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Vier gewinnt: Viggo Mortensens beste Filme

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Für seine Glanzleistung in Green Book ist Viggo Mortensen aktuell bereits zum dritten Mal für einen Oscar nominiert. Neben seinen beiden früheren Academy-Award-Anwärtern präsentieren wir euch hier noch zwei weitere Pflichtfilme aus dem Schaffen des charismatischen Charakterdarstellers.

Herr der Ringe-Trilogie (Lord of the Rings, 2001–2003)

Einen Tag vor Drehstart im Oktober 1999 ließ sich Mortensen auf Drängen seines damals elfjährigen Sohnes Henry auf eine der wenigen Blockbuster-Rollen seiner Karriere ein und ersetzte Stuart Townsend kurzerhand als Aragorn in Peter Jacksons Herr der Ringe-Trilogie. Um den noblen Tolkien-Helden möglichst glaubwürdiges Leinwand-Leben einhauchen zu können, schleppte Mortensen permanent sein Prop-Schwert mit sich herum und schlief jede Nacht unter freiem Himmel. Beim Dreh der legendären Schlacht vor den Toren Mordors in Die Rückkehr des Königs riskierte er gar sein Leben, als er im Rausch der Improvisation den gesicherten Dreh-Bereich verließ und geradewegs in ein dem neuseeländischen Militär als Trainingsgelände dienendes Bombenareal galoppierte. Voller Einsatz – "Für Frodo!" – eben.

 

 

Tödliche Versprechen – Eastern Promises (Eastern Promises, 2007)

Mit der Herr der Ringe-Trilogie mag er sich in die erste Wahrnehmungsliga gespielt haben, doch es waren erst seine drei folgenden Filme mit Meisterregisseur David Cronenberg, die Viggo in der ersten Charakterdarstellerliga ankommen ließen. Wo ja schon die erste Kollabo A History of Violence 2005 die Latte in lichte Höhen gelegt hatte, setzte dieser atmosphärische, unerbittliche Russenmafia-Thriller gar noch einen drauf – was besonders Mortensens Performance als angsteinflößendem, im Grunde aber herzensgutem Gauner geschuldet. Nicht nur martialische Full-Body-Tattoos stehen hier für vollsten Körpereinsatz – stellvertretend hierfür die gnadenlos brutale Badehaus-Kampfszene angeführt, in der er tatsächlich ohne Stuntdouble auskam (und dabei wirklich gar nichts der Fantasie überließ). Ein All-Time-Klassiker des schlauen Suspense- und Schmerzenskinos.

 

 

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück (Captain Fantastic, 2016)

Explizite Sprache und Viggo Mortensens blanker Penis brockten Captain Fantastic in den USA tatsächlich ein R-Rating ein (Ö: ab 12). Dabei können Teenager ja so viel lernen beim Schauen des Familiendramas, das übrigens eher rührend, klug und witzig daherkommt als derb und anzüglich: Zum Beispiel über Noam Chomsky, die Bill of Rights und die String-Theorie. In allen Themen sind die Kinder von Mortensens Filmfigur Ben sattelfest, obwohl sie als vermeintlich „Wilde“ im Wald aufwachsen. Als die Aussteiger-Familie ihr Refugium Richtung "Zivilisation" verlassen muss, geraten die behüteten Sprösslinge allerdings dann doch noch in den Sog der US-amerikanischen Leitkultur, woran Ben ganz schön zu knabbern hat. Trotz Nominierung für seine grandiose Performance als zerrissener Familienvater ging Mortensen von der Oscar-Verleihung 2017 mit leeren Händen heim – mal schauen, wie ihm die Academy heuer gewogen ist.

 

 

The Road (The Road, 2009)

Freilich hätte man hier auch noch Viggos fantastisches Frühwerk Reflecting Skin – Schrei in der Stille anführen müssen – letzten Endes führt in einer solch stark aussiebenden Best-of-Liste aber speziell an The Road, öhm, kein Weg vorbei. Die Adaption von Cormac McCarthys dunkelgrau dystopischem Roman begleitet ein Vater-Sohn-Gespann bei dessen zunehmend an die Grenzen des Erträglichen führenden Überlebenskampf quer durch ein postapokalyptisch niedergestrecktes Amerika. Selbiger ringt zwischen den letzten verbliebenen Ungustln freilich nicht nur beiden Protagonisten, sondern auch dem Zuschauer wirklich alles ab – spätestens beim stark am Gemüt rüttelnden Schlussakt, in dem Mortensen sein Können wie nie zuvor rauszukitzeln vermochte, gibt es emotional echt gar kein Halten mehr.

 

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