Serien

Barry

Staffel 1

Eintrag vom von Christoph Prenner

Schuld und Bühne: Ein desillusionierter Profikiller meint, im Theaterspielen seine Berufung gefunden zu haben – und stellt so nicht nur sein Leben gefährlich auf den Kopf. Beträchtlich begnadetes Ping Pong zwischen Schwarzhumor und Spannungskraft, von/mit Top-Typ Bill Hader.

Worum geht’s?

Barry Berkman (Bill Hader) beseitigt böse Buben: mit abgebrühter Könnerschaft und roboterhafter Präzision führt er im Akkord Auftragsmorde aus – lediglich an Ungustln, die sich das auch verdienen freilich, das ist ihm wichtig. Mit jeder vollzogenen Tat suppt dem traumatisierten Ex-Marine die Schwermut noch ein wenig quälender aus dem Gemüt. „I know there’s more to me than that“, stellt er fest – und auch sein „Agent“ Monroe Fuches (Stephen Root) erkennt, dass ein Tapetenwechsel wohl nicht ganz verkehrt wäre. Also schickt er seinen Partner nach Los Angeles, wo der den Liebhaber der Frau eines tschetschenischen Mobsters (Glenn Fleshler) über den Jordan schicken soll. Als ihn diese Mission allerdings in die Klasse des selbstverliebten Schauspiellehrers Gene Cousineau (Henry Winkler) schwemmt, und dort unvermutet aber lautstark die Idee einer echten, bislang verborgenen Bestimmung in ihm zu bimmeln beginnt, bringt das Barrys bis dahin so wohlfeil geordnete Killerkarriere nachhaltig ins Schlingern …

Wer ist dabei?

In erster Linie und multipler Funktion: Bill Hader. Das langjährige Mitglied der Saturday Night Live-Comedy-Truppe hauptrollt die halbstündige HBO-Dramedy nicht nur mit bewegend unbewegtem Mienenspiel; er hat das Format zusammen mit Alec Berg (Silicon Valley) auch erdacht – und darüber hinaus auch noch über weite Strecken inszeniert. Hader (nicht verwandt mit Josef) glückte es dabei, sich selbst eine 1A-Schaubühne aufzustellen, die ihm verdientermaßen auch bereits neue Optionen aufgetan hat – ein Engagement im zweiten Teil von Es gilt als ziemlich wahrscheinlich. Lorbeeren verdient sich aber auch der Rest des Casts: von Edelveteranen wie Henry Winkler über verlässliche Seriencharaktergesichter wie Stephen Root bis hin zu vielversprechenden Shootingstars wie Sarah Goldberg geigt hier wirklich die gesamte Garnitur nach den besten Regeln der Schauspielkunst auf.

Was wird geboten?

Antihelden-Anordnungen hat man im neuen Golden Age of TV ja schon in vielerlei Variationen gesehen – bloß schon lange nicht mehr so umwerfend und leichtfüßig unterhaltend wie hier. Griffigst geschrieben und bis in die Nebenfiguren und Nischenaspekte motiviert verarbeitet, glänzt Barry zwischen Trauma und Drama mit rabenschwarzem Humor, kraftvollem Suspense und existenzphilosophischen Einlassungen. Eine der schönsten episodischen Erfrischungen dieses Frühlings.

 

Barry (Staffel 1) – ab 08.05. auf Sky Atlantic, Sky Go & Sky Ticket.

 

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