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Das Cannes-Programm 2019 steht fest – mit österreichischer Beteiligung!

Eintrag vom von Christoph Prenner

Den neuen Tarantino sucht man im Line-up der 72. Auflage der Filmfestspiele von Cannes zwar (noch) vergeblich – dafür zieht mit Jessica Hausner eine Austro-Regisseurin in den Kampf um die Goldene Palme. 

Der größte Coup im Cannes-Programm war freilich schon vor dessen Präsentation festgestanden. Denn dass mal ein Zombie-Klamauk das prestigeträchtigste Filmfestival der Welt (das heuer von 14. bis 25. Mai stattfindet) eröffnen wird, das konnte man nun wahrlich nicht erwarten. Es wird bei der Auswahl natürlich hilfreich gewesen sein, dass The Dead Don’t Die von Jim Jarmusch, einem der renommiertesten Autorenfilmer der Gegenwart, verantwortet wurde. Der potentielle Starauflauf am Red Carpet war bei einem Cast mit Bill Murray, Tilda Swinton, Adam Driver, Chloë Sevigny, Steve Buscemi und Selena Gomez sicher auch kein ungewichtiges Argument für den Premium-Slot.

Ob das auch für eine Goldene Palme reicht, wird sich weisen – die Konkurrenz ist mit brandneuen Werken von Arthouse-Kapazundern wie etwa Terrence Malick (A Hidden Life), Pedro Almodovar (Dolor y Gloria), Bong Joon Ho (Parasite), Ken Loach (Sorry We Missed You), Xavier Dolan (Matthias et Maxime) und den Dardenne-Brüdern (Le jeune Ahmed) in diesem Jahr außerordentlich hochkarätig. Umso erfreulicher ist es da, dass sich mit Jessica Hausner auch eine österreichische Regisseurin im Wettbewerb wiederfindet – die Wienerin wird ihren SciFi-Thriller Little Joe mit Ben Whishaw und Emily Beecham präsentieren.

Außerhalb der Competition werden unter anderem das sich dem Leben und Schaffen von Paradiesvogel Elton John widmende Musical-Biopic Rocketman sowie Nicolas Winding Refns erste Serie, das für Amazon produzierte Too Old To Die Young, gezeigt. Die großen Abwesenden sind Netflix (das sich immer noch nicht mit Festivaldirektor Thierry Frémaux einigen konnte) sowie Quentin Tarantino mit seinem heißersehnten neuen Streich Once Upon a Time in Hollywood. Die Hoffnung sollte man aber zumindest im zweiten Fall nicht ganz aufgeben: Der Film befindet sich grade im Schneideraum – womöglich geht sich eine fertige Fassung ja sogar noch für Cannes 2019 aus. Für den Wirbel, den Tarantino und seine Stars (unter anderem Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Margot Robbie) garantieren würden, wartet man eben gern auch bis zur allerletzten Minute zu.

 

Foto: © La Pointe courte / 1994 Agnès Varda and her children. Montage & Design: Flore Maquin.

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