Schirm

The Boys

Staffel 1

Eintrag vom

Eigentlich nur für Erwachsene – aber wen kümmert das heutzutage schon? Wenn man sehen will, wie es bei Superhelden hinter den Kulissen zugeht und wer ihrem widerlich-liederlichen Treiben Einhalt gebieten kann, ist man bei "den Buben" richtig.

Worum geht’s?

Wo man hinschaut, nichts als Superhelden! In Comics, im Kino, im Fernsehen, überall. In der Welt der neuen TV-Serie The Boys dürften sich ungefähr 200.000 dieser übermenschlich begabten Typen herumtreiben. Und all die komplizierten "Origin-Stories" (von radioaktiver Spinne gebissen, eine Atomexplosion überlebt) kann man sowieso vergessen – in Wahrheit hat den Heroen und -innen ein Serum zweifelhafter Herkunft aus den 1930er Jahren ihre Kräfte verliehen. Vielleicht ist das auch schuld daran, dass die meisten von ihnen so arrogant sind, sich zwar als Beschützer und Retter der Welt ausgeben, aber auf Unbeteiligte keinerlei Rücksicht nehmen. Da ist es höchste Zeit, dass ein Black-Ops-Team im Auftrag einer CIA-Gruppierung den Damen und Herren Super etwas den Wind aus den Segeln nimmt. Die Boys decken die perversen Geheimnisse der Supermänner und Wunderfrauen auf (es gibt sogar eigene Puffs für solche Leute, weil sie im Bett – nun ja – ziemlich anstrengend sein können), zeigen ihnen deutlich ihre Grenzen und gehen sogar über Superleichen, ohne mit der Wimper zu zucken. Und darüber freut man sich selbst als Fan der Marvel- und DC-Kinostars, weil man derart widerliche und skrupellose Charaktere wie das Supervolk in The Boys sonst wirklich noch nie gesehen hat – wenigstens nicht auf der Seite der "Guten".

Was steckt dahinter?

Der Comic-Autor Garth Ennis zeichnete schon für Preacher verantwortlich und hatte mit dieser Comic-Serie vor: „to out-Preacher Preacher“. Das gelang ihm auch, weil ihn DC bald wegen Superheldenfeindlichkeit und zuviel extremer Gewalt und Sexualität rauswarf und er die Reihe anderswo weiterführen musste. Man kann nur hoffen, dass Seth Rogen und Evan Goldberg die Handlung hier auf mittlere Sicht nicht genauso schwächeln lassen wie beim Prediger …

Was wird geboten?

Eine Bande verrückter, brutal witziger und schlagkräftiger Boys und eines Girls, das nur The Female (Karen Fukuhara) genannt wird und vor dem sich sogar die eigenen Kollegen fürchten. Angeführt wird die Truppe, der man nachts nicht in einer einsamen Gasse begegnen möchte, von Billy Butcher (Karl "Dredd" Urban); weiters gehören ihr der eindrucksvolle Mother’s Milk (Laz Alonso) und der irre Franzose Frenchie (Tomer Kapon) an. Als Identifikationsfigur für den Zuseher dient "Wee" Hughie Campbell, der in der Comic-Vorlage deutlich Simon Pegg nachempfunden ist, hier aber von Jack Quaid dargestellt wird. Und ansonsten: Sex und Gewalt und tiefschwarzer Humor. Aber jede Menge.

Text: Peter Hiess

 

The Boys (Staffel 1) – ab 26. Juli auf Amazon Prime Video!

 

 

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