Schirm

Chernobyl

Staffel 1

Eintrag vom von Lukas Traber

Tragödie mit Tragweite: Die erste Serien-Kooperation von Sky und HBO präsentiert ungeschönte und schockierende Einblicke in eine der größten Nuklearkatastrophen der Menschheitsgeschichte.

Worum geht’s?

In der Nacht des 26. April 1986 kommt es im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl im Zuge eines Routinetests zu einer fatalen Explosion. Dass es sich dabei um einen Super-GAU handeln könnte, versucht nicht zuletzt der stellvertretende Chefingenieur Anatoli Djatlow (Paul Ritter), unter dessen Leitung der Versuch durchgeführt wird, zu verdrängen. Auch den Einsatzkräften der Feuerwehr, die sich beim Löschen der entstandenen Brände in unmittelbare Nähe der tödlichen Strahlung begeben, ist das Ausmaß der Gefahr noch nicht bewusst. Von den rund 50.000 Bewohnern der nahegelegenen Stadt Prypjat ganz zu schweigen. Um das Reaktorunglück zu untersuchen wird eine Regierungskommission ins Leben gerufen, der mit Waleri Legassow (Jared Harris) einer der führenden Atomphysiker der Sowjetunion angehört. Gemeinsam mit der Nuklearwissenschaftlerin Ulana Khomyuk (Emily Watson) setzt er alles daran, den Schaden einzudämmen und ein noch größeres Desaster zu verhindern. Bei ihrem Kampf gegen die Zeit stehen ihnen dabei auch eine Kultur der Geheimhaltung und die Verbreitung von Fehlinformationen im Weg.

Was steckt hinter?

Mit Chernobyl entfernt sich Serienschöpfer und Drehbuchautor Craig Mazin denkbar weit von seinen Wurzeln im Showgeschäft, war er bisher doch etwa als Co-Autor von Comedy-Sequels der Hangover- und Scary Movie-Reihe tätig. Umso beachtlicher, dass er mit seiner Kehrtwende ins Drama-Genre vollends zu überzeugen weiß. Das ist wohl auch der peniblen Recherche geschuldet. Seit 2014 hat sich Mazin intensiv mit Regierungsdokumenten, Zeitzeugenberichten und Büchern zur titelgebenden Thematik befasst, um eine möglichst authentische Nacherzählung der Ereignisse rund um die Kraftwerkskatastrophe liefern zu können.

Was wird geboten?

Mit dokumentarischer Präzision widmet sich die Miniserie den schockierenden Fakten dieses nuklearen Unglücks, das bereits in den ersten Minuten der Handlung seinen Anfang nimmt. Dennoch scheinen einige Szenen direkt einem Horrorfilm entnommen zu sein. Gerade durch diese realitätsgetreue Darstellung eines fast schon unwirklich scheinenden Szenarios gelingt es Chernobyl, den Zuseher von Beginn an ans Geschehen zu fesseln – und liefert dabei eine packende Aufarbeitung eines besonders schockierenden Kapitels Zeitgeschichte, das auch hierzulande bleibende Spuren hinterlassen hat. 

Chernobyl (Staffel 1) – ab 14.05. auf Sky Atlantic & Sky X

 

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