Schirm

Black Mirror

Staffel 5

Eintrag vom von Klaus Hübner

Die in unserer nahen Zukunft angesiedelte britische SciFi-Serie geht in ihre fünfte Runde und bleibt dabei in bewährter Manier beunruhigend, verstörend, furchterregend, witzig und sexy. Wir haben die drei neuen Ausflüge nach Dystopia gesondert begutachtet.

Worum geht’s?

 

Folge 1: Smithereens

Ein Taxifahrer (Andrew Scott) mit tragischer Vergangenheit und düsterem Geheimnis entführt einen Praktikanten (Damson Idris) des globalen Social Network Smithereens, um ein Telefonat mit dem eigentlichen Boss der Firma zu erzwingen. Dieser allerdings meditiert gerade in totaler Abgeschiedenheit. Bald tritt die Polizei auf den Plan, die Entführung selbst wird zum Social-Media-Ereignis. Unterhalb der grotesk-witzigen Oberfläche geht es hier freilich um Schuld und Sühne. Marc Zuckerberg mag in echt nicht so cool dreinschauen wie hier Topher Grace, hat dafür aber nachweislich bereits in einem indischen Ashram für G’stopfte um Erleuchtung meditiert.

 

Folge 2: Rachel, Jack und Ashley Too

Ernst, witzig und schmerzhaft nahe an der Realität ist die Geschichte von Teenie-Popstar Ashley O (Miley Cyrus) als Opfer einer Girlie-Zuckerpop-Kommerzinszenierung, die ihre Tante und Ziehmutter wider Willen reich und grenzenlos gierig gemacht hat. Es ist auch die Geschichte zweier Schwestern, die ebenfalls ihre Mutter verloren haben: Jack (Madison Davenport) hat sich in die Indie-Musikwelt ihrer Mutter versenkt und möchte Punk-Bassistin werden, die 15-jährige Rachel (Angourie Rice) möchte so sein wie Ashley O und wird ihrerseits Opfer der Unterhaltungselektronik-Roboterpuppe Ashley Too, die – artifiziell intelligent – den Eindruck erweckt, Ashley O zu sein, und deren Fans mit allerlei neurolinguistischem Schnickschnack immer tiefer in die leere Pseudowelt der Retortenpop-Fanartikel-Franchise hinabzieht. 

 

Folge 3: Striking Vipers

Danny (Anthony Mackie) liebt seine Freundin Theo (Nikki Behari) und spielt die übrige Zeit mit seinem WG-Buddy Karl (Yahya Abdul-Mateen II) nächtelang das Beat-em-up-Spiel Striking Vipers, wo sie sich als Roxette und Lance gegenseitig in typischer Mortal-Kombat-Manier ordentlich vermöbeln. Elf Jahre später feiert Danny seinen Geburtstag, und Karl taucht als Überraschungsgast auf. Nicht ohne Geschenk: Er hat die neueste Version des Games mitgebracht. Die VR-Ausgabe nutzt die in Black Mirror allgegenwärtigen Multifunktions-Kontaktlinsen; das Spiel versetzt nun seine Spieler direkt in die Körper der wählbaren Kämpfer-Charaktere inmitten eines fotorealistischen, fühl-, riech- und schmeckbaren 3D-Erlebnisses. Auch diesmal werden Danny und Karl zu Lance und Roxette. Allerdings sind die Möglichkeiten jetzt atemberaubend vielfältiger – bis hin zum virtualrealistischen Gender-Bending.

 

Was wird geboten?

Showschöpfer Charlie Brooker hält auch im fünften Durchgang von Black Mirror die Qualitätslatte konsequent hoch und bleibt bei seinen kritischen, gesellschaftsrelevanten und hart an kontemporären technischen Entwicklungen angelegten Albtraum-Storys. Dystopie total, aber mit britischem Humor!

 

 Black Mirror (Staffel 5) – ab 05.06. auf Netflix.

 

 

Foto: Netflix

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