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„Bist du Bradley Coopers Leibwächter?“

Eintrag vom von Kurt Zechner

Im Drama Good Time spielt der äußerst talentierte Exvampir Robert Pattinson einen Möchtegern-Gangster, der von einer groben Panne direkt in die nächste rutscht. Im Interview erzählt er, wie man auch als Star unsichtbar sein kann – und warum er Twilight nicht bereut.

SKIP: Sie sehen in Good Time richtig „normal“ und aus, wenn man das so sagen kann.

Robert Pattinson: Das war auch wichtig, weil wir viel auf der Straße und auch mit Laiendarstellern gedreht haben. Ich konnte da nirgends irgendwie herausstechen. Wir wollten überall drehen können, ohne dass die Leute rundherum merken, was wir da tun. In einer Szene arbeite ich in einer Autowaschanlage, und die Kameras standen einfach gegenüber – und niemand hat uns erkannt. Es war faszinierend, wie man regelrecht unsichtbar werden kann. In einer anderen Szene spiele ich einen Security-Mann und war offenbar sehr überzeugend. Einmal bin ich im Lift mit einem Bewohner des Hauses gestanden, der wusste, dass hier ein Film gedreht wird. Und er hat mich angeredet und gefragt: „Yo, bist du Bradley Coopers Leibwächter?“ (lacht)

SKIP: Bedeutet das nicht auch, dass der Twilight-Hype jetzt endlich wirklich vorbei ist?

Robert Pattinson: Ich finde die Idee schön, dass diese Filme in den Köpfen der Leute immer noch herumspuken, und dass meine anderen Performan-ces immer noch damit verglichen werden. Ich hatte nie das Gefühl, dass das jetzt eine Bürde wäre, die ich abschütteln muss.

SKIP: Ihre Rollen werden immer ungewöhnlicher – wonach suchen Sie sich die aus?

Robert Pattinson: Ich weiß nicht, ich schaue einfach, dass ich etwas finde, was nicht so vorhersehbar ist. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich mir zum letzten Mal einen Mainstream-Film angesehen habe und mir gedacht habe: „Wow!!“ Obwohl ich mir zur Entspannung Superheldenfilme eigentlich gern anschaue.

SKIP: Wollten Sie in so einem noch nie mitspielen?

Robert Pattinson: Ich glaube, dafür braucht es eher Leute, die wirklich davon überzeugt sind, die Welt retten zu können. Ich brächte höchstens das Gegenteil davon zusammen. (lacht)

SKIP: Hatten Sie immer schon Selbstzweifel?

Robert Pattinson: Ja. Und je älter ich werde, desto schlimmer wird das. Aber ich sehe sie nicht als Plage, ganz im Gegenteil. Ich pflege sie. Auch wenn ich meiner Umwelt damit kräftig auf den Wecker gehe, weil ich mir immer bei allem sofort das Worst-Case-Szenario vorstelle.

 

 

Good Time

Fotos: VIENNALE

Good Time

Thriller/Drama. USA 2017. länge 101 Min. Regie Josh & Benny Safdie. Besetzung Robert Pattinson, Benny Safdie, Jennifer Jason Leigh. Kinostart 3. November 2017.

Nick (Benny Safdie) ist nicht gerade die hellste Birne im Kronleuchter – dennoch will sein Bruder Connie (Robert Pattinson) gemeinsam mit ihm eine Bank ausrauben. Doch der Coup geht schief, Nick landet im Gefängnis. Connie versucht verzweifelt, ihn rauszuholen. Was ihm schließlich sogar gelingt – oder auch nicht: Er hat irrtümlich einen völlig fremden (Buddy Duress) befreit. Aber das ist noch lange nicht der Abschluss seiner unglaublichen Pannenserie, die ihn immer tiefer ins Chaos reitet …

24.10., Urania, 21:00 Uhr
26.10., Gartenbaukino, 15:30 Uhr

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