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Startelf: 11 Tierhorrorfilme, die du gesehen haben musst

Eintrag vom

Zum Kinostart von Jurassic World: Fallen Kingdom rufen wir euch ein paar mordsmäßige Filmauftritte aus dem Reich der Tiere ins Gedächtnis, die ihre Schleim-, Kratz- und Bissspuren tief im popkulturellen Bewusstsein hinterlassen haben. 

Die Vögel (The Birds, 1963)

Gefiedertes Grauen. Bei der Produktion des legendären Nature-gone-wild-Thrillers Die Vögel machte Regiemeister Alfred Hitchcock von so ziemlich jedem Spezialeffekt Gebrauch, der in den 60er Jahren zur Verfügung stand. Neben unbeweglichen und mechanisch animierten Attrappen kamen auch wilde und dressierte Vögel zum Einsatz. So entstand eine der verstörendsten Szenen des Films schockierend realitätsnah: Als Tippi Hedrens Melanie im Schlafzimmer von aggressiven Raben und Möwen attackiert wurde, musste die Darstellerin auch echte Tiere abwehren, die auf sie geschleudert wurden bzw. mit Nylonschnüren an ihrer Kleidung befestigt waren. Nicht nur den Zuschauern flattern beim haarsträubenden Vogel-Wahnsinn die Nerven: Hedren stand nach dem Dreh der Szene mehrere Tage unter ärztlicher Aufsicht.

 

 

Der weiße Hai (Jaws, 1975)

Bei Fans ungeniert zuschnappender Raubtiere in Übergröße konnte Steven Spielberg nicht erst mit den Urzeit-Reptilien von Jurassic Park punkten. Schon einige Jahre davor bereicherte er die Filmgeschichte mit dem Weißen Hai um ihren legendärsten Killerfisch und sorgte im Zuge dessen für den allerersten Sommer-Blockbuster. Dabei wurde auch die eingängige Titelmelodie zu einem fixen Bestandteil cineastischer Populärkultur. Dank zahlreicher unvorhergesehener Probleme mit den kostspieligen Hai-Modellen ließ sich das arglistige Vieh 81 Minuten Zeit, bevor es erstmals gut erkenntlich aus der undurchsichtigen Wasseroberfläche auftauchte. Nicht zuletzt deshalb sorgt der Film seit über vier Jahrzehnten dafür, dass Strandurlaube regelmäßig von einer gehörigen Portion Paranoia begleitet werden. 

 

 

Orca, der Killerwal (Orca, 1977)

Auch wenn es dem Weißen Hai nicht einmal annähernd das Wasser reichen kann, wird das von Dino De Laurentiis produzierte und von Michael Anderson inszenierte Creature Feature zu Unrecht als billiges Rip-off abgetan: Im Gegensatz zum eher unreflektiert mordendem Tiefseekollegen hat der blutdurstige Protagonist in Orca nämlich zumindest einen guten Grund rabiat zu sein. Nachdem der Versuch eines geschäftstüchtigen Kapitäns (Richard Harris), eine Walkuh zu fangen, mit dem Tod des trächtigen Weibchens endete, sinnt der hinterbliebene Bulle auf Rache. Als folge er einem ausgeklügelten Vergeltungsplan, löscht der Killerwal ein Crew-Mitglied nach dem anderen aus (Bo Derek kommt einbeinig davon), bevor sich Kapitän und Wal schließlich in einem westerngleichen Showdown im Eismeer duellieren.

 

 

Piranhas (Piranha, 1978)

Auch B-Movie-King Joe Dante steuerte 1978 mit seinem ersten eigenen Spielfilm seinen Beitrag zum Kanon der Tierhorrorfilme im Nachhall von Der Weiße Hai bei. Vom Militär heimlich für den Einsatz im Vietnamkrieg gezüchtete Piranhas entkamen in der Low-Budget-Produktion ungünstigerweise ihrem Becken – am Weg ins Meer häckselten die menschenblutdurstigen Unterwasser-Fleischwölfe infolge das Flusswasser rot. Besonders am speziellen Humor lässt sich bereits die unverwechselbaren Handschrift Dantes erkennen. Laut Spielberg himself der beste billige Abklatsch seines Killerfischhits! Weiterführender Fun Fact: das noch etwas trashigere Sequel aus 1981 war James Camerons Hollywood-Debüt.

 

 

Formicula (Them!, 1954)

Groß wie eine Ameise. In der Wüste New Mexicos treibt ein grausamer Killer sein Unwesen: Polizisten finden mehrere verstümmelte Leichen, vollgepumpt mit Methansäure. Zudem scheint der rätselhafte Täter unbändigen Heißhunger auf Zucker zu haben … Auch wenn die gigantischen Riesenameisen aus Formicula heute ein bisschen behäbig wirken – im Jahr 1955 hätten sie sich fast einen Oscar in der Kategorie visuelle Effekte verdient. Doch auch ohne Auszeichnung der Academy ging der frühe Monsterfilm samt nicht zu übersehender Kritik am Atomzeitalter in die Horrorfilmgeschichte ein.

 

 

Roar (Roar, 1981)

Eine elf Jahre dauernde Produktion, für die 150 echte Raubkatzen zum Einsatz kamen, die denn auch verlässlich für 70 verletzte Crew-Mitglieder sorgten – die junge Melanie Griffith verlor fast ein Auge, Kameramann Jan de Bont (der spätere Speed-Regisseur) seinen halben Skalp – und die schließlich einer der größten Kassenflops der 70er Jahre werden sollte: Mitunter und in Fällen wie diesem wird der auf Film gebannte Horror von jenem hinter den Kulissen noch mal mit, ähm, Leichtigkeit übertrumpft. Die Entstehungsgeschichte von Apocalypse Now nimmt sich gegen den Wahnwitz dieses „most dangerous movie ever made“ jedenfalls fast wie eine Schullandwoche aus.

 

 

Tremors – Im Land der Raketenwürmer (Tremors, 1990)

Jetzt heißt's leise treten: In der abgeschiedenen Wüstengemeinde Perfection im Bundesstaat Nevada treibt eine unbekannte Spezies von Untergrund-Ungeheuern ihr Unwesen. Mit gierig zupackenden Schlangenzungen ausgestattet spüren die riesigen Graboiden nach jeder noch so kleinen Erderschütterung, um sich rasend schnell ihre Tunnel Richtung Beute zu graben. Grausig, spannend und völlig beabsichtigt komisch wurde der Kinoflop Tremors erst nach seinem Video-Release zum erfolgreichen Kulthit. An den zahlreichen Sequels scheiden sich hingegen bis heute die Geister. Die für dieses Jahr geplante Serienfortsetzung des Originals, in der Kevin Bacon erstmals wieder in die Rolle des einfältigen Handwerkers Valentine McKee schlüpfen sollte, kam leider nicht über die Pilot-Phase hinaus.

 

 

Arachnophobia (Arachnophobia, 1990)

Oft wurde versucht, Spinnenängsten in Horrorfilmen adäquat zu huldigen – wirklich gelungen ist dies bis jetzt allerdings nur einmal: In Arachnophobia paarte sich eine giftige Urwald-Spinne mit einem harmlosen Spezies-Vertreter im Norden Kaliforniens, woraufhin die Einwohner des kleinen Städtchens Canaima drastisch dezimiert wurden. Das Regiedebüt des Langzeit-Spielberg-Produzenten Frank Marshall ist auch dank Jeff Daniels in der Rolle eines Arztes mit akuter Spinnenangst und John Goodman als passioniert durchgeknalltem Insekten-Terminator ein Grusel- und Gagfeuerwerk, nach dem Klo- und/oder Badbesuche nie wieder dasselbe sein werden.

 

 

Die Fliege (The Fly, 1986)

David Cronenbergs The Fly gilt heute zurecht als bester Body-Horror-Streifen aller Zeiten. Dies liegt vor allem an Jeff Goldblums wunderbar grausiger Tour de Force vom Wissenschaftler zum Mensch-Fliege-Hybrid. Laut Produzent Stuart Cornfeld wurde übrigens eine Szene, in der Goldblum eine Kreuzung aus Affe und Katze zu Tode prügelt, herausgeschnitten, da sich das Publikum sonst zu weit vom Hauptcharakter entfernt hätte – Tierquälerei ist nun mal tabu, selbst wenn es sich dabei um eine furchteinflößende Kreatur handelt.

 

 

Der Geist und die Dunkelheit (The Ghost and the Darkness, 1996)

Basierend auf dem Buch "Die Menschenfresser von Tsavo" und einer wahren Geschichte zeichnet Der Geist und die Dunkelheit ein sicherlich maßlos übertriebenes Bild zweier Löwen, die in Uganda während eines Brückenbaus allzu gerne Menschen jagen und fressen. Der Film lebt vor allem von der durchgeschwitzt-düsteren Atmosphäre (Oscar für den besten Tonschnitt!) und vom Hauptdarstellerduo Michael Douglas/Val Kilmer. Vielfach wird der Film als Der weiße Hai am Land bezeichnet – wohl auch deshalbe, weil er mit etwaiger, von The Lion King geprägter Löwenromantik radikal Schluss machte.

 

 

Anaconda (Anaconda, 1997)

Tief im brasilianischen Amazonas-Dschungel lauert die titelgebende mordgierige Monsterschlange, die ihre Opfer blitzschnell umschlingt, um ihnen das Leben aus dem Leib zu pressen, sie anschließend zu verputzen und meist halbverdaut wieder auszuspeien. Natürlich nur, um möglichst schnell erneut auf tödliche Jagd zu gehen. Kreischen und akrobatische Luftsprünge vollführen kann sie auch. So realitätsfern wie das teils animierte, teils als aufwendiges Animatronik-Modell gebastelte Ungetüm ist auch der starbesetzte Cast – wobei vor allem Jon Voight als fieser Schlangenjäger eine erinnerungswürdig überzogene Performance ablieferte. Sechs Nominierungen für die Goldene Himbeere hin oder her: An den Kinokassen war der Film ein voller Erfolg; drei Fortsetzungen sowie ein Crossover mit der Killer-Krokodil-Filmreihe Lake Placid waren die Folge. 

 

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