Festivals

Fleischeslust

Eintrag vom von Julia Pühringer

Der Bodycount ist hoch, der Blutrausch groß: Die junge französische Filmemacherin Julia Ducournau hat gleich mit ihrem Erstlingswerk einen Kultfilm gelandet, der nach langem Warten endlich auch in Österreich zu sehen ist.

Ein Horrorfilm ist fast nie nur ein Horrorfilm. Niemand weiß das besser als der selbsterklärte Horror-Fan, die Filmemacherin Julia Ducournau. Deshalb kämpft sie auch dagegen an, neuerdings als „Poster Girl“ für jungen Horror zu dienen. Denn ihr fantastischer Erstlingsfilm Grave ist zwar erstens ziemlich heftig, aber zweitens auch ziemlich lustig und drittens ziemlich tiefschürfend. Eine 16-jährige Vorzugsstudentin macht da allerhand Veränderungen durch, körperlich und geistig, muss mit Gruppendruck zurechtkommen und feststellen, dass die Entdeckung vom Spaß am Sex für die anderen recht gefährlich werden kann, wenn man selbst noch andere Gelüste hat …

Der Körper, seine Grenzen und Eigenheiten sind Ducournaus Lieblingsfaszinosum. Beim Filmen verzichtete sie deshalb aus Gründen der Deutlichkeit auch gleich auf Körper-Make-up. Die geradlinigen Sexszenen, die oft im Horrorkino sonst gern doof werden, waren Ducournau genauso wichtig – und dazu zitiert sie in einer bildgewaltigen Einstellung sehr liebevoll Brian De Palmas Klassiker Carrie. Mit ihrer Film gewordenen Überzeugung machte sie sich sofort Fans: Beim Filmfestival in Cannes wurde Grave (französisch für „ernst“, „schlimm“) zum Soforthit und gewann auch prompt den FIPRESCI-Preis für den besten Erstlingsfilm, seither ist er über diverse Festivals weltweit zum Kultfilm avanciert. Dass er nun endlich nach mehreren fruchtlosen Versuchen, ihn nach Wien zu holen, hier zu sehen ist, freut deshalb umso mehr. Wir sagen: Believe the hype!

 

Grave

Fotos: Pieter de Ridder, VIENNALE

Grave – Raw

Horror. Frankreich/Belgien/Italien 2016. Länge 86 Min. Regie Julia Ducournau. Besetzung Garance Marillier, Ella Rumpf, Laurent Lucas, Joana Preiss, Bouli Lanners. Kinostart Noch nicht bekannt.

Der Familientradition entsprechend studiert Justine (Garance Marillier) Veterinärmedizin an der nahen Uni. Doch das Studentinnenleben bringt heftige Überraschungen mit sich. Denn Justine hat zwar an der Uni mit vielen Partys, aber nicht mit blutigen Einstiegsritualen gerechnet, bei denen sie gezwungen ist mitzumachen. Und schon gar nicht mit deren körperlichen Konsequenzen: Justine, die ihr ganzes Leben lang strenge Vegetarierin war, wird nämlich von einer scheinbar unerklärlichen Lust auf Menschenfleisch erfasst …

25.10., Gartenbaukino, 23:00 Uhr
31.10., Stadtkino/Künstlerhaus, 23:00 Uhr

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