Ostgoten machten sich auf den weiten Weg. Die Araber schauten mal für 250 Jahre vorbei, dann die Normannen. Und das war nur die Geschichte bis zum 11. Jahrhundert, also eine geraume Weile, bevor das Kino überhaupt erfunden wurde. Die Anziehungskraft des geografischen Schmelztiegels Sizilien hat sich jedenfalls auch quer durch die Filmgeschichte gehalten.

Fischer & Liebesgeschichten: Da erzählt Luchino Visconti in La terra trema vom harten Arbeitskampf der armen Fischer. Da wälzt sich Ingrid Bergman bei Roberto Rossellinis gleichnamigem Film auf dem schwarzen Vulkangestein des Stromboli (während im echten Leben die US-Puritaner ihre Liebschaft mit dem Regisseur lautstark verurteilten). Da besticht Michelangelo Antonionis filmisches Verwirrspiel L’avventura mit Monica Vitti. In völligem Gegensatz dazu der gezielte Bombast von Luchino Viscontis Verfilmung der Familienbiografie Il gattopardo von Giuseppe Tomasi di Lampedusa mit Burt Lancaster, Claudia Cardinale und Alain Delon. Mit den Untiefen des italienischen Eherechts befasste sich später Pietro Germi in der bösen Komödie Divorzio all’italiana mit Marcello Mastroianni, Lina Wertmüller setzte in Mimì metallurgico ferito nell’onore dem sizilianischen Machismo ein mustergültiges Denkmal.

Mafia, the real stuff: Äußerst anschaulich beschreibt Petro Germis In nome della legge, wie Massimo Girotti als junger Richter nach einem Mord auf eine Mauer des Schweigens trifft. In Francesco Rosis legendärem italienisch-französischen Mafiathriller Cadavero eccellenti legt sich Lino Ventura mit den Falschen an, Alberto Lattuadas verwurstet das Thema furchtlos zur Komödie Mafioso. Regisseurin Roberta Torre steuerte dem politischen Sittenbild viele Jahre später das groteske Mafia-Musical Tano da morire bei, Pasquale Scimeca Placido Rizzotto, die strenge Biografie des von der Mafia ermordeten gleichnamigen Gewerkschaftsführers.

Ein wenig, scheint es, hat das Kino zwischenzeitlich auf Sizilien vergessen, doch auch das Vergessen wurde Film: In Giuseppe Tornatores vielgepriesenem (wenn auch nicht ganz zeitlosen) Nuovo Cinema Paradiso erzählte Philippe Noiret als Filmvorführer Alfredo die Geschichte von vier Jahrzehnten Kino. Sizilien, ganz konkret, ganz allgemeingültig.

filmmuseum.at

Spieltermine

Montag, 23. Jänner 2017

Filmmuseum

18.30 Uhr

OmdtU 

Sicilia!

Sicilia!

Drama. Frankreich, Italien, Schweiz 1999.

Filmmuseum

20.00 Uhr

OmdtU 

Palermo oder Wolfsburg

Palermo oder Wolfsburg

Drama. BRD, Schweiz 1980.

Mittwoch, 25. Jänner 2017

Filmmuseum

18.30 Uhr

OmenglU 

Gebrandmarkt

Un uomo da bruciare

Drama. Italien 1962.

Filmmuseum

20.30 Uhr

OmenglU 

Bronte: cronaca di un massacro che i libri di storia non hanno raccontato

Bronte: Chronik eines Massakers, das die Geschichtsbücher nicht erzählt haben

Drama, Historiendrama. Italien, Jugoslawien 1992.

Donnerstag, 26. Jänner 2017

Filmmuseum

20.45 Uhr

OmdtU 

Lo zio di Brooklyn

Lo zio di Brooklyn

Komödie. Italien 1995.

Freitag, 27. Jänner 2017

Filmmuseum

18.30 Uhr

OmenglU 

Weg der Hoffnung

Il cammino della speranza

Abenteuer, Drama. Italien 1950.

Samstag, 28. Jänner 2017

Filmmuseum

16.00 Uhr

OmdtU 

Stromboli

Stromboli

Drama. Italien 1950.

Filmmuseum

18.30 Uhr

OmdtU 

Die schönste Frau

La moglie più bella

Drama, Krimi. Italien 1970.

Filmmuseum

20.45 Uhr

OmenglU 

Die Macht und ihr Preis

Cadaveri eccellenti

Thriller. Frankreich, Italien 1976.

Sonntag, 29. Jänner 2017

Filmmuseum

15.00 Uhr

OmdtU 

La terra trema - Die Erde bebt

La terra trema: Episodio del mare

Drama. Italien 1948.

Filmmuseum

18.30 Uhr

OmenglU 

Die Verlobten

I fidanzati

Drama. Italien 1963.

Filmmuseum

20.15 Uhr

OmdtU 

Cinema Paradiso

Nuovo cinema paradiso

Tragikomödie. Frankreich, Italien 1988.

Mittwoch, 1. Februar 2017

Filmmuseum

20.00 Uhr

OmdtU 

Der Leopard

Il gattopardo

Drama. Italien 1963.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Filmmuseum

20.00 Uhr

OmenglU 

Die mit der Liebe spielen

L'avventura

Drama. Frankreich, Italien 1960.

Freitag, 3. Februar 2017

Filmmuseum

20.30 Uhr

OmdtU 

100 Schritte - I cento passi

I cento passi

Drama. Italien 2000.

Samstag, 4. Februar 2017

Filmmuseum

16.00 Uhr

OmdtU 

Warum mußte Staatsanwalt Traini sterben?

Perché si uccide un magistrato

Krimi. Italien 1975.

Filmmuseum

18.30 Uhr

OmenglU 

Mafioso

Mafioso

Italien 1962.

Filmmuseum

20.45 Uhr

OmenglU 

Malizia

Malizia

Komödie. Italien 1973.

Sonntag, 5. Februar 2017

Filmmuseum

15.30 Uhr

OmenglU 

Viva l'Italia!

Viva l'Italia!

Drama. Frankreich, Italien 1961.

Filmmuseum

18.00 Uhr

OmenglU 

Offene Türen

Porte aperte

Drama. Italien 1989.

Filmmuseum

20.15 Uhr

OmenglU 

Verführung auf sizilianisch

Sedotta e abbandonata

Italien 1964.

Montag, 6. Februar 2017

Filmmuseum

18.30 Uhr

OmenglU 

Zwei Särge auf Bestellung

A ciascuno il suo

Drama, Krimi. Italien 1967.

Filmmuseum

20.30 Uhr

OmenglU 

Il bell'Antonio

Il bell'Antonio

Drama, Komödie. Italien 1960.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Filmmuseum

18.30 Uhr

OmenglU 

Gebrandmarkt

Un uomo da bruciare

Drama. Italien 1962.

Filmmuseum

20.30 Uhr

OmenglU 

Placido Rizzotto

Placido Rizzotto

Biografie, Drama, Krimi. Italien 2000.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Filmmuseum

18.30 Uhr

OmdtU 

Im Namen des Gesetzes

In nome della legge

Italien 1949.

Filmmuseum

20.30 Uhr

OmenglU 

Die Macht und ihr Preis

Cadaveri eccellenti

Thriller. Frankreich, Italien 1976.