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Startelf: 11 begnadet schlechte Filme

Eintrag vom von Christoph Waldboth

Zum Kinostart von The Disaster Artist, James Francos Hommage an den vielleicht besten schlechtesten Film aller Zeiten, The Room, zeigen wir euch Trashfilme, bei denen man einfach nicht wegschauen kann.

The Room

Der wahrscheinlich populärste unter den „So bad they’re good“-Movies bildet die Grundlage für James Francos aktuelle Arbeit The Disaster Artist. The Room von Kino-Exzentriker Tommy Wiseau führt zahlreiche Floplisten an und steht bis heute für ein einzigartiges Zusammenspiel von schierer Inkompetenz und Totalversagen auf allen Ebenen. Wie vielen Vertretern dieser Liste ist allerdings auch diesem Werk der enorme Unterhaltungsfaktor nicht abzusprechen. Eine bizarre bis unlogische Handlung mitsamt unglaubwürdigen Dialogen, teils katastrophalen Schauspielleistungen und groben handwerklichen Fehlern machen The Room letztlich zu einem ganz speziellen, stark schenkelklopfträchtigen Vergnügen.

 

 

Daniel, der Zauberer

Achtung, jetzt wird es schräg: Man nehme einen ehemaligen DSDS-Teilnehmer, eine absurde Geschichte rund um einen Sänger, einen Zauberer und werfe alles in einen Topf, dann einmal kräftig umrühren, mit zahlreichen dramaturgischen und technischen Fauxpas würzen und schon kommt ein Machwerk wie dieses heraus. Laut allgemeiner Auffassung ist Daniel der Zauberer derart schlecht, dass nicht einmal die semidokumentarische Herangehensweise auch nur einen Hauch Ironie ins Spiel bringt. Gleichzeitig ist er allerdings auch schon wieder auf so groteske Weise misslungen, dass das Schauen dennoch Spaß macht. So haben sich die Investitionen am Ende ja doch gelohnt.

 

 

Postal

Der Name Uwe Boll ist Musik in den Ohren eines jeden Trash-Film-Fans. Es gibt kaum einen anderen Filmemacher, der es in solch zuverlässiger Regelmäßigkeit schafft, sein Publikum fassungslos zurückzulassen. Ein Paradebeispiel ist die Game-Adaption Postal, eine gewalthaltige Satire, die als solche aber nur bedingt funktioniert. Erzwungen wirkende Witze, die ohne Sinn und Verstand aneinandergereiht werden, lassen den Film in allen Disziplinen des Genres durchfallen. Die Naivität, mit der Boll an Themen wie Terrorismus, Sektentum und US-Politik herangeht, lässt den Zuschauer am eigenen Verstand zweifeln. Das wiederum kann dem Film in seiner „Fuck Everything“-Haltung positiv angerechnet werden. Von Boll, der seine Filmkarriere vor einiger Zeit beendet hat, werden wir jedenfalls (leider?) nichts Vergleichbares mehr sehen.

 

 

Battlefield Earth

Während Postal die Spitze der misslungenen Satire markiert, steht im Science-Fiction-Genre ein völlig anderer Film an vorderster Stelle. Battlefield Earth ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Scientology-Gründer L. Ron Hubbard und schickt mit John Travolta auch gleich eines der prominentesten Mitglieder der umstrittenen Bewegung an die Schauspielerfront. Anders als zunächst befürchtet enthält die abstruse Handlung rund um Aliens, die über die Erde hergefallen sind und die Menschheit nun unterjochen, keinerlei unterschwellige Botschaften zugunsten Scientology. Sie ist schlicht gesagt nur dumm, voll unbeabsichtigtem Humor und laut Kritik „einfach nur scheiße“. Dennoch kann man sich des einen oder anderen Lachers nicht erwehren – was auch dem berüchtigten Gekicher John Travoltas geschuldet ist. Der war mit diesem Film jedenfalls kurz auf dem besten Weg, seine durch Pulp Fiction gerettete Karriere erneut in den Sand zu setzen. 

 

 

Plan 9 From Outer Space

Keine Liste dieser Art ohne Plan 9 from Outer Space, das prototypische „Meisterwerk“ unter den Schlock-Filmen, das Mekka für Fans des schlechten Geschmacks. Innerhalb kürzester Zeit erreichte dieser Streifen des „schlechtesten Regisseurs aller Zeiten“ Ed Wood Kultstatus, nicht zuletzt, da sogar die Autoren ihre Arbeit verteufelten. Reichlich unfreiwillige Komik und zahllose Filmfehler, die bis heute von Fans rund um den Globus aufgespürt werden, steigerten die Popularität des Werks enorm. Wood betrachtete sich Zeit seines Lebens als unverstandenen Künstler und auf Augenhöhe mit seinem großen Vorbild Orson Welles. Tim Burtons Filmbiographie Ed Wood zeigt recht gut, wie überzeugt der notorische Filmemacher von der Arbeit an seinem wichtigsten Streifen war. Bei der Premiere soll er gesagt haben: „Mit diesem Film gehe ich in die Geschichte ein.“ Er sollte recht behalten.

 

 

Birdemic: Shock and Terror

Fans des Tierhorrorfilms kommen im Trash-Segment ja des Öfteren auf ihre Kosten. Während der seriöse Film Meisterwerke wie Der weiße Hai oder Die Vögel hervorbrachte, dürfen sich Trash-Fans mit Sharknado, Giant Octopus und Vögeln ähnlich denen aus Hitchcocks Horrorschocker herumschlagen. Denn ausgerechnet letzterer diente hier als Vorbild: Regisseur James Ngyuen wollte eine Hommage schaffen, die alles andere in den Schatten stellt. Das Ergebnis dieses Vorhabens ist kaum in Worte zu fassen. Birdemic ist nicht nur schlecht, nein, er ist kriminell schlecht. Allein das Anschauen des Trailers grenzt an Körperverletzung, strapaziert aber gleichzeitig die Lachmuskeln. Hier treffen hölzern wirkende Schauspieler auf eine desaströse Inszenierung, die nur durch die lachhaften visuellen Effekte getoppt wird. Besonders in den USA lief der Film in zahlreichen Spätvorstellungen, wurde dadurch ein passabler Erfolg und beweist: Der Masochismus lebt.

 

 

Batman & Robin

Der dunkle Rächer genießt vor allem dank der Nolan-Trilogie (Batman Begins, The Dark Knight, The Dark Knight Rises) hohes Ansehen in der Filmlandschaft. Auch die beiden Tim Burton-Filme gelten als gelungene Umsetzungen des Comic-Stoffes. Doch dann gibt es da noch Joel Schumacher und seinen „speziellen“ Stil. Batman & Robin erreicht zwar in keiner Weise das niedrige Niveau der anderen Filme in dieser Liste, ist aber trotzdem in vielen Belangen überaus misslungen. Bis heute in Erinnerung geblieben sind vor allem Batmans peinliche Bat-Nippel, Mr. Freezes ultraunlustige One-Liner sowie das allgemeine Over-Acting. Ein trauriges Kapitel in der Historie von DCs Heldenfigur, aber eines, das dank des hohen Trash-Levels noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

 

Troll 2

Ein Horrorfilm mit absolutem Kultstatus. Bis heute finden weltweit an verschiedenen Orten Fantreffen statt, Zuschauer und Schauspieler tauschen sich gegenseitig aus und zelebrieren die niedere Qualität dieses Machwerks. Dabei ist die Randnotiz, dass in einem Film mit dem Begriff „Troll“ im Titel gar keine Trolle auftauchen, nur die Spitze des Eisbergs. Eine sinnlose Geschichte, spektakulär miese Schauspieler und Effekte machen den Streifen auf absurde Art und Weise schon wieder fesselnd. Jason F. Wright, einer der Hauptdarsteller, wurde später übrigens erfolgreicher Buchautor.

 

 

Ballistic: Ecks vs. Sever

Auf Rotten Tomatoes ist dieser Film mit einem Score von 0% bei 116 Kritiken der am schlechtesten bewertete aller Zeiten. Hier treffen völlig überladene Action ohne Sinn, Stil oder Originalität auf Klischees und eine lächerlich simple Geschichte. In der Welt von Ballistic werden Menschen nicht nur von Kugeln getroffen, nein, sie explodieren dabei. Passend dazu laufen die Protagonisten, gespielt von Lucy Liu und Antonio Banderas, in schlechten Matrix-Kostümen rum und geben armselige Trinity- und Neo-Kopien ab. Alles in allem ein eindringlicher filmischer Beweis dafür, dass es eben nicht reicht, einfach mal zwei Stars in schwarzen Gewändern wild rumballern zu lassen.

 

 

Samurai Cop

Es gibt viele Filme mit Polizisten in der Hauptrolle, und mindestens ebenso viele mit Samurai-Kriegern. Was passiert, wenn man diese beiden unwiderstehlichen Komponenten vermischt, darf in einem der miesesten Action-Streifen aller Zeiten bewundert werden. Samurai Cop wirft dem Zuschauer groteske Stunts am Fließband vor die Füße, quält ihn mit einer seltsamen, klischeebehafteten Geschichte und ist dabei absurderweise erstaunlich amüsant. Der Film lief bei seinem Erscheinen nicht im Kino, und wurde erst durch die VHS-Veröffentlichung sowie durch Uploads auf YouTube zum Trash-Klassiker. In Erinnerung bleiben wird, neben den natürlich großartigen schauspielerischen Leistungen, vor allem der eigentliche Star des Films: die schmerzlich an die 80er Jahre erinnernde Frisur des Protagonisten. Grauenhaft gut.

 

 

Cabin Fever

Nein, wir sprechen nicht von Eli Roths durchaus geschätztem Horrorfilm aus dem Jahr 2002, sondern vom zehn Jahre später entstandenen Remake, dasRoth mitproduzierte. Ähnlich wie bei Hanekes Funny Games entstand hier eine Bild-für-Bild-Neuverfilmung, die dem Original in nichts nachsteht. Dennoch wurde der Film von Kritikern zerrissen und hält die 0%-Marke auf Rotten Tomatoes. Bemängelt wurden vor allem die fehlenden Verbesserungen – und so bekam der Streifen recht schnell den Status als eines der sinnlosesten Remakes aller Zeiten.    

 

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