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Cannes 2019, Tag 8 & 9: Tarantinos Neunte

Eintrag vom von Christoph Prenner

Exakt 25 Jahre nach seinem ersten Cannes-Triumph hat Quentin Tarantino nun seinen heiß ersehnten neunten Streich in Cannes zur Uraufführung gebracht. Neben Tarantino ließen sich auch Margot Robbie, Brad Pitt und Leonardo DiCaprio minutenlang vom Premierenpublikum beklatschen.

Die Antwort fiel überraschend knapp und wortkarg aus: "Nein, habe ich nicht." Die Frage, auf die Quentin Tarantino auf der Pressekonferenz zu Once Upon A Time ... In Hollywood so kurz angebunden reagierte, war zwar auf Französisch gestellt worden (Journalisten dieses Landes sprechen offenbar auch weiterhin als einzige kein Englisch), hatte aber auch abzüglich aller Übersetzungs-Abmilderungen noch einiges an Sprengkraft inne. Es ging in ihr darum, ob Tarantino seinen nicht zuletzt seit #metoo in Ungnade gefallenen Regiekollegen Roman Polanski vor den Dreharbeiten zu seinem neunten Streifen getroffen hatte – schließlich kreist dieser ja um den 1969 an dessen damaliger Ehefrau Sharon Tate verübten Mord durch die Manson Family. Ebenso abwehrend reagierte Tarantino zum Ende der halben Pressestunde dann auch noch auf die Behauptung einer Journalistin der New York Times, wonach die von Margot Robbie verkörperte Tate im Film wirklich wenig zu sagen hätte: "Ich weise Ihre Hypothese zurück."

 

Zuvor war es, ganz so wie nach der Galapremiere am Vorabend, bei der das tatsächlich forderndste, womöglich aber auch reifste Tarantino-Werk mit minutenlangen Standing Ovations abgefeiert wurde, allerdings durchaus mit freundlichen Vibes und erheblichem Wohlwollen zugegangen im Pressezentrum des Palais des Festivals. Leonardo DiCaprio hatte da unter anderem von einem "Liebesbrief an die Industrie" (einem ziemlich ausführlichen, wie an dieser Stelle vermerkt sein soll) gesprochen – und davon, dass sich jeder auf diesem Tisch (an dem neben Tarantino und Leo u.a. eben auch noch Margot Robbie sowie Brad Pitt Platz genommen hatten) schon einmal als Außenseiter in derselben gefühlt hätte. Bei Quentin selbst hatte dieser Outsider-Status übrigens auf den Tag genau vor 25 Jahren am selben Ort ein für alle Mal sein Ende genommen: Jenem Tag, an dem Pulp Fiction an der Croisette Weltpremiere gefeiert hatte – um nur wenige Tage später mit der Goldenen Palme ausgezeichnet zu werden. Wir sind gespannt, ob Once Upon A Time ... In Hollywood heuer eine ähnliche Erfolgsgeschichte schreiben wird können.

 

>>Klick dich hier durch die besten Schnappschüsse der Weltpremiere

 

Wer es nicht zur Premiere geschafft hat, kann sich zumindest mit dem neuen Trailer trösten:

 

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