© Sky

04/16/2020

"Avenue 5" (S1): Dr. House ist Lost In Space

In seiner ersten Comedy-Serienhauptrolle seit Ewigkeiten glänzt Hugh Laurie als heillos überforderter Pseudo-Captain eines vom Kurs abgekommenen Weltraum-Kreuzfahrtschiffs.

Doch, doch, auch nach seiner Paraderolle als und in "Dr. House" hat Hugh Laurie regelmäßig hervorragend in Serien mitgewirkt: als Psychologe im Verbrechenssumpf in "Chance", als gewissenloser Geschäftsmann in "The Night Manager" oder auch als windiger Politiker in "Veep". Von letztgenannter Sendung, seiner Rückkehr zu seinen Komödien-Wurzeln, kannte der Brite bereits den begnadeten Showaustüftler Armando Iannucci, mit dem er nun in "Avenue 5" abermals kollaboriert. Und als Zuschauer kennt man von "Veep" wiederum den humortechnischen Modus Operandi, der auch in dessen neuer HBO-Comedy zum Tragen kommt: Satire, die einem im Sekundentakt säurescharfe Schmähs schenkt. Laurie gibt darin den als Held verehrten Captain Ryan Clark, der der Jungfernfahrt des titelspendenden Luxus-Kreuzfahrt-Raumschiffs (40 Jahre in der Zukunft total normal) vorstehen soll. Technische Probleme lassen die Dinge allerdings geschwind außer Kontrolle geraten: Die Avenue 5 kommt vom vorgegebenen Kurs ab, aus der veranschlagten Trip-Dauer von acht Wochen werden ganze drei Jahre Restreisezeit.

Da hieße es nun erst mal, Ruhe und Übersicht zu bewahren. Blöd halt, dass Clark, die vermeintliche Nummer Eins des Schiffs, sich in dieser höchsten Not als Schauspieler entpuppt, der den Captain bloß verkörpert hat – und der tatsächliche Oberchecker in der Kommandozentrale beim Versuch, das Schlimmste zu verhindern, ums Leben gekommen ist. Da ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis vom exzentrischen Raumschiffbesitzer (Josh Gad) über das arg überforderte Personal bis hin zu den Passagieren alle am Rad drehen und der unfreiwilligen Langzeitreisegesellschaft die Scheiße ausgelassen um die Ohren fliegt – und das nicht immer nur im metaphorischen Sinne.

Jetzt auf Sky X!