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Cannes 2019, Tag 4: Jessica Hausner schickt Little Joe ins Rennen

Eintrag vom von Claudia Dlapa

Applaus für Jessica Hausner am Freitag bei den Filmfestspielen in Cannes – die Wiener Regisseurin feierte im Grand Théâtre Lumière die Premiere ihres Wettbewerbsfilms. Jetzt heißt’s Daumen drücken, dass Little Joe auch die Jury überzeugen konnte.

Österreichische Filmemacher und Filmemacherinnen sind in Cannes ohne Zweifel gern gesehen: 2007 und 2012 bestritt Ulrich Seidl mit Import Export bzw. Paradies: Liebe das Rennen um die Goldene Palme. Michael Haneke durfte gar schon sieben Mal an der Croisette auf die begehrte Auszeichnung hoffen und sie zweimal sogar mit nach Hause nehmen: 2009 staubte er den Preis für Das weiße Band ab, 2012 für Liebe. Nach fünf Festivalbesuchen hat’s jetzt auch die Wienerin Jessica Hausner geschafft im Hauptwettbewerb vertreten zu sein, und zwar mit einem Film, der in unheimlich schönen Bildern von einer ganz schön unheimlichen Pflanze erzählt: "Little Joe" heißt die glühend rote Blüte, deren Genmaterial so modifiziert wurde, dass sie rundum glücklich macht, sofern man sie ausreichend hegt und pflegt. Klingt erstmal ziemlich super, lässt in weitere Folge aber starke Zweifel aufkommen, ob Glücklichsein durch Flower Power wirklich das Wahre ist. Zur Premiere des SciFi-Thrillers schaute Hausner gemeinsam mit ihrer Hauptdarstellern Kit Connor, Emily Beecham, Kerry Fox und Phénix Brossard am Roten Teppich vorbei.

 

Der Kampf um die Palme wird kein Zuckerschlecken. Die 46-jährige Hausner muss sich im Wettbewerb gegen eine ganze Reihe renommierter Regie-Veteranen durchsetzen, um als Siegerin durchs Ziel zu gehen. Ebenfalls freitags stellte Konkurrent Pedro Almodóvar sein autobiografisches Drama Douleur et Gloire (Schmerz und Ruhm) dem Publikum vor. Antonio Banderas übernahm für den vom Leben seines Machers inspirierten Film die Rolle eines etwas in die Jahre gekommenen Regisseurs, der durch die Wiederaufführung seines erfolgreichsten Films Anlass bekommt, auf seine bewegte Vergangenheit zurück zu blicken. Dort hat auch Penélope Cruz als Mutter des jungen Filmemachers ihren Auftritt. Beide Darsteller begleiteten den bald 70-jährigen Oscarpreisträger Almodóvar zur Premiere seines wohl persönlichsten Films, der gleichzeitig auch eine wunderschöne Ode ans Kino ist.

 

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