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This is Heavy

Eintrag vom von Kurt Zechner

Wenn man Danielle Macdonald in Patti Cake$ rappen hört, glaubt man, sie ist längst ein Szene-Star – in Wahrheit hatte sie vor dem Dreh noch nie einen einzigen Reim gedropt. Nun ist der Sundance-Publikumshit auch bei der VIENNALE zu sehen, wir trafen die Australierin in Cannes.

SKIP: Stimmt es, dass Sie vor diesem Film überhaupt keine Rap-Erfahrung hatten?

Danielle Macdonald: Ja, ich habe noch nie vorher gerappt, ich habe für den Film wirklich hart daran gearbeitet und ewig lange geübt. Wir haben verschiedene Songstile ausprobiert mit verschiedenen Flows und Melodien, ich habe Rapmusik natürlich gekannt und wusste auch, dass ich sie mag, aber ich habe mich nie so völlig in dieser Welt bewegt. Und als ich es dann tat, hatte ich eine ganz andere Anerkennung für diese Kunst, klar.

SKIP: Patti hat’s in der Szene ja doppelt schwer – sie ist weiß und dick …

Danielle Macdonald: Ja, und eine Frau! Für Frauen ist es generell immer noch schwieriger im Showbiz, wenn sie optischen Idealen nicht entsprechen. Im Film spürt man das sogar noch stärker. Ich glaube, große Studios mit viel Geld denken einfach, das ist das Einzige, was Leute sehen wollen: Lauter schöne Menschen, die alle total schlank sind und nur ganz aufregende Sachen machen. Erst in letzter Zeit kommen manche drauf, dass die Geschichten, die sich besonders gut verkaufen, von ganz realen Menschen handeln.

SKIP: Wird Ihnen oft geraten, eine Diät zu machen?

Danielle Macdonald: Klar sagen dir die Leute so etwas. Aber manche Menschen sind halt einfach garstig. Das Lustige ist, in meinem Leben mit meinen Freuden spielt mein Gewicht überhaupt keine Rolle. Aber in Filmen ist das anders: Wenn man eine etwas dickere Frau besetzt, dann muss sich in ihrer Rolle ihr ganzes Leben um Gewichtsprobleme drehen. Es ist herrlich, dass unser Film überhaupt nicht so ist. Es ist einfach nur eine coole Coming-of-Age Geschichte.

SKIP: Würden Sie Patti treffen, ganz zu Beginn ihrer Karriere: Was wäre Ihr Ratschlag für sie?

Danielle Macdonald: Wohl das, was diese DJane im Film zu ihr sagt: Lass dich nicht von den Hatern runterziehen. Es wird immer Leute geben, die das versuchen. Aber du darfst ihnen das einfach nicht erlauben, du musst einfach weitermachen und an dich glauben. Das ist wirklich das Allerwichtigste.

 

 

Pattie Cakes

Fotos: VIENNALE

Patti Cake$

Drama. USA 2017. Länge 108 Min. Regie Geremy Jasper. Besetzung Danielle Macdonald, Siddharth Dhananjay, Mamoudou Athie, Bridget Everett, Cathy Moriarty. Kinostart 3. November 2017.

Patricia „Patti“ Dombrowski (Danielle Macdonald) lebt mit ihrer egozentrischen Mutter (Bridget Everett) und ihrer kranken Oma (Cathy Moriarty) in einer kleinen Neubauwohnung in New Jersey und träumt von einer Karriere als Rapperin. Keine dumme Illusion: Patti ist wirklich sehr talentiert. Als sie schließlich den Outcast Basterd (Mamoudou Athie) kennenlernt, gerät ihr Traum endlich in greifbare Nähe … umwerfende Tragikomödie mit einer wirklich originellen Story und jeder Menge cooler, außergewöhnlicher Sounds.

21.10., Gartenbaukino, 23:30 Uhr
25.10., Urania, 21:00 Uhr

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