Festivals

Cannes 2019, Tag 7: Maritimes Meisterwerk

Eintrag vom von Claudia Dlapa

Neo-Fledermausmann Robert Pattinson hat es in The Lighthouse, dem bisher beeindruckendsten Werk dieses Cannes-Jahrgangs, auf eine Möwe abgesehen. Sein Filmpartner Willem Dafoe dafür gleich auf das versammelte Festivalpublikum: Vor ihm gibt es in diesen Tagen an der Croisette kein Entkommen.

Dass es auch abseits des Rennes um die Goldene Palme Spannendes im Programm der Filmfestspiele von Cannes zu entdecken gibt, ist nichts Neues. Im Laufe der vergangenen Tage war es vor allem eine ganz bestimmte Perle, die außerhalb des Wettbewerbs lief und mit viel rauem Wind auf der Leinwand Jubelstürme in Kritikerkreisen entfachte. Im Rahmen der Nebenschiene Quinzaine des Réalisateurs wurde Robert Eggers' The Witch-Nachfolger The Lighthouse gezeigt – ein durch Mark und Bein gehendes psychologisches Horrordrama, das seine Wucht vor allem aus dem Zusammen- und Gegeneinander-Spiel der zweisamen Darsteller Willem Dafoe und Neo-Batman Robert Pattinson speist. Bestechend schöne und gleichsam verstörende maritime Schwarz-Weiß-Bilder im fast quadratischen 1.19:1-Format tun ihr Übriges, damit sich das lyrische Insel-Kammerspiel um einen Leuchtturmwärter und seinen Gehilfen, die sich auf engstem Raum abwechselnd annähern und abstoßen und dabei zunehmend dem Wahnsinn verfallen, für längere Zeit ins Gedächtnis brennt. Die Frage, ob noch ein anderer Film des Festivals begehrlicher strahlen kann als das Licht aus The Lighthouse, wird noch ein paar Tage offen bleiben. Mal schauen, ob Gael García Bernal, Abel Ferrara und bald dann ja auch noch Quentin Tarantino mit ihren mitgebrachten frischen Werken Publikum, Presse und – im Falle von letztgenanntem – Jury überzeugen können.

 

Willem Dafoe trifft man in diesen Tagen überhaupt gefühlt an jeder Ecke annicht nur auf der Leinwand in The Lighthouse oder ebenjenem brandneuen Ferrara-Film Tommaso, sondern am Montag auch jenseits davon beim Screening von La Belle Epoque. Die Premiere des Dramas von Nicolas Bedos ließ klarerweise auch Darsteller Guillaume Canet nicht aus – gemeinsam mit seiner Partnerin Marion Cotillard flanierte er samt Co-Cast und Crew über den roten Teppich. Französischen Schauspielerinnen-Hochadel konnte auch die anschließende Premiere bieten: Die große Isabelle Huppert hatte sich zur Präsentation des zugegebenermaßen letztlich recht fadgasigen Indie-Sinnsuche-Dramas Frankie persönlich an der Croisette eingefunden.

 

>>Klick dich hier durch die besten Schnappschüsse der Premiere

0 Kommentare

Kommentar verfassen

Um Kommentare verfassen zu können, musst du eingeloggt sein.

Falls du bereits registrierter SKIP User bist, gehe zum , solltest du noch kein Benutzerprofil haben, kannst du dich hier registrieren.