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Sudabeh Mortezais Joy ist der österreichische Auslandsoscar-Kandidat

Eintrag vom von Nicholas Wemer

Die Jury des Fachverbands der Film- und Musikindustrie schickt Sudabeh Mortezais augenöffnendes Sexarbeiterinnen-Drama Joy ins heurige Rennen um den Auslandsoscar.

Wer Sudabeh Mortezais Joy gesehen hat, dem geht das realitätsnah inszenierte Drama so bald nicht mehr aus dem Kopf. So verwundert es auch nicht, dass bereits nach seiner Weltpremiere bei den letztjährigen Filmfestspielen von Venedig die internationale Fachpresse lobende Worte fand und die österreichische Produktion bei mehreren Festivals mit Preisen ausgezeichnet wurde. Auch nachdem der Film ins Programm von Netflix (leider nicht in Österreich) aufgenommen wurde, sorgte er abermals für Furore. Nun wurde der zweite Spielfilm der iranischstämmigen Wiener Regisseurin also als österreichischer Beitrag für den Oscar für den besten internationalen Film (wie die Auszeichnung ab sofort heißen soll) erkoren. Ob nach Stefan Ruzowtzkys Die Fälscher (2008) und Michael Hanekes Amour (2013) der Preis zum dritten Mal nach Österreich gehen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch in den Sternen. Dazu müsste der Film zuerst aus allen Einreichungen nominiert werden und dann starke Konkurrenten wie Bong Joon-hos Cannes-Sieger Parasite und Nora Fingerscheidts Systemsprenger schlagen – Chancen hat der heimische Wettbewerbsbeitrag aber allemal! 

 

Joy erzählt die Geschichte einer jungen Frau aus Nigeria, die als Prostituierte in Wien arbeiten muss, um ihrer Zuhälterin das Geld für die Schlepper zurückzuzahlen. Als sie für die Madame auf die neu ankommende Precious, die sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden möchte, aufpassen soll, wird offensichtlich, dass im Teufelskreis von Menschenhandel und Prostitution die Grenzen zwischen Opfer und Täter alles andere als klar umrissen sind. Dass die Hauptrollen nicht nur exzellent, sondern auch mit Laiendarstellerinnen besetzt sind, trägt zusätzlich dazu bei, dass die Geschehnisse besonders real anmuten und dem Zuschauer nahe gehen

 

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