Serien

Lost in Space

Staffel 1

Eintrag vom von Volker Müller

Space Jam. Netflix klotzt mit der aufwendig produzierten Neuauflage des wegweisenden 60er-Jahre-SciFi-Meilensteins und liefert bingewürdiges Serienfutter von einem Exoplaneten. 

Worum geht’s?

Fast forward 30 Jahre: Planet Erde ist zwar weiterhin bewohnbar, durch Schönheit glänzen sieht allerdings anders aus. Nicht zuletzt deshalb ergreift die fünfköpfige Familie Robinson die Chance, als ihr angeboten wird, durch den Orbit zu jetten, um im Alpha-Centauri-System einen Planeten neu zu besudeln. Unterwegs geht jedoch einiges schief und die Sippe muss in gänzlich unbekannten Gefilden notlanden. Klar, dass da einige Abenteuer auf sie warten.

Was steckt dahinter?

Irwin Allens Lost in Space lief von 1965 bis 1968 über 83 Episoden lang und zählt neben Star Trek zu den einflussreichsten SciFi-Serien aller Zeiten. Zwar ist letztere heute weit bekannter, vor allem anfangs hatte die Serie von Gene Roddenberry allerdings eine schwere Zeit, was indirekt auch Lost in Space geschuldet war. Der TV-Sender CBS etwa gab den unbeschwert familienfreundlichen Abenteuern der Robinsons den Vorzug und die Serie fand schon bald eine sehr breite Anhängerschaft. 1998 versuchte dann ein als zu düster verschrienes Film-Remake, den Stoff neu aufzubereiten. Kritiker verrissen den Streifen zwar, immerhin konnte er aber Titanic nach 15 Wochen in Folge an der Spitze der US-Kinocharts ablösen. Streamingkaiser Netflix hievt den Spirit des Originals nun in das Hier und Jetzt und breitet die Geschichte optisch zeitgemäß und dramaturgisch einnehmend neu auf.

Was wird geboten?

Schon die ersten, von The Descent-Regisseur Neil Marshall inszenierten Szenen zwischen Will (Max Jenkins) und einem Roboter zeugen nicht nur von technischer Brillanz, sondern etablieren eine empathische Grundstimmung, die ständig mitzuschwingen vermag. Darüber hinaus wird allen Charakteren Raum zur Entwicklung eingeräumt – egal ob Vater John (Toby Stephens, Black Sails), Mutter Maureen (Molly Parker, Deadwood) oder den Töchtern Judy (Taylor Russell, Falling Skies) und Penny (Mina Sundwall, Maggie’s Plan). Auf der anderen Seite möchte man der durchtriebenen Dr. Smith (fantastisch: Parker Posey, Dazed and Confused) fast jede Sekunde ins Gesicht springen. Vom spielerischen, an der Grenze zur Parodie schwingenden Humor des Originals ist zunächst – zum Glück – noch recht wenig zu merken, dafür sorgt Ignacio Serricchio (Bones) als Don West mit ein paar gut getimten One-Linern für genügend Lacher. So überzeugt Lost in Space als gleichermaßen familienfreundliches wie spannendes SciFi-Abenteuer, das zu einem echten Hit avancieren könnte.

 

Lost in Space (Staffel 1) – ab 13.04. auf Netflix

 

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